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Niederlande
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Flevoland
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Lelystad

Lelystad

Lelystads Hightech-Hafen trifft Batavia

Einleitung

Wer vom IJsselmeer her den Mitteldeich quert, taucht plötzlich in eine futuristisch wirkende Wasser-Welt aus Poldern, Glasfassaden und hoch aufragenden Windrädern ein. Lelystad – erst 1965 auf dem trockengelegten Flevoland erbaut – empfängt Segler:innen nicht mit Grachtenromantik, sondern mit großzügigen Hafenanlagen, viel Platz und einem Hauch Abenteuerlust: Gleich neben dem Liegebecken thront die originalgetreu nachgebaute Ostindien-Fregatte „Batavia“ in der Museumswerft, und beim Einlaufen steigen die gewaltigen Masten über die schnörkellosen Kajen des Bataviahaven auf. Gerade dieser Kontrast zwischen High-Tech-Polder und 17.-Jahrhundert-Segelschiff macht den ersten Eindruck so besonders.
Mehrere historische Segelschiffe mit hohen Masten liegen an einem sonnigen Hafenpier unter klarem Himmel.

Sichere Ansteuerung für Wassersportler in Lelystad

Lelystad lässt sich sowohl von Norden (IJsselmeer) als auch von Süden (Markermeer) jederzeit ansteuern; Tidenhub gibt es nicht. Wer aus Richtung Enkhuizen kommt, folgt dem befeuerten Fahrwasser „Vaargeul Lelystad“ entlang des Mitteldeichs, bis die weißen Silhouetten des Aviodrome-Flugzeugmuseums querab liegen. Hier zweigt das Tonnenpaar LW 1/2 auf 270 ° in den breiten Vorhafen ab. Bataviahaven: Nach dem Molenkopf backbord haltend direkt in das rechteckige Becken einlaufen; Tiefe durchgehend > 3,5 m, Wendebecken 110 m. Bei Westwind entsteht Quer­versatz von 1 kn, der sich hinter der Mole sofort legt. Flevo Marina: Wer Technik-Service oder Winterlager braucht, umrundet den Batavia-Vorhafen südlich, passiert die Houtrib-Schleuse an Steuerbord und läuft auf deutliche Richt­baken in das weitläufige Bassin (Bis 4 m Tiefgang, Platz für Schiffe bis 25 m). Nachts erleichtern Richtfeuer am Houtribdijk und das Oc(2) W-Leuchtfeuer des Bataviahaven die Orientierung. Radar ist nur bei Starknebel wirklich nötig; die Ansteuerung bleibt auch bei Windstärke 8 sicher, solange der Motor zuverlässig läuft.

Sichere Liegeplätze in Lelystad Marinas

Freies Ankern vor Lelystad lohnt sich kaum – das Wasser ist flach, der Grund weich und die Fährlinie dicht befahren. Drinnen hat man die Wahl zwischen dem urbanen Bataviahaven gleich hinter der Mole und der ruhigeren, voll ausgestatteten Flevo Marina südlich davon. Beide Becken bieten 2,5 – 4 m Tiefe, schwimmende Stege und stabile Dalbenboxen. Dank der massiven Betonmolen dringt selbst bei kräftigem Nordwest kaum Schwell hinein; bei Starkwind aus West entsteht höchstens ein leichtes Kluckern, das mit guten Springs rasch abgefangen ist. Die Boxenbreiten und Wassertiefen genügen auch für größere Fahrtenyachten, einzig sehr flachkielige Boote sollten bei Ostwind auf den niedrigen Wasserstand achten. In Summe liegt man hier wie in einem Binnenhafen – abgeschirmt, strömungsfrei und jederzeit startklar für den nächsten Schlag.

Yachten und Segelboote liegen im stillen Hafen; dahinter mehrstöckige Backsteinwohnhäuser unter klarem, blauem Himmel.
Marina mit Segelbooten und Steg, Backsteingebäude dahinter; Funkmast und Baukran unter blauem Himmel.

