Ruhiger Tageshafen im Haderslev Fjord
Position: 55 ° 16,9′ N / 09 ° 39,0′ E Fahrwasser: Vom roten Sektorfeuer Årøsund folgt man der eng betonnten Rinne des Haderslev Fjords; Tiefe dort durchgehend auf ≈ 6 m ausgebaggert. Etwa 0,8 sm nach Tonne “4” lässt man die Fahrwassertonne an Steuerbord liegen, peilt den Steg von Stagodde an und verlässt die Rinne im 90-Grad-Winkel. Tag vs. Nacht: Die Ausfahrt aus der Rinne ist unbefeuert und von flachen Sandhaken gesäumt; deshalb nur bei Tageslicht ansteuern. Tiefgang: Am Kopfsteg wurden bei der letzten Lotung 2,20 m gemessen, doch schon ab Box 6 nimmt die Wassertiefe rasch auf unter 1,6 m ab. Kielyachten > 2 m sollten mit steigender Tide einlaufen. Strom & Seegang: Tidenloses Revier; nur bei starkem Westwind setzt leichter Fjordstrom quer durch die Zufahrt, sonst herrscht spiegelglattes Wasser.
Ruhiger Liegeplatz im Schilf mit Ankermöglichkeit
Der Vereinsanleger bietet zehn Dauerliegeplätze und fünf Gastboxen an Heckdalben. Strom (10 A) und Wasser liegen am Kopf. Der Untergrund ist weicher Schlick – angenehm beim Aufstoppen, gleichzeitig hervorragender Puffer gegen Heckdalbenstöße. Durch das umgebende Schilf und die niedrigen Hügel liegt man komplett frei von Schwell; selbst eine 30-kn-Nordwestböe schüttelte nur das Rigg, nicht das Schiff. Einziger Wermutstropfen: bei Hochsommerlagen kann sich die Luft stauen und Mückenzeit einläuten. Wer frei schwojen möchte, ankert nördlich der Tonnenlinie in ca. 2,5 m über festem Sand – dort hält ein 15-kg-Anker mit 25 m Kette selbst stramme Böen aus Südost. Sicherheitshinweis: 2019 kam es hier zu einem Außenborder-Diebstahl – ein eher ungewöhnlicher, aber mahnender Einzelfall; Wertsachen sollten über Nacht unter Deck verschwinden.
Ruhiger Hafen mit einfacher Infrastruktur
Sanitär & Technik: Gepflegtes WC-/Duschhaus (Code beim Hafenwart), Grillplatz und kleines Vereinshaus mit Kühlschrank und Kaffeemaschine. Werkstatt oder Travellift sucht man vergeblich; für Reparaturen muss man nach Aabenraa oder Haderslev (je ca. 7 sm). Diesel/Gas: Nicht vorhanden. Der nächste Tank ist im Stadthafen Haderslev (Zapfponton). Proviant: Direkt am Steg endet eine kleine Asphaltstraße. Zwei Kilometer landeinwärts liegt Stevelt mit einem Kiosk; weitere zwei Kilometer südlich im Dorf Øsby findet man Supermarkt, Bäcker und Geldautomat. Wer radeln möchte, kann sich beim Hafenwart ein altes Vereinsfahrrad leihen. Müll: Container fürs übliche Recycling stehen am Parkplatz, Grauwasserentsorgung nicht vorhanden.
Naturidylle am Haderslev Fjord entdecken
Stagodde ist mehr Naturstation als Marinehafen: Schilf, Seerosen und knorrige Erlen bilden ein Bilderbuchbiotop. Ringsum brüten Wildgänse, Kormorane und Zwergtaucher; mit ein wenig Glück schaut sogar ein Seeadler vorbei. Frühaufsteher beobachten Kühe beim Morgenbad, während das Fjordwasser dampft. Direkt neben dem Steg lädt ein handtuchbreiter Sandstrand zum Barfußbad ein – für Kinder ein herrlicher Planschplatz, denn das Ufer fällt flach ab. Ein schmaler Waldpfad führt in 15 Minuten zum Aussichtspunkt auf dem Hügel hinter Stevelt. Von dort sieht man die Windungen des Haderslev Fjords, die rotbraunen Ziegeldächer von Årø und die weißen Silos der X-Yachts-Werft – ein Panorama, das zeigt, wie tief das Meer hier ins Land greift. Paddler können das Beiboot als Kajak nutzen und zwischen den Schilfinseln lautlos auf Entdeckung gehen; das Wasser ist so klar, dass man Boddenkrebse und kleine Hechte zwischen den Algen erkennt.
Ruhiger Naturhafen für Minimalisten
Stagodde ist ein Hafen für Minimalisten und Naturgenießer – perfekt, um nach einem Törn durch die belebte Dänische Südsee einmal komplett herunterzufahren. Wer Landstrom, Duschen und einen sicheren Steg braucht, findet sie; wer Nachtleben, Dieselservice oder einen großen Supermarkt erwartet, sollte besser weiter nach Haderslev oder Årøsund. Die enge Tagansteuerung und die auf 2,3 m begrenzte Tiefe machen den Platz vor allem für kleinere Fahrtenyachten und Langkieler mit moderatem Tiefgang attraktiv. Mich hat die fast lautlose Atmosphäre begeistert: das Plätschern von Dorschleinengleich hinterm Heck, das Knistern des Schilfs, das gedeckte Licht des Fjords bei Sonnenaufgang. Stagodde ist kein Ort, an dem man „mal eben“ übernachtet – es ist ein Platz, an dem man bewusst einen Hafentag einlegt, das Handy stummschaltet und sich daran erinnert, warum wir überhaupt auf eigene Kiele gehen: wegen Augenblicken, in denen nur Windhauch, Schilfrauschen und gelegentlich das leise Klopfen einer Fenderleine die Uhr ersetzen. Wenn Sie also Ruhe, Natur und ein wenig Vereinskameradschaft schätzen, setzen Sie Stagodde unbedingt auf Ihre Fjord-Route.
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