Anspruchsvoller Ankerplatz im Nappstraumen
Straumøya liegt westlich der Insel Flakstadøya, genau an der Südzufahrt zum Nappstraumen (Position ≈ 68 ° 03,9 N / 13 ° 24,8 E). Von Süden kommend hält man sich zunächst im 15 m tiefen Hauptfahrwasser, bis backbord eine kleine, längliche Schäre mit mehreren Zielscheiben-Marken auftaucht. Zwischen dieser Schäre und Straumøya führt ein 40 m breiter Schlauch in die Bucht; Tiefe dort 4–6 m, laut Log auf 3 m bei Niedrigwasser immer noch 50 cm unterm Kiel. Wichtig: In der Mitte des Nappstraumen setzt die Tide mit bis zu 4 kn; erst zwei Stunden vor oder nach Hoch-/Niedrigwasser hineinlaufen – sonst treibt der Strom das Schiff quer auf die Felsen. Orientierung bei Tag ist simpel (hellgraue Granitwände und die weißen Poller-Schilder), nachts gibt es keine Befeuerung – Ansteuerung daher besser im Hellen.
Ruhiger Naturhafen mit besten Ankermöglichkeiten
Im Innenbecken herrschen 3–8 m Wassertiefe über kompaktem Sand mit vereinzelten Seegrasflecken – exzellente Haltewerte; unser Bügelanker saß beim ersten Rückwärtsgang. Rundum schließen sich kahle Felsen und niedrige Waldhänge, sodass der Platz gegen alle Windrichtungen geschützt ist; einzig bei starkem Nordost pfeifen Fallböen über den Rücken von Flakstadøya, ohne Schwell zu erzeugen. Wer skandinavisch festmachen möchte, nutzt die großzügig verteilten Landpoller (schwarz-weiße Scheiben) und fährt Buganker mit Heckleinen aus – bei Niedrigwasser liegen die Poller allerdings gut einen Meter oberhalb der Bordkante.
Abgeschiedene Ankerbucht mit puristischer Atmosphäre
Ein kleines Holzlandungsfloß an der Ostseite erlaubt trockene Dinghy-Landung; alternativ zieht man das Schlauchboot auf den flachen Kiesstrand. Infrastruktur ist gleich Null – und genau das macht den Reiz aus. Wasser: Ein Bach rinnt über den Nordhang; filtert man das klare Schmelzwasser, füllt man problemlos Kanister auf. Proviant & Diesel: Letzte Einkaufsmöglichkeit in Reine (18 sm SW) oder Henningsvær (22 sm NE). Müll: Nichts zurücklassen – die wenigen Hüttenbewohner bitten ausdrücklich darum, Abfall wieder mitzunehmen. Mobilfunk: LTE-Signal (Telenor) meist stabil, fällt aber in den Felsrinnen kurz aus.
Lofoten-Naturidyll zwischen Fjorden und Alpen
Auf kleinstem Raum präsentiert sich die typische Lofoten-Dramatik mit Fjordblick und Alpenkulisse. Zwischen den Birken wachsen im Juli Unmengen Moltebeeren; später färben Blaubeerpolster den Boden violett. Seeadler sitzen oft auf den Pollern, und abends jagt ein Fischotter entlang der Flutlinie. Unter Wasser herrscht Bilderbuch-Arktis: 8–10 m Sicht, üppige Kelpwälder, Seesterne so groß wie Teller, und in der Dämmerung ziehen Dorsche an der Ankerleine vorbei. Die Südklippe von Straumøya fällt steil auf 15 m – ein hervorragender Spot für Schnorchel oder Flaschentauchgang direkt ab Dinghy. An Land lohnt eine zehnminütige Kraxelpartie auf den Granitrücken über der Bucht. Von dort blickt man über den kompletten Nappstraumen, sieht in der Ferne die Silhouetten von Moskenesøya bis Vestvågøy und – bei Mitternachtssonne – wie das Licht ungebremst durch das Straßentor plätschert, das man morgen passieren will.
Geschützter Naturplatz mit traumhafter Kulisse
Straumøya ist das, was man in Norwegen einen „vänt-plass“ nennt: Ein ruhig-geschützter Warteplatz, perfekt um das Tidenfenster abzupassen, aber zugleich so schön, dass man freiwillig eine zweite Nacht bleibt. Pro Rundum windstill, null Schwell, top Haltegrund. Komfortables Norwegen-Set-up mit Pollern für Landleine, aber keinerlei Marinatrubel. Traumhafte Kulisse und Wildlife – Seeadler, Beeren, klares Wasser. Kontra Keine Versorgung; Vorräte und Diesel müssen im Voraus gebunkert sein. Poller liegen bei Niedrigwasser hoch – reffsichere Landleine mitnehmen. Bei drehender Westlage rollt leichter Stromschwell in den Nappstraumen, nicht gefährlich, aber merkbar. Für wen geeignet? Fahrtencrews, die entspannt auf Slack warten wollen; Naturliebhaber, die Heringe springen sehen möchten; Familien, die sicher schwimmen und Beeren sammeln wollen. Weniger passend für Crews mit Hund (steile Felskanten) oder für Tiefkieler > 3 m. Logbuch-Notiz: „Straumøya – Wartestelle vor der Stromschnelle, doch kaum festgemacht, wünscht man sich, der Tidenstrom würde nie drehen.“
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