Flevo Marina: Familienfreundliches Wassersport-Paradies

Flevo Marina ist ein echter „One-Stop-Shop“: Wassersportgeschäft, 50-t-Kranausleger, Winterhallen, Yanmar-Motorenservice und Segelmacherei liegen in Rufweite. Familien genießen Restaurant Aan ’t Water, Spielplatz und Brötchenservice. Jeder Platz besitzt 16-A-Strom und Frischwasser; kostenloses WLAN deckt das gesamte Gelände. Im Bataviahaven schlägt der urbane Puls: ein Dutzend Restaurants, das große Designer-Outlet „Batavia Stad“ (300 m) und ein gut sortierter Albert-Heijn-Supermarkt (10 min zu Fuß). Diesel bunkert man am Selbstbedienungs­ponton binnen­halb der Mole, Gasflaschen tauscht der Yachtshop neben der Museumswerft. Müll wird getrennt, ein Pump-Out-Ponton befindet sich an Steg C.

Naturwunder und Abenteuer vor Lelystad

Trotz Polderstadt sind Naturerlebnisse nur einen Schlag entfernt: Marker Wadden – das neue Inselarchipel aus Sandaufspülungen – liegt 10 sm südlich; spektakuläre Dünen, Holzstege, Tausende Brutvögel. Oostvaardersplassen: Europas größtes Süßwasser­marschgebiet, mit Wildpferden, Rotwild und Seeadlern; vom Hafen per Rad in 30 min erreichbar. Im Stadtmuseum Nieuw Land lässt sich die Geschichte der Eindeichung nachverfolgen, während das Aviodrome Original-KLM-Jets und eine funktionsfähige Boeing 747 zeigt – ein Hit für Kinder bei Schlechtwetter. Unter Wasser finden Hobby-Taucher klareres Wasser an den Kiesufern des Markermeers; das Ijsselmeer bleibt durch Aufwirbelungen oft trüb. Für Jogger und Radler gibt es am Houtribdeich einen endlosen Asphaltweg mit Panorama bis Hoorn.

Mehrere historische Segelschiffe mit hohen Masten liegen im Hafen, eine niederländische Flagge weht.
Mehrere Großsegler mit hohen Masten liegen im sonnigen Hafen; Schilf im Vordergrund, blauer Himmel.

Lelystad: Moderner Service-Hafen für Segler

Lelystad ist kein romantischer Hafenklassiker, sondern ein moderne Service-Metropole für Segler:innen – ideal, um vor größerer Fahrt Ausrüstung zu checken, Crew zu wechseln oder wetterbedingt einen Sturmtag komfortabel auszusitzen. Pluspunkte Rundum-Schutz, große Boxen, Tiefgang bis 4 m – auch für Dickschiffe. Full-Service-Werkstätten und Winterlager direkt am Steg. Shopping, Museumsschiff „Batavia“, Aviodrome und Naturreservate in Fahrrad – oder Gehweite. Minuspunkte Wenig historische Atmosphäre, dafür viel Beton. Publikum am Bataviahaven kann an Sommerabenden laut sein. Kein Ankerplatz in Hafennähe; motorlose Traditionsschiffe brauchen Schlepphilfe. Für wen geeignet? Langfahrt- und Wartungscrews, die alles an einem Ort erledigen wollen. Familien: Museen, Outlet, Spielplätze, Strandbucht „Houtribhoek“ im Radius von 1 km. Regatta-Teams: tiefe Boxen, breites Wasser zum Trimmen direkt vor der Mole. Weniger passend für Nostalgie-Suchende, die Grachten und Kopfsteinpflaster erwarten – dafür bieten Enkhuizen oder Hoorn die passende Kulisse. Mein Logbuchmoment? Nach dem Einlaufen ein Spaziergang über den stillen Deich bei Sonnenuntergang: links das Markermeer in Gold, rechts die beleuchtete Silhouette der „Batavia“ – ein symbolischer Brückenschlag zwischen holländischer Seefahrts­geschichte und hochmodernen Polderträumen.

Informationen zum Liegeplatz

Hier findest Du die verfügbaren Informationen über den Hafen Lelystad

400

Anzahl Liegeplätze

31

VHF Kanal

+31320269000

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