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Dänemark
·
Süddänemark
·
Vejle

Brejning Hoved

Fjordidylle in Brejning Marina

Einleitung

Wer aus dem Lillebælt in den Vejle-Fjord einbiegt, spürt sofort den Wechsel von offener See zu Fjord­idylle: Das Wasser glättet sich, Buchen­hänge rücken näher heran, und rechter Hand erscheint ein Komplex eleganter Backstein­bauten – die ehemaligen Kellerschen Anstalten. Genau davor liegt die Brejning Lystbådehavn. Frisch gestrichene Dalben, eine grüne „Gæsteø“ in der Mitte des Beckens und das neue Restaurant auf der Mole verleihen dem kleinen Hafen ein fast parkähnliches Flair. Als wir längsseits gehen, weht der Duft von Räucher­aal herüber und Möwen kreisen über dem Club­haus­grill – willkommen in Brejning.
Kleiner Yachthafen mit vertäuten Segelbooten, ruhiges Wasser, grüne Uferbäume unter blauem Himmel

Entspannter Hafen am Vejle-Fjord Südufer

Die Anfahrt ist unkompliziert und bei Tageslicht auch für Einhand­crews entspannt: Einlaufen – Man hält sich im Hauptfahrwasser des Vejle-Fjords, bis auf der Südküste das weiße Kirch­türmchen von Brejning auftaucht. Kurz zuvor (ø 55 ° 41,7′ N / 09 ° 36,1′ E) führt ein gut ausgebaggertes Stich­fahrwasser steuerbord Richtung Hafen. Tiefgang – In der Rinne stehen konstant 2,5 m, im Hafenbecken 2,5–3 m; dicht am Land fällt die Tiefe örtlich unter 2 m ab. Kurven – Zwei 90-Grad-Knicks erfordern Aufmerksamkeit; am inneren Rand lauert Sand, also mittig bleiben. Nacht – Tonnen sind unbefeuert, doch die Hafeneinfahrt selbst ist beleuchtet. Plotter oder Peilung auf den fest installierten Leitmast sind Pflicht. Bei starkem Westwind steht eine schwache Quer­strömung in den Fjord, die aber auch größere Yachten nicht aus dem Takt bringt.

Geschützter Hafen mit ruhiger Ankerbucht

Das Becken ist ringsum von Stegen eingefasst und durch einen langen Wellen­brecher gegen jeglichen Fjord­schwell geschützt: Nord- bis Westwind nimmt man als leises Pfeifen in den Wanten wahr, das Boot bleibt ruhig. Nur kräftiger Ost bringt leichten Kabbel bis in die Boxen. Wer lieber schwojen möchte, findet unmittelbar vor der Mole vier Meter über dichtem Lehm-Sand; der Anker hält dort wie angeschweißt und das Ufer liegt in Dinghy-Reichweite. Tidenhub in der Ostsee? Kaum messbar – lediglich Sturm­wasser kann den Pegel um 20–30 cm drücken oder heben.

Bewölkter Jachthafen: Segel- und Motorboote an Holzstegen, dahinter Uferhäuser und herbstliche Bäume.
Holzsteg mit Segelbooten im Yachthafen; Person geht Richtung an Land gelagerter Boote, moderne Uferhäuser rechts.

