Tidenunabhängiger Solent-Hafen mit Fährenquerung
Position: 50° 42,42′ N / 001° 30,05′ W (Hafeneinfahrt). Von Westen: Needles Fairway Buoy an Backbord, dann Kurs 090 ° in den Solent; auf Höhe der roten Black Rock-Tonne dicht ans Inselufer halten, um Versatz des einsetzenden Stroms (bis 3 kn Springs) abzufangen. Von Osten: East Fairway Buoy steuerbord lassen, Kurs 187 ° auf die weißen Leitmarken mit schwarzem Querbalken fahren. Funk & Regeln: 5 Min vor Ankunft auf VHF 68 melden („Yarmouth Harbour“). Zulässige Fahrt 6 kn im Anlauf, 4 kn im Innenbecken. Tiefgang: Ansteuerung auf 2,5 m unter Seekartennull, im Innenbecken konstant ≥ 2 m LAT – tideunabhängig zugänglich. Besonderheiten: Die Lymington-Fähre quert alle 30 min genau vorm Tor; bei starkem Westwind drückt kurzer Kabbel quer auf die Einfahrt. Segel werden vorher geborgen, Maschine in Bereitschaft. Nachts zeigen die Leitmarken ein grünes Festlicht, das in die starke Pierbeleuchtung eingebettet ist – klar erkennbar.
Gut geschützter Hafen mit sicheren Liegeplätzen
Der Hafen ist durch eine massive Steinmole und den Fährpier fast völlig von Solent-Schwell abgeschirmt. Nur bei frischmütigem Nordwest setzt leichter Hub in der äußersten Boxreihe – Schwimmstege mit Gummifugen fangen das ab. Tiefen werden ganzjährig auf 2 m LAT gehalten, die Boxbreiten variieren zwischen 4 m (Fingerpontons) und 6 m (Längsseitenplätze für > 14 m). Der Grund besteht aus festem Schlick; evtl. Ankermanöver (nur im Außenbereich) halten prompt.
Moderner Hafen mit umfassendem Serviceangebot
Strom & Wasser an jedem Finger (16 A, teils 32 A), im Liegegeld enthalten. Diesel/Benzin am Fuel-Ponton gleich hinter dem Fährpier; Wasseranschluss vorhanden, kostenlose Schwarzwasser-Pump-Out-Station. Sanitär: Moderne Duschen & WC im Harbour-Office, täglich 06-22 Uhr. Laundry & WLAN: Waschmaschinen in derselben Halle, Wi-Fi kostenfrei – bei Regattawochen gut ausgelastet. Einkauf: CO-OP Supermarkt 400 m im Ort, Bäckerei & Fishmonger am Quay; Gas-Tausch und Yacht-Chandlery („Harwoods“) in der Pierstraße. Werft/Service: 40-t-Bootlift und Motorservice bei „River Yar Boatyard“ (0,5 sm flussauf), Segelmacher in Lymington holen Tücher binnen Tagesfrist ab. Müll: Getrennte Container am Hafenkopf, Altöl-Tanks in der Werft.
Naturerlebnis zwischen Marschland und Klippenpfad
Hinter dem Hafen erstreckt sich das Yar Estuary, ein Gezeitenmarsch mit Salzbinsen und Reiherkolonien; per Dinghy (unter 4 kn!) oder zu Fuß über den alten Bahndamm erreichbar. Nordwärts lockt in 15 min Fußweg der Sandstrand Colwell Bay – perfekter Sundowner mit Blick auf die Needles. Unter Wasser darf man im Solent keine Korallen erwarten, aber Seepocken, Strandkrabben und gelegentlich Seegrasfelder machen das Reiher-Beobachten vom Cockpit aus spannend. Wanderer erklimmen in 45 min den Tennyson Trail auf die Klippen von Headon Warren: Weitblick von Old Harry Rocks bis Spinnaker Tower. Radler setzen in 35 min (National Cycle Route 22) nach Freshwater Bay und weiter zum Leuchtturm von St. Catherine.
Britische Hafenidylle mit Pub-Kultur erleben
Yarmouth ist der „Pub-Hafen“ des Western Solent: Pluspunkte Tideunabhängiger, tiefer Zugang und perfekte Lage als letzte Etappe vor Needles oder erster Willkommensstopp aus West. Rundum-Infrastruktur vom Diesel bis Segelmacher, alles fußläufig in fünf Minuten. Authentisches Dorfambiente: sechs Pubs, Fischer an den Netzen, zuvor noch ein Cream-Tea im „George Hotel“. Minuspunkte Kaum Reserveplätze bei Hochsommer oder Taittinger-Regatta – rechtzeitig anmelden! Fährpier erzeugt Schwell in der Außenbucht; innen kaum spürbar, draußen rollig. Gebühren Solent-typisch: 4,25 £/m (Sommer 2025), Strom plus 3 £. Geeignet für Crews, die eine wetter- und tidensichere Drehscheibe mit Dorfflair suchen, für Charterrunden auf Wochenendschlag oder Überführung von Kanalinseln nach Chichester. Weniger für absolute Ruhesucher – die Fährdurchsage „Yarmouth – Lymington departing“ gehört hier zur Klangkulisse. Ich selbst laufe Yarmouth jedes Frühjahr an: Nach der Needles-Querung ein Pint im „Bugle Inn“, Brötchen vom Village Bakery, kurz Diesel bunkern – und schon hängt man zwischen Seevögeln und Segelgerüchten, während die Ebbe den Schlamm im Yar-Fluss freilegt. Wenn abends die Masten im Goldlicht des Pubs spiegeln, spürt man: Hier ist Hafenleben kein Durchgang, sondern ein britisches Ritual.
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