Anspruchsvoller Fjord zwischen Lofoten und Vesterålen
Geografische Lage: 68° 21,8′ N / 14° 58,9′ E, als 2 km langer Seitenarm des Raftsundet zwischen Lofoten und Vesterålen. Anfahrt: Man folgt der betonnten Hauptstraße des Raftsundet; direkt südlich der Tonne RF 624 öffnet sich an Bb die nur 100 m breite Einfahrt. Tags erkennt man die helle Felsschneise sofort. Nachts leiten zwei weiße Oberlichter am Nordufer; AIS-Positionslinie und Radar helfen, denn weder Küstenwache noch Touristenschiffe feuern die Passage zusätzlich aus. Tiefgang: In der Einfahrt ≥ 30 m, im Kessel 15–25 m, direkt am Pontoon 5–6 m . Besonderheiten: Hurtigruten-Schiffe manövrieren in der Saison mehrmals täglich; Ein- oder Auslaufen deshalb immer auf VHF 16/13 ankündigen. Bei steifem NE kann Fallwind mit 25 kn vom Hochrand hinunterblasen – letzte Meter unter Maschine, Fender beide Seiten klar.
Ruhige Ankerbucht mit sicherem Felsufer
Pontoon-Liegeplätze: 30 m Schwimmsteg am Westufer, Platz für 4–5 Yachten ≤ 15 m. Solider Beton, Strom 16 A, kein Wasser. Tiefe am Steg 5 m, totales Flachwasser; Schwall nur, wenn Hurtigruten vorbeizieht. Freies Ankern: Der Grund fällt steil ab (25 m +). Wer nicht an den Pontoon passt, lässt auf 20–25 m schlammigen Tonanker fallen und fährt zwei Landleinen auf Ösenschrauben, die in die Felsplatten geschlagen sind (Suchscheinwerfer erleichtert das nächtliche Finden). Schutz: Rundum perfekt – hohe Wände blockieren jede Art Welle. Böige Fallwinde aus NO sind kurz, aber kräftig; Schwoikreis durch Landleinen minimieren.
Naturbelassene Marina ohne Infrastruktur bei Svolvær
An Land erinnert nichts an eine klassische Marina: Steg & Kai: rostfreier Feuerlöschhahn, ein Notfalltelefon; sonst Wildnis. Wasser / Diesel / Müll: Fehlanzeige. Trinkwasser kommt aus Bordtanks; Müll wandert mit zurück nach Svolvær oder Sortland. Mobilfunk: LTE-Feld steil kanalisiert – am Pontoon guter Empfang, 50 m weiter Richtung Fallrohr tote Zone. Gas / Ersatzteile: nächster Service in Svolvær (18 sm SW).
Spektakulärer Fjord mit Wasserfall und Bergsee
Geologie & Panorama: Die Fjordwände bestehen aus 2,8 Mrd. Jahre altem Gneis; Spalten tragen Birkenbüschel und Engelwurz. Eine 150 m hohe Kluft speist den Hauptwasserfall, der selbst im Juli noch Schnee führt. Flora & Fauna: Adler kreisen regelmäßig über dem Talschluss; an windstillen Abenden gleiten Otter über den kiesigen Rand. Im Wasser: 10 m Sicht, Seesterne aller Farben, dichte Tangwälder mit Dorsch und Schellfisch. Landgänge: Ein steiler Pfad (rot markiert) führt in 40 Min. zum Trollfjordvatnet, einem Bergsee in 300 m Höhe – Eisschollen bis in den August, grandiose Aussicht zurück auf den Fjord. Stabiles Schuhwerk und Stöcke ratsam; bei Nässe rutschig.
Naturhafen mit spektakulärer Fjordkulisse und Stille
Trollfjord ist kein Versorgungshafen, sondern eine Natur-Gottesdiensthalle für Segler: Pluspunkte Spektakulärer Fjordkessel, null Schwell, himmlische Akustik der Wasserfälle. Freie Landeplätze (Pontoon oder Landleinen) mit Tiefwasser direkt unterm Kiel. Einfache Ansteuerung bei Tageslicht, ausreichend Platz zum Drehen selbst für 40-Fuß-Yachten. Minuspunkte Null Infrastruktur – Wasser, Diesel, Müll müssen geplant werden. Hurtigruten-Showfahrten bringen tagsüber Lärm, Drohnen und Wellen. Fallwind bei Nordost – gute Achterleinen und großzügige Fenderwahl nötig. Geeignet für Abenteurer, Fotografen, Crewmitglieder mit Hang zur Fjordromantik; perfekte Ein- oder Ausklangetappe einer Lofoten-Bergtour. Ungeeignet für versorgungspflichtige Crews oder Tiefkieler, die auf Landstrom-Dauerbetrieb setzen. Mein Logbuchmoment: Wir liefen um 22 Uhr Ende Juli ein – rote Mitternachtssonne stand quer im Eingang, sodass das Wasser feuerrot leuchtete. Nach dem Festmachen: völlige Stille. Dann ein dumpfes „Flopp“ – eine Lachs sprang. Um 01 Uhr färbten Nordlichter die Felswände grün. Morgens spiegelte sich der Mast im glatten Fjord, und unser Ankerlicht warf noch einen letzten Schein auf die steilen Wände. Trollfjord ist kein Ort, den man besucht – er frisst sich ins Seglerherz und bestimmt den Rhythmus der Reise.
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