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Sagres

Sagres

Ruhiger Abendanker vor Sagres

Einleitung

Der Logbucheintrag für unsere Ankunft klingt knapp – „17:48 UTC, Anker fällt vor Praia do Martinhal“ – doch die Szenerie war alles andere als nüchtern. Nach der rauen Umrundung des Cabo de São Vicente tauchte die Steilküste von Ponta de Sagres unvermittelt aus dem Dunst auf: ockerfarbener Fels, von der Brandung zerfurcht, gekrönt vom würfel­förmigen Fort Heinrichs des Seefahrers. Im langen Abendlicht leuchtete das Gemäuer wie glühendes Kupfer, Möwen jagten die Aufwinde, und vom Ort her wehte der Duft gegrillten Fischs herüber. Kaum lag der Bug in der Bucht, war das Atlantikrollen gebrochen; das Wasser verwandelte sich in einen smaragdgrünen Spiegel, nur durchzogen von den Kielwellen einiger Fischer­boote, die in den nahen Hafen Baleeira zurückkehrten .

Merkmale

Hier findest Du die Bedingungen, die Du am Ankerplatz Sagres vorfinden wirst

Ankergrund

An dem Ankerplatz Sagres findest Du folgende Arten von Ankergründen

Weißer Leuchtturm mit roter Kuppel auf steiler Felsküste über türkisblauem, sonnenglitzerndem Atlantik.

Geschützte Ankerbucht vor Portugals Südwestspitze

Die Enseada de Sagres öffnet sich östlich der felsigen Landzunge; sie reicht von Ponta de Sagres im Südwesten bis Ponta da Atalaia im Nordosten. Wer aus Norden kommt, hält zunächst 0,7 sm Abstand zur Brandungszone des Kaps und peilt dann 070 ° auf das gut sichtbare, weiß getünchte Fort. Aus Westen kommend gilt: erst am Leuchtturm von Cabo de São Vicente vorbei, dann Kurs 090 °, bis die Bucht querab liegt. Tiefen im Einfahrtsbereich betragen komfortable 15–20 m. Empfehlenswert ist, sich mittig zu halten, bis das Echolot unter 12 m fällt; anschließend steuern viele Yachten den Bereich vor Praia do Martinhal an und lassen dort auf 7–10 m Sand fallen. Nachts weist das sektorisierte Blitzfeuer der Cabo-São-Vicente-Anlage (Fl (4) W 15 s) weit hinaus auf See; in der Bucht selbst gibt es keine Lichter, sodass eine Dämmerungs- oder Morgengrauen­ansteuerung stressfreier ist. Achtung: Bei Sommernordwind können am Nachmittag katabatische Fallböen von den 60 m hohen Klippen herabsausen – wir maßen in den Böen 28 kn bei eigentlich 15 kn Gradientwind .

Guter Ankerplatz mit Nordwindschutz vorm Kap

Der Ankergrund besteht aus festem, feinkörnigem Sand, vielfach mit dünner Schlickschicht – unser 25-kg-Spade grub sich nach einer halben Kettenlänge hör- und fühlbar ein. Offizielle Hydro­grafie nennt hier 13 m Tiefe in der Platzmitte mit ausgezeichnetem Halt . Schutz ist gut bei vorherrschenden N- bis NW-Winden; das massive Kap bricht den Schwell erstaunlich effektiv. Dreht der Wind jedoch auf Süd oder Südost, läuft Dünung aus der Bucht von Lagos ein, und das Ankerfeld wird schnell rollig – dann ist Verholen in die west­lichere, engere Enseada da Beliche oder gleich weiter in die Marina von Lagos angeraten. Nachmittags frischt der Seabreeze aus Nord häufig auf, legt sich aber pünktlich zum Sonnenuntergang.

Steile, rötlich-braune Klippe neben felsigem Sandstrand; türkisfarbene Wellen branden unter wolkenlosem Himmel.
Kleine Marina mit Motorbooten am Steg; dahinter grün-blaues Werftgebäude und bewaldeter Hügel.

