Optimaler Ankerplatz vor Praslins Nordwestküste
Die Bucht liegt an der Nordwestküste Praslins (Koordinaten ca. 04°17,6′ S 55°42,0′ E) und ist frei von Riffen oder Untiefen. Von Westen läuft man parallel zur 10-Meter-Isobathe, visiert die markante Felsgruppe „Les Soeurs“ an und hält in die weit geöffnete Bucht hinein. Nach Osten öffnet sich erst hinter der Felsnase Pointe Chevalier eine zweite, kleinere Sichel – wichtig, nicht zu früh einzudrehen, um die vorgelagerte Flachzone zu meiden. Tiefgangprobleme kennt man hier nicht: Die Sandbank fällt gleichmäßig von zwei auf knapp zehn Meter ab. Nachts weist das weiße Sektorenfeuer von Curieuse den groben Kurs; wer jedoch die Farben des Grundes zum Ankermanöver nutzen will, steuert besser bei Tageslicht ein. Bei Südost-Passat (Mai – Oktober) liegt Anse Lazio perfekt im Lee, während Nordwestwinde im Nordwest-Monsun (Dezember – März) leichten Schwell einrollen lassen.
Sicherer Ankerplatz vor Palmenkulisse
Der Grund besteht aus feinstem Korallenschluff mit einem dünnen Korallensand-Überzug – der Anker gräbt sich wie in Mehl ein und hält verlässlich, solange man außerhalb der vereinzelten Granitblöcke bleibt. Ideale Wassertiefe sind 5–10 Meter im östlichen Drittel der Bucht; dort genießt man den besten Schutz vor der Passatdünung. In der Südost-Saison wirkt die Uferkette aus Palmen und Felsen wie eine natürliche Hafenmole; selbst bei 20 Knoten bleibt das Wasser nur leicht kabbelig. In der Nordwest-Zeit dagegen rollen langgezogene Dünungswellen herein – wer dann keinen Buganker mit Sorgleine ausbringt oder auf Curieuse ausweicht, schaukelt unangenehm. Doppelfederung an der Kette empfiehlt sich wegen der nächtlichen Tidenströme, die das Schiff quer zum Wind drehen können.
Ruhige Ankerbucht mit Strandrestaurants und Versorgung
Mit dem Dinghy landet man an beiden Strandenden problemlos im Sand; nur in der Mitte brechen bei erdigem Nordwest Schaumkronen auf versteckten Felsen. Direkt hinter der Baumgrenze liegen zwei Strandrestaurants – „Bonbon Plume“ und „Le Chevalier“ –, die frischen Fisch, Wasser und auf Nachfrage auch Eiswürfel verkaufen. Ein kleiner Kiosk bietet Snacks, Obst und SIM-Karten. Trinkwasser in größeren Mengen muss aus Baie Sainte-Anne (7 sm Motorfahrt) oder von der Charterbasis in Mahé beschafft werden. Müll nimmt das Restaurant gegen Gebühr, Glas bitte wieder mit an Bord nehmen – die Inselverwaltung kontrolliert streng. Diesel gibt es gar nicht; Reservekanister sind Pflicht. Mobilfunk (Airtel 4G) deckt Strand und Ankerfeld ab, Wi-Fi gibt es nur im Restaurant bei Verzehr.
Tropischer Ankerplatz mit Inselnatur und Meeresschildkröten
Hinter den Palmen beginnt eine Kulisse aus Takamaka-Wald, Vanille-Lianen und Kokospalmen, durchsetzt von gewaltigen Granitblöcken – ein Spielplatz für Fotograf:innen. Schnorcheln lohnt fast unter dem Bug: Schildkröten, Papageifische, Muränen und gelegentlich ein Schwarzspitzen-Riffhai kreisen über Seegraswiesen; Sichtweiten liegen meist bei acht bis zwölf Metern. Wer tiefer eintauchen will, folgt dem Riffrand am östlichen Felseck – dort stehen farbenprächtige Gorgonien und Schwämme. An Land führt ein 40-minütiger Trampelpfad über den Hügel zur benachbarten Anse Georgette – einsame Bucht, perfekt für Sonnenaufgang. Mit dem Dinghy erreicht man in zehn Minuten die von Riesenschildkröten bevölkerte Insel Curieuse; Ranger kassieren eine kleine Parkgebühr, dafür wandert man durch beeindruckende Mangrovenstege zum Schildkrötenschildkröten-Sanctuary. Am späten Nachmittag legen Ausflugskatamarane ab, und der Strand gehört wieder den Ankercrews, Einsiedlerkrebsen und Flughunden.
Segleridylle mit Palmen und Schnorchelparadies
Anse Lazio ist der Stoff, aus dem Kalenderblätter gemacht sind – und doch hat die Bucht mehr zu bieten als Postkartenästhetik. Der Ankergrund ist solide, der Windschutz im Südost-Passat nahezu perfekt und die Ansteuerung kinderleicht. Wer jedoch Rundum-Versorgung erwartet, wird enttäuscht: Diesel, Wasser in Mengen, Laundry – dafür muss man nach Praslin-Hauptort. Genau dieser Minimalismus macht den Reiz: abends ein Creole-Curry unter Palmen, der Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung und das sanfte Rollen der Dünung als Einschlafmusik. Empfehlenswert für Fahrtenyachten bis 2,5 m Tiefgang, die in der Südost-Saison (Mai–Okt) sicheren, aber offenen Ankerplatz suchen Crews mit Lust auf Schnorcheln, Strand und kurze Landausflüge ohne Charter-Marinatrubel Familien, weil Anlanden einfach, Strand flach abfallend und Restaurants kinderfreundlich sind Weniger ideal für Yachten mit hohem Diesel- oder Wasserverbrauch Crews, die in der Nordwest-Monsunzeit seekrankheitsanfällig sind (Schwell) Ankernovizen, denn bei Nordwest braucht es Erfahrung mit Bug- und Heckanker gegen Rollbewegung Mein Logbuch endet mit einem Bild: 22 Uhr, tropische Nacht, Plankton leuchtet um die Badeleiter, und die Silhouetten der Palmen zeichnen sich im Mond ab. Der Anker sitzt fest, die See ist still. Morgens werde ich mit Schildkröten schnorcheln, doch jetzt genügt ein Blick aufs fluoreszierende Wasser, um zu wissen: Anse Lazio gehört zu den seltenen Plätzen, an denen Seglerträume Realität werden.
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