Navigationsabenteuer im Fjord von Slätbaken
Geografische Lage: Südschweden, 15 sm südöstlich von Norrköping, tief im Schluchtfjord Slätbaken. Schärenanfahrt: Von der Ostsee erreicht man Stegeborg über die gut betonnten Rinnen Arkösund – S:t Anna – Slätbaken. Ab Leuchttonne Fl(3)10 s Arkö folgt man 305 ° auf das Richtfeuer Rågången (Iso 2 s) und biegt nach 3 sm in den Slätbaken ab. Fahrwasser-Tiefe: Durchgehend ≥ 3,0 m, in der schmalen Stegeborg-Passage (150 m lang) mindestens 2,7 m. Der Hafen selbst bietet 2,5 – 3,0 m an allen Gästebrücken. Markante Landmarken: Weißes Leuchtfeuer unterhalb der Burgruine, gelbe Holzvilla des Slottsruin Hotell backbord, rotes Sektorfeuer steuerbord. Besonderheiten: Bei Starkwind aus W–NW entsteht Strom bis 1 kn im Engpass; kreuzen mit Ausflugsdampfer erfordert Funkkontakt auf VHF 09. Nachtansteuerung dank Richtfeuer und festen Uferlichtern machbar, aber viele unbefeuerte Schärenpfähle – besser während der langen skandinavischen Sommerdämmerung einlaufen.
Sicherer Hafen mit exzellentem Halt
Der Gästehafen besteht aus drei fingerfreien Schwimmstegen (180 Plätze). Festgemacht wird längsseits oder Heckboje / Bug an Steg. Untergrund: fester Schlick mit leichtem Sand – hervorragende Haltequalität der Heckankerbojen, selten Strömungsverlagerung. Schutz: Rundum vor Schwell gesichert; offene Wasserfläche minimal. Nur bei Starkost (selten) schiebt der Wind kleine Wellen quer in den äußeren Steg – innen bleibt es ruhig. Freies Ankern: Im Slätbaken nördlich der Insel Kungsholmen bietet Sandgrund 4–6 m Tiefe, guter Notlieger, aber Grundseen bei kräftigem Westwind.
Komfort und Service im Yachthafen-Idyll
Strom & Wasser: 16 A-Anschlüsse an jedem Platz, Trinkwasser kristallklar aus kommunaler Quelle, alles im Liegegeld (2025: 240 SEK bis 12 m) enthalten. Sanitär & Sauna: Neues Servicehus mit Fußbodenheizung, Familienbad, Waschmaschinen; holzbeheizte Sauna am Nordsteg kann stundenweise gebucht werden. Diesel/Benzin: Self-Service-Zapfsäule (24 h Karte) an der Nordmole, Filter 10 µm. Gas & Technik: Camping-Gaz-Tausch und Propanfüllung im 600 m entfernten Bootskiosk; kleiner Motorservice vor Ort, 20-t-Kran im Stegeborgs Varv 0,5 sm flussab. Proviant: Mini-ICA-Laden im Dorf (800 m), frisches Brot ab 07:30; größere Einkäufe via Leihauto nach Söderköping (15 km). Gastronomie: Das Slottsruin Restaurang serviert Zander aus dem Slätbaken und Gemüse vom Schlossgarten; direkt am Steg lockt ein Bistro mit Smørrebrød und lokalem Pale Ale. Entsorgung: Mülltrennung, Altölbehälter gratis, Schwarzwasser-PumpOut am Tankponton.
Idyllisches Naturparadies: Stegeborgs Vielfalt erleben
Stegeborg liegt im Østergötlands Skärgård – sanft gewellte Moränen, Kiefernhaine, Buchten voller Seerosen. Flora/Fauna: Seeadler brüten auf der Nachbarinsel Stengrund, im Frühsommer sieht man Trauerseeschwalben über den Schilfrändern. Unter Wasser wogen Tangwälder, Barsche, gelegentlich Hechte und Süßwasserkrebse – Sicht 2–4 m. Wanderungen: Ein 3-km-Pfad umrundet die Burgruine, erklärt auf Tafeln Wikingersiedlung, Vasazeit und das Schiffszolltor; grandioser Fjordblick vom Wehrturm (Schlüssel im Café). Längere Tour: 7 km Naturreservat Kaptensudden – Orchideenwiesen, uralte Eichen, Badeklippan. Fahrrad & Kajak: Verleih direkt am Hafenbüro; Paddeltouren führen durch verwunschene Schilfkanäle zum Süßwassersee Hovrasjön (Fischkarte vor Ort). Kinderprogramm: Ponyhof 1 km, Trampolin am Strand, spannendes Goldwaschen im stillgelegten Minischacht.
Stegeborg: Ruheoase mit Märchencharme
Stegeborg vereint märchenhafte Kulisse, zuverlässige Infrastruktur und tiefe Ruhe – perfekt für Crews, die nach hektischer Schärennavigation durchatmen wollen. Höhepunkte Gut markierte Zufahrt und 2,5 m Tiefgang bis zum Liegeplatz. Hochwertige Sanitäranlagen, Sauna, Diesel, kleiner Service – alles direkt am Steg. Historische Burg, erstklassiges Restaurant, Wander- und Paddeleldorado in Gehweite. Einschränkungen Plätze > 15 m begrenzt; Großyachten müssen reservieren. Kein städtisches Einkaufsleben – Vorräte in Arkösund oder Söderköping auffüllen. Mücken nach windstillen, warmen Tagen: Moskitonetz empfohlen. Für wen geeignet? Familien, die Kultur und Natur kombinieren möchten; Ostsee-Fahrtensegler auf Weg nach Göta-Kanal; Crewwechsel-Etappen dank Busanbindung Söderköping–Norrköping. Weniger interessant für Partygänger – ab 22 Uhr bestimmen Frösche und Fledermäuse den Soundtrack. Ich selbst kam an einem goldenen Augustabend an, legte längsseits am inneren Steg, sprang zehn Minuten später in klaren Fjord und saß kurz darauf bei Räucherlachs und Wacholderschnaps im Burghof. Als nachts Nebel aufzog und die Ruine im Mondschein leuchtete, lag das Schiff so ruhig, als läge es an Land. Am Morgen flimmerte Sonnenlicht durch Pappeln, während die örtliche Bäckerei Zimtschnecken lieferte – per Ruderkahn. Stegeborg verführt dazu, den Logbuchplan zu lösen und einfach noch einen Tag zu bleiben. Genau das tat ich – und verließ den Hafen erst, als die Vorräte an Süßschnecken erschöpft waren.
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