Einfache Einfahrt: Arkösund im Fokus
Die Einfahrt ist Tag und Nacht unproblematisch. Von Süden führt die befeuerte Hauptrinne „Arkösundsled“ direkt bis vor den Fähranleger. Ab der grünen Fahrwassertonne “Ar 14” hält man 320 °, bis das weiß-rote Richtfeuer auf der Mole backbord querab liegt; dann wechselt man auf Hafenfunk VHF 68 (Arkösund Hamn) und gleitet zwischen den Molenköpfen ein. Solltiefe 6 m im Ansteuerkanal und 3-4 m an den Besucherstegen reichen auch für Langkieler . Bei Südost kann in der Außenbucht kurzer Kabbel stehen, der sich hinter den Pontons sofort legt. Nachts helfen die Hafenlaternen und das Lichtband der Tankstelle; ein Sektorfeuer gibt es nicht, deshalb Plotter oder Peillicht bereithalten.
Sichere Ankerplätze in Finnboda-Lagune
Freies Ankern ist wegen Fährverkehr und Unterwasserleitungen nicht gestattet; wer unbedingt vor Anker schlafen will, weicht in die geschützte Lagune von Finnboda (1 sm SW) aus. Im Hafen liegen rund 150 Gästeplätze längs moderner Schwimmstege mit Fingerpiers. Das Becken ist an drei Seiten von Spundwänden umschlossen; selbst Sturm aus West oder Südwest bringt höchstens leises Kluckern. Untergrund: fester Schlick über Sand – die Dalben stehen wie einbetoniert, Heckbojen sind mit Bodenketten verankert. Einziger Störfaktor ist leichter Schwell, wenn die Gotland-Fähre ablegt; lange Springs dämpfen ihn zuverlässig.
Voll ausgestatteter Ostschären-Hafen mit Flair
Kaum irgendwo in den Ostschären ist die Infrastruktur so komplett – und so dicht beieinander: Strom (16/32 A) und Trinkwasser an allen Stegen, Wasser im Winter abgestellt. Sanitärhaus mit Duschen, Sauna, Waschmaschinen und Trockner am Kopfsteg – alles im Liegegeld enthalten. Treibstoff: Diesel & Benzin rund um die Uhr an der Tankpier nördlich der Hafeneinfahrt, Wassertiefe 3 m. Fäkalien-Absaugung gleich neben dem Tankschlauch; Grauwasser darf nicht ins Hafenbecken. Werft & 30-t-Kran am nördlichen Servicekai; Segelmacher / Motorservice auf Abruf. Lebensmittel: gut sortierter ICA-Supermarkt und Systembolaget-Abholstation 300 m landeinwärts; im Sommer täglich kleiner Bauernmarkt direkt am Hafentor. Gastronomie & Szene: Fischräucherei, Crêperie auf dem alten Lotsenturm, Pizzeria, zwei Cafés – alles auf einer Holzpromenade, in der Saison mit Livemusik bis 23 Uhr.
Naturparadies Arkösund: Wandern und Wassersport
Arkösund liegt am Übergang von Schärengewirr zum offenen Slätbaken-Fjord. Schon ein kurzer Spazierweg führt ins Naturreservat Arkö mit Orchideenwiesen, Wacholderheiden und Aussichtsklippen, von denen Seeadler beim Jagen beobachtet werden können. Wer länger Zeit hat, wandert den 7-km-Rundweg über die Hängebrücke zur Insel Kopparholmen – dort wachsen im August Küchenschelle und Blaubeeren nebeneinander. Unter Wasser überraschen Sichtweiten von drei bis fünf Metern. An den Hafenspundwänden hängen Dreikantmuscheln, in den Seegrasfeldern schimmern Schwärme von Sandaalen, und an der Rinne „Tjäruhålet“ lassen sich gelegentlich Dorsche filmen. Paddler oder SUP-Fans finden einen perfekten Startplatz am Badestrand 200 m südlich der Stege.
Arkösund: Komfort trifft Schärenzauber
Arkösund ist der ideale Schnittpunkt zwischen „wilde Schären“ und „Zivilisation“: Man kann binnen zehn Minuten Diesel bunkern, Sauna genießen, Zimtschnecken essen – und eine halbe Stunde später auf eigenem Heckanker in einer menschenleeren Granitbucht liegen. Pluspunkte Komplettservice von Tankstelle bis Sauna, dazu guter ÖPNV (Bus nach Norrköping in 60 Minuten) für Crewwechsel. Rundumschutz und ordentlich dimensionierte Fingerstege – perfekt für Einhandanleger oder Familien. Reizvolle Natur vor der Tür; Wander- und Paddelmöglichkeiten ohne Motor-Geraffel. Minuspunkte In Juli-Wochenenden sehr gefragt – ab 16 Uhr sind freie Boxen Glückssache. Beim Ablegen der Fähre rollt für drei Minuten das Hafenwasser. Liegegebühr gehört zu den höheren an Schwedens Ostküste (2025: etwa 37 € für 11 m inkl. Strom). Für wen geeignet? Ostseesegler, die vor oder nach einem Gotland-Sprung Technik und Vorräte checken wollen. Familiencrews: flaches Strandbad, Eisdiele, kurzer Fußweg zu Naturpfaden. Einhandsegler: breites Fahrwasser, Fenderplattformen, hilfsbereiter Hafenmeister. Weniger geeignet für absolute Ruhesuchende in der Hochsaison oder für Tiefgänger über vier Meter. Mein Logbuch schließt mit einem Moment um 22:45 Uhr: Die Sonne steht tief über dem Skärgård, das Hafencafé löscht die letzten Lichter, und vom Felsen hinter der Sauna ruft eine Amsel in die Abendstille. Auf dem Wasser spiegelt sich das grüne Fahrwasserlicht, während unser Bug ganz leicht an der Heckboje zieht. Arkösund – der Hafen, der zeigt, wie sich Komfort und Schärenzauber nicht ausschließen, sondern gegenseitig beflügeln.
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