Einfahrt ins IJsselmeer: Sicher und Navigierbar
Die Hafeneinfahrt ragt weit in das IJsselmeer; zwei Molenköpfe mit rot-weißen bzw. grün-weißen Stahlgerippen und breiten Steintreppen sind selbst bei Dämmerung nicht zu verfehlen. Von Westen her hält man Kurs 090 °, bis der grün-weiße Turm auf Linie mit dem Kirchturm im Hintergrund steht, dann in die fast 60 m breite Rinne. Tiefen: 3,5 m im Einlauf, 2,8 – 3 m im Vorhafen. Bei Starkwest baut sich eine kurze, steile Welle auf; Brandungsseen brechen allerdings erst jenseits Windstärke 7. Nach 400 m zweigt steuerbord der Neue Außenhafen (Marina Stavoren Buitenhaven) ab, backbord führt der betonerte Kanal zur Johan-Friso-Schleuse, dem Tor zu Binnenhafen und friesischem Seengebiet. Die Doppelschleuse öffnet saisonal zwischen 09:00 und 22:00 Uhr im Stundentakt, Hochsaison sogar halbstündlich; angesagt wird auf UKW 18. Nachtansteuerung ist dank -Feuer unkompliziert, doch Strandpromenade und Campingplätze erzeugen viel Streulicht – Plotter oder Radar helfen, die Molenköpfe rechtzeitig zu identifizieren.
Sorgloser Hafenaufenthalt hinter Stavorens Schleuse
Freies Ankern ist vor Stavoren nicht gestattet: Das Fahrwasser wird intensiv von Fähren und Frachtern genutzt, und der Grund ist mit alten Dalbenresten gespickt. Im Außenhafen selbst liegt man schwellfrei; eine Doppelmole schirmt Nord- und Westsee ab, Ostwind bügelt das IJsselmeer ohnehin flach. Im Alten Hafen hinter der Schleuse herrscht absolute Ruhe – lediglich Bugstrahlgebrumm der anlegenden Nachbarn durchbricht das Möwengeschrei. Der Untergrund ist harter Lehm-Sand, die Dalben sind tief verankert – perfekte Bedingungen für einen sorglosen Landgang.
Drei Marinas bieten umfangreichen Service
Alle drei Marinas – die zentrale Oude Haven, die Binnenhaven südlich der Schleuse und die weitläufige Buitenhaven vor dem IJsselmeer – bieten Wasser, 16/32-A-Strom und WLAN im Liegegeld. Die Buitenhaven wartet zusätzlich mit Dieselstation, Bilgen-/Fäkalpumpe, Sliprampe und einem gut sortierten Yachtservice inkl. Kran bis 35 t auf. Im Alten Hafen liegt man dafür mitten im Geschehen: Zwei Minuten bis zur Bäckerei, zum Spar-Supermarkt und zur Hafenkneipe Vrouwe van Stavoren, wo Kabeljau und Scholle direkt aufs Deck duften. Wer danach noch stehen kann, probiert in der Bar De Koebrug über 300 Sorten Whisky. Gasflaschen wechselt die Esso-Station hinter dem Bahndamm; Leihfahrräder bekommen Gäste an allen Hafenbüros. Mülltrennung ist Pflicht, Altöl nimmt die Servicewerft kostenlos.
Stavoren: Naturidylle und Wassersportparadies
Stavoren liegt dort, wo das offene IJsselmeer in das waldige Gaasterland übergeht. Ein fünfminütiger Spaziergang führt zum kleinen Sandstrand direkt am Molenkopf – perfekter Kinderspielplatz. Radfahrer finden auf dem Deichweg Richtung Hindeloopen Ausblicke auf endlose Schilfflächen; abends leuchten im Westen häufig spektakuläre Seefeuer, wenn die Sonne im brackigen Wasser versinkt. Ein Abstecher per Dinghy oder Charter‐SUP in den Morra See (zwei Schleusenkammern weiter) offenbart Friesenidylle pur: Seerosen, Rohrweihen und grasende Schafe auf grünen Warften. Angler schwören auf Zander in der Hafeneinfahrt – Tagesschein gibt’s am Hafenbüro. Unter Wasser dürfen Taucher nicht viel erwarten (Sicht < 1 m), doch das IJsselmeer lockt mit Wrackfunden: In drei Metern Tiefe ruhen Reste mittelalterlicher Handelsschiffe, frei zugänglich für Schnorchler.
Stavoren: Drehkreuz für flexible Abenteurer
Stavoren ist kein Hochglanz-Resort, sondern ein multifunktionales Drehkreuz zwischen Nordsee, IJsselmeer und Friesischen Seen – ideal für Crews, die Flexibilität mögen. Pluspunkte Tiefe, gut markierte Einfahrt und Schleuse ohne lange Wartezeiten – auch bei Starkwind stressfrei. Vollständige Infrastruktur von Diesel bis Segelmacher, dazu städtische Versorgung in Gehweite. Authentischer Ortskern: Fischstände, Whisky-Kneipe, Bronzefigur der „Frau von Stavoren“ und Skûtsje-Regatten im August. Minuspunkte Weststurm kann in der Einfahrt unangenehme Grundseen werfen – Timing zählt. Hochsommer und Skûtsjesilen bringen drangvolle Enge; Päckchen oder Ausweichen in die Binnenhaven einplanen. Umgebung flach wie eine Pfannkuchenpfanne – wer Steilküsten sucht, segelt besser nach Gaasterland weiter. Für wen geeignet? Nordsee-/Wadden-Fahrtensegler, die tidalfrei bunkern oder Wetterfenster abwarten wollen. Familiencrews dank Strand, Spielplatz und kurzer Wege. Binnenliebhaber, denen IJsselmeer-Ruhe und Friesische Seen gleichermaßen wichtig sind. Ich verlasse Stavoren jedes Mal mit dem klingelnden Sound der Klappbrücke im Ohr, einer Tüte Kibbeling in der Hand und der Gewissheit, dass hier friesische Gastfreundschaft und Seemannschaft eine unschlagbare Kombi bilden. Logbuch-Eintrag: „Stavoren – mehr Drehkreuz als Postkarte, aber genau deshalb ein Muss am IJsselmeer.“
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