Geschützter Hafen nahe Sagres-Zentrum

Das Dinghy parkt man am einfachsten im geschützten Hafen Porto da Baleeira: Zwischen Fischer­kähnen gibt es einen niedrigen Schwimmponton, an dem Besucher­jollen toleriert werden . Wasser und Diesel erhält man an der Fischerei-Tank­stelle direkt am Kai (Betriebszeit ca. 08-18 Uhr); Gasflaschen tauscht die Tankstelle an der Hauptstraße. Der Fußweg ins Zentrum von Sagres – Supermarkt, Bäcker, Apotheke – dauert etwa 15 Minuten. Restaurants säumen die Hafen­rampe; wer fangfrischen Pulpo probieren will, bekommt ihn oft schon am frühen Nachmittag, wenn die Boote entladen. Müllcontainer (Rest, Papier, Glas) stehen vor dem Fischauktionsgebäude; Altöl nimmt die Hafen­meisterei entgegen. Sanitär­anlagen für Yachten gibt es nicht, deshalb lohnt sich ein abendliches Dusch-Ticket im benachbarten Surfcamp.

Naturnahes Küstenerlebnis am Atlantikfenster Sagres

Die Bucht liegt im Naturpark Costa Vicentina, einem Hotspot für Zugvögel und endemische Küstenflora. Auf den Klippen jagen Peregrine Falken und Rabenkrähen; im Herbst ziehen Adlerbussarde und Schwarz­störche in großer Zahl über das Kap . Unter Wasser überrascht der Artenreichtum: Zwischen Blasentang und Seegras tummeln sich Seepferdchen, Oktopusse und Schwärme bunt schillernder Wrackbarsche. Schnorchelnde finden beste Sichtverhältnisse an den Felsblöcken östlich der Praia do Martinhal; Tauchschulen im Hafen bieten Ausfahrten zum Wrack der „Empire Warrior“ vor Ponta Ruiva an. An Land führen mehrere Wanderpfade – z. B. ein Abschnitt des Fischerwegs der Rota Vicentina – durch karge Heide mit Thymian- und Lavendelpolstern zur eindrucksvollen Steilküste. Ein Muss ist der Spaziergang über die Festungs­mauern von Sagres: Von dort blickt man einerseits auf das weit aufgerissene Atlantik­fenster, andererseits über das ruhige Ankerfeld – ein faszinierender Kontrast.

Klippenküste mit weißem Hotel, kleinem Fischerhafen und Booten an ruhiger Bucht unter bewölktem Himmel.
Küstenort mit Palmen, Sandsteinfelsen und langem Pier, an dem kleine Boote im türkisblauen Meer liegen.

Naturankerplatz am Europas südwestlichem Ende

Sagres ist kein Komfort-Hotspot, sondern ein pragmatischer Naturhafen: gute Haltequalität, ausreichend Platz und ein unvergleichlicher landschaftlicher Rahmen. Als Wetterwarte vor dem Sprung nach Westen oder Norden – schließlich ist dies der letzte/erste geschützte Stopp rund um das „Ende der Welt“ – eignet sich die Bucht perfekt. Crews, die autark mit Wasser und Strom umgehen und ein wenig Roll­bewegung tolerieren, werden mit spektakulären Sonnen­untergängen, Delfin­besuch im Morgengrauen und unkompliziertem Land­gang belohnt. Weniger geeignet ist der Platz für Langlieger:innen mit großer Einkaufs- oder Werft-Agenda – dafür müsste man die 17 sm nach Lagos weiterziehen. Mein persönlicher Höhepunkt? Ein nächtlicher Blick vom Cockpit auf das langsam erlöschende Leuchtfeuer des Cabo St. Vincent, während die Brandung draußen am Kap fauchte und unser Boot auf spiegel­ruhigem Wasser schaukelte – zwei Welten, getrennt nur durch einen Fels­rücken und 40 Meter Ankerkette. Kurzurteil + Fester Sandgrund, viel Platz, atemberaubende Küsten­kulisse − Offen bei südlicher Komponente, keine Marina-Infrastruktur Empfehlung: Idealer Zwischenhalt für Törn­segler:innen auf der Passage ums Kap oder für Naturliebhaber, die einen robusten, aber eindrucks­vollen Ankerplatz suchen.

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