Moderner Hafenkomfort am malerischen Fjord

An jedem Liegeplatz liegen 16-Ampere-Strom und Frischwasser; Warmdusche, Sauna und WLAN sind im Hafengeld (165 DKK/ Nacht) bereits enthalten. Die Online-Bezahlung per App ist bequem und erspart das Schlange­stehen beim Hafenmeister. Diesel bekommt man täglich zwischen 08 und 10 Uhr an der Zapfsäule auf der Servicepier oder nach Telefon­absprache; Gasflaschen tauscht die Werkstatt am Kran. Grillplätze, Leihfahrräder, eine Shelter-Wiese für die Kids und kostenlos nutzbares Club­haus (Küche + Spülmaschine) runden den Service ab. Für den Proviant sind es mit dem Hafenrad knapp zwei Kilometer bis zum SuperBrugsen in Brejning; wer lieber läuft, nimmt den Uferpfad durch alte Parkanlagen. Mülltrennung, Altölannahme und ein moderner Fünf-Tonnen-Mastkran befinden sich hinter dem Slæbested. Ersatzteile liefert die kleine Bootswerkstatt, größere Aufträge erledigt die Werft in Vejle (7 sm). Hungrige müssen nicht kochen: Das neue Restaurant Brejning Havn serviert Smørrebrød mit Fjord­fang und einen vorzüglichen „Stjerneskud“. Für den Sundowner empfiehlt sich die Holzterrasse mit Blick auf die Abend­thermik, in der gelegentlich Schweins­wale jagen.

Naturnahes Hafenidyll am Vejle Fjord

Brejnings größter Schatz ist die Landschaft. Direkt hinter dem Hafen beginnt ein geschwungener Küsten­pfad durch parkartige Baum­gruppen und offene Weiden – Relikte der 1898 gegründeten Heil- und Pflege­anstalt, deren wilhelminische Backstein­bauten heute Wohn-Lofts und das Comwell-Spa beherbergen. Wer Höhenmeter nicht scheut, folgt dem „Skovkanten“ bis zum Aussichtspunkt Munkebjerg: 93 m über dem Wasser öffnet sich ein Panorama über die ganze Breite des Fjords. Ornithologen halten das Fernglas bereit: Im Frühjahr rasten Reiher­enten und Pfeif­enten in Tausender­schwärmen, See- und Fischadler sind Stammgäste. Wassersportler können mit SUP oder Kajak in die schilfgesäumten Buchten nördlich der Marina paddeln – hier schwimmt man zwischen Seerosen und glitzernden Quallen, ohne Motoren­lärm. Angler freuen sich über Meerforellen direkt am Molen­kopf (beste Zeit: September bis April). Unter Wasser bleibt die Sicht meist moderat (1-2 m), doch Seegras und Muschel­bänke bieten kleinen Dorschen und Flundern reichlich Versteck. Kultur gibt’s zehn Zug­minuten entfernt: In Vejle stehen das spektakuläre Wohnhaus „Bølgen“ und das Fjordenhus-Museum von Olafur Eliasson, während das Stadtzentrum dänische Hygge mit Boutiquen und Streetfood verbindet.

Kleiner Yachthafen mit mehreren Segelbooten vor modernen schwarzen Häusern unter bewölktem Himmel.
Sonnenuntergang über einem Yachthafen; zahlreiche Segelboote mit aufragenden Masten liegen ruhig an den Stegen.

Entspannter Fjordhafen mit dänischem Wohlfühlambiente

Brejning Hoved ist kein Groß­hafen, sondern ein Wohlfühl-Stop mit Rundum-Sorglos-Paket. Ich empfehle ihn besonders: Familien – flacher Sandstrand, Spielplatz, Grillstellen und eine sichere Hafen­insel zum Toben. Naturfans – Vogel­reichtum, Buchen­hänge, SUP-Reviere und ein Fjord ohne störenden Fracht­verkehr. Crews auf Technik-Kurzstopp – Diesel am Steg, Kran bis 5 t, Werft­anschluss und Supermarkt in Fahrrad­nähe. Einzige Einschränkung: Tiefgänge über drei Meter sollten lieber in Vejle festmachen. Wer nach Einbruch der Dunkelheit einläuft, braucht gutes Karten­material – die unbefeuerten Pricken verzeihen keine Schlamperei. Ansonsten gilt: Leinen fest, Sauna aufheizen, Smørrebrød bestellen – und schon fühlt man sich als Teil der entspannten dänischen Fjord­welt. Logbuch-Schlusswort: „Brejning – Fjordhafen mit Spa-Faktor. Wiederkommen sicher.“

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