Sichere Ankerbucht mit einfacher Ansteuerung
Die Bucht ist offen, die Ansteuerung simpel und rund um die Uhr möglich. Von Westen her hält man auf 080 ° in die breite Einfahrt; tagsüber dienen die kontrastreichen Klippen des Cabo Raso, nachts das weiß-blaue Blinksignal (Fl W 5 s) des Farol Guia als Leitfeuer. Das markante Museum-Leuchtfeuer Farol de Santa Marta (Fl WR 4 s) markiert die östliche Buchtbegrenzung und zeigt, dass man fast da ist. Die Marina (38° 42,0′ N / 09° 25,3′ W) liegt hinter einem massiven Wellenbrecher; im Seegatt herrschen selbst bei Niedrigwasser noch sechs Meter Tiefe. Wer einen Liegeplatz will, ruft auf VHF 09 – 638–650 Plätze bis 6 m Tiefgang und ein 70-t-Travel-Lift sind verfügbar. Freunde des freien Schwojens bleiben östlich des Hafenwalls in der Bucht: Das klassische Ankerfeld zieht sich von der Praia da Conceição bis kurz vor Santa Marta und bietet in 4–8 m Tiefe sandigen Grund. Haltet Abstand zum ausgeschilderten Badebereich und zur Durchfahrt der Ausflugsboote – die Polizei kontrolliert gelegentlich. Bei Dunkelheit leuchtet die Uferpromenade fast wie ein Schneisenfeuer, dennoch: Fischerboote ankern oft unbeleuchtet, also Radar bereithalten.
Geschützte Ankerbucht mit gelegentlichen Fallböen
Der Boden besteht aus festem, feinkörnigem Sand – unser 25-kg-Rocna grub sich nach zwei Metern rückwärts sofort ein. Erfahrungsberichte bescheinigen „sehr sicheren Halt“ und wenig Kettengeräusch. Die Bucht ist nach Südost offen; gegen die vorherrschenden Nord- bis Nordwestwinde liegt man ruhig. Typisch ist jedoch die nachmittägliche Nortada: Fallböen aus den Bergen greifen wie von der Dachrinne herab und schicken 30-Knoten-Schläge übers Wasser – Downdrafts, die man beim Ankermanöver einkalkulieren muss. Lästige Grundsee rollt erst bei hartnäckigen Südwestlagen herein; dann verholt man besser in die Marina oder weiter den Tejo hinauf nach Oeiras. Der mittlere Springtidenhub liegt knapp bei 3 m; 5-zu-1-Kettenlänge oder ein gut gedämpfter Snubber lassen auch nächtliche Winddreher entspannt erscheinen.
Optimaler Ankerplatz mit bester Infrastruktur Cascais
Mit dem Dinghy geht’s bequem an die betonierte Sliprampe gleich westlich des Fischerkais oder – noch geschützter – an den Besucher-Landungssteg der Marina. Die Security kennt das Kommen und Gehen der Ankerlieger und verlangt nur, dass das Beiboot nicht die Tankpier blockiert. Frischwasser, Strom, Duschen, Waschsalon und High-Speed-WLAN bekommt man auf Nachfrage im Büro der Marina de Cascais; Diesel und Benzin liefert die 24-h-Tankstelle am Innensteg. Chandlery, Segelmacher sowie ein beeindruckender 70-t-Kran machen Reparaturtage kurzweilig. An Land reichen fünf Minuten zu Fuß für alles Notwendige: Zwei Supermärkte (Pingo Doce und Mini Preço), mehrere Bäckereien, Pharmacia und ein Self-Service-Laundromat liegen in Sichtweite des Hafentores. Müll trennt man in großen Containern am Rund-Kai; Altöl und Batterien nimmt das Service-Dock der Marina kostenfrei an. Für Crewwechsel ist Cascais ideal: Die S-Bahn „Linha de Cascais“ fährt alle zwanzig Minuten nach Lissabon-Cais do Sodré (35 Min.), das Taxi zum Flughafen braucht rund eine halbe Stunde.
Klippen, Natur und Kultur in Cascais
Trotz mondänen Flairs beginnt hinter dem Yachtpier ein Naturabenteuer: Ein sieben Kilometer langer Küstenradweg führt westwärts über die tosenden Klippen von Boca do Inferno bis zum Surf-Hotspot Praia do Guincho – im Duft von Wacholder und Zistrosen, flankiert von der Düneneinsamkeit des Parque Natural de Sintra-Cascais. Wer Lust auf Höhenluft hat, nimmt den Bus nach Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt Kontinentaleuropas, blickt von 140 m steil in den Atlantik und kehrt abends zum Sundowner zurück. Unter Wasser dominieren Sandflächen mit Seegraspatches; an den Felsnasen vor Santa Marta tummeln sich Seebarsche und Seesterne – gute Schnorchelbedingungen, sofern der Schwell niedrig bleibt. In der Bucht selbst sieht man oft Delfine auf der Jagd nach Sardinenschwärmen, während Kormorane auf den Dalben des Fischereistegs trocknen. Kulturell wartet Cascais mit gediegenem Sommerfrische-Erbe: Jugendstilvillen an der Avenida Rei Humberto II, das Museum-Leuchtturm Santa Marta mit seiner Ausstellung über Portugals „Guardas do Mar“ und die Kopfsteinpflastergassen der Altstadt, in denen abends Straßenmusik erklingt und die Pastéis-de-Nata duften.
Cascais – entspannter Zwischenstopp am Atlantik
Cascais ist für mich die perfekte Balance zwischen sicherem Landfall und pulsierendem Leben: Eine blauschimmernde Bucht, die bei Nordwind fest wie ein Hafenbett liegt, eine Marina, die jede erdenkliche Dienstleistung von Osmose-Check bis Yachtpolitur bietet, ein Ort, der sich anfühlt wie Seebad und Großstadtvorort zugleich. Empfehlen würde ich den Stopp allen Langfahrt-Crews, die vor oder nach dem Tejo eine Pause brauchen – ob für Ersatzteile, Crewwechsel oder einfach für ein Glas Vinho Verde in den Kopfsteinpflastergassen. Für Familien gibt es Strände in Dinghy-Reichweite, für Kulturfans die nahe Sintra-Paläste, für Sportler den Nortada-Kick an der Pinne. Einziger Wermutstropfen ist die Rollneigung bei seltenen Südwestlagen – aber wer die Wetterfenster liest, genießt Cascais als das, was es ist: das Wohnzimmer der portugiesischen Westküste. Beim Ablegen notiert mein Logbuch daher nur drei Wörter: „Sempre voltar aqui“ – hierher komme ich immer wieder.
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