Ruhiger Anleger nahe Als-Fjord Nordmündung
Der Anleger (55 ° 02,0′ N / 09 ° 34,2′ E) liegt unmittelbar westlich der Nordmündung des Als-Fjords. Man verlässt das betonnte Fahrwasser nach Passieren der roten Spier “4” im rechten Winkel nach Westen und hält direkt auf den gut erkennbaren Stegkopf zu. Die Ausfahrt aus der Rinne ist weder befeuert noch betonnt; ansteuerbar daher nur bei Tageslicht oder sehr klarer Nacht mit Plotterhilfe. Der Fjord ist ausgebaggert auf rund 6 m, am Steg misst das Lot 1,5 – 2,2 m, im äussersten Kopfbereich bis 2,5 m. Großkieler mit > 2 m Tiefgang sollten den leichten Wasserstandseffekt bei Westwind (bis +0,2 m) nutzen. Strömung gibt es praktisch nicht, bei auflandigem Starkwind setzt jedoch leichter Versatz quer zur Zufahrt.
Geschützter Hafen hinter Varnæs Hoved
Der Verein unterhält 51 Boxen, von denen die Nord- und Westkante explizit für Gäste reserviert ist. Festgemacht wird an Heckdalben; Strom (10 A) liegt auf allen Plätzen, Wasser nur sporadisch – im Hochsommer muss der Hahn wegen Algengefahr oft gesperrt bleiben. Der Untergrund besteht aus weichem Schlick, was das Anlegemanöver verzeiht und den Schwell dämpft. Gegen jede Windrichtung ist man hinter den sanften Hügeln von Varnæs Hoved sicher; rollig wird es nur bei hartem Nordwest – dann steht kurzer Chop unter dem Steg und die Dalben knarren. Wer lieber frei liegt, kann 100 m nördlich in 2,5 m über Sand ankern; Haltequalität sehr gut, aber völlig ungeschützt gegenüber auflandigem Wind.
Ruhiger Hafen ohne Versorgungsmöglichkeiten
An Land führt der Steg direkt zu einem kleinen Vereinsareal mit öffentlichem WC (24 h), Grillhütte und Picknickbänken; Duschen gibt es nicht. Diesel, Gas und Werkstattservice fehlen, der nächste Zapfponton liegt 6 sm entfernt in Aabenraa. Lebensmittel bekommt man in Varnæs (2 km Fuß- oder Radweg) – dort kleiner Købmand, Bäcker und Geldautomat. Mülltrennung (Papier, Glas, Rest) erfolgt an Containern neben dem Parkplatz; Grauwasser-Entsorgung ist nicht vorhanden. Wer spät einläuft, sollte also mit vollen Tanks und Proviant ankommen.
Naturparadies am Aabenraa-Fjord entdecken
Die gesamte Halbinsel ist Natura-2000-Schutzgebiet. Entlang des 20 m hohen Kliffs verläuft ein markierter Küstenpfad, der in 90 Minuten einmal um Varnæs Hoved führt – ständig begleitet vom Blick über den Aabenraa-Fjord bis hinüber zum Inselbogen der dänischen Südsee. Im Frühjahr brüten Graugänse und Küstenseeschwalben im Schilf, Seeadler patrouillieren regelmäßig über die Bucht. Einen Kilometer landeinwärts liegt der bewaldete Moorsee Skovsø; an windstillen Abenden spiegelt sich dort die untergehende Sonne hinter dem Mastwald im Wasser – ein Ausflug mit dem Bord-SUP lohnt sich. Unter Wasser herrschen dichte Seegraswiesen, in denen Jungdorsche und Plattfische Schutz suchen; Sichtweiten bewegen sich zwischen 1 und 2 m – immerhin genug fürs Abtauchen am Betonslip, um den Anker zu kontrollieren.
Ruhiger Naturhafen mit malerischer Fjordkulisse
Varnæs Vig ist kein Versorgungszentrum, sondern eine bewusst puristische Station für Crews, die einen Tag Natur und Ruhe zwischen Aabenraa und Dyvig suchen. Pluspunkte: geschützter Liegeplatz, Strom am Steg, spektakuläre Wanderkulisse und ein Sonnenuntergang, der das Wasser kupferfarben leuchten lässt. Minuspunkte: kein Diesel, kaum Wasser, bei Nordwest recht ruppig. Ideal für Yachten bis etwa 11 m und 2 m Tiefgang, für Familien, die Strand und Spielwiese gleich neben dem Boot schätzen, und für Naturfans mit Fernglas. Weniger geeignet für Tieflieger, Technikprojekte oder Party-Crews. Ich persönlich lege hier immer dann an, wenn ich einen „Still-tag“ brauche: Morgens Kaffee auf dem Vorschiff, Seeadler im Anflug, abends ein Bad im glasklaren Fjord – mehr Argumente braucht ein Seglerherz kaum.
Community's Meinung