Sichere Ansteuerung für Wassersportler in Lelystad
Lelystad lässt sich sowohl von Norden (IJsselmeer) als auch von Süden (Markermeer) jederzeit ansteuern; Tidenhub gibt es nicht. Wer aus Richtung Enkhuizen kommt, folgt dem befeuerten Fahrwasser „Vaargeul Lelystad“ entlang des Mitteldeichs, bis die weißen Silhouetten des Aviodrome-Flugzeugmuseums querab liegen. Hier zweigt das Tonnenpaar LW 1/2 auf 270 ° in den breiten Vorhafen ab. Bataviahaven: Nach dem Molenkopf backbord haltend direkt in das rechteckige Becken einlaufen; Tiefe durchgehend > 3,5 m, Wendebecken 110 m. Bei Westwind entsteht Querversatz von 1 kn, der sich hinter der Mole sofort legt. Flevo Marina: Wer Technik-Service oder Winterlager braucht, umrundet den Batavia-Vorhafen südlich, passiert die Houtrib-Schleuse an Steuerbord und läuft auf deutliche Richtbaken in das weitläufige Bassin (Bis 4 m Tiefgang, Platz für Schiffe bis 25 m). Nachts erleichtern Richtfeuer am Houtribdijk und das Oc(2) W-Leuchtfeuer des Bataviahaven die Orientierung. Radar ist nur bei Starknebel wirklich nötig; die Ansteuerung bleibt auch bei Windstärke 8 sicher, solange der Motor zuverlässig läuft.
Sichere Liegeplätze in Lelystad Marinas
Freies Ankern vor Lelystad lohnt sich kaum – das Wasser ist flach, der Grund weich und die Fährlinie dicht befahren. Drinnen hat man die Wahl zwischen dem urbanen Bataviahaven gleich hinter der Mole und der ruhigeren, voll ausgestatteten Flevo Marina südlich davon. Beide Becken bieten 2,5 – 4 m Tiefe, schwimmende Stege und stabile Dalbenboxen. Dank der massiven Betonmolen dringt selbst bei kräftigem Nordwest kaum Schwell hinein; bei Starkwind aus West entsteht höchstens ein leichtes Kluckern, das mit guten Springs rasch abgefangen ist. Die Boxenbreiten und Wassertiefen genügen auch für größere Fahrtenyachten, einzig sehr flachkielige Boote sollten bei Ostwind auf den niedrigen Wasserstand achten. In Summe liegt man hier wie in einem Binnenhafen – abgeschirmt, strömungsfrei und jederzeit startklar für den nächsten Schlag.
Flevo Marina: Familienfreundliches Wassersport-Paradies
Flevo Marina ist ein echter „One-Stop-Shop“: Wassersportgeschäft, 50-t-Kranausleger, Winterhallen, Yanmar-Motorenservice und Segelmacherei liegen in Rufweite. Familien genießen Restaurant Aan ’t Water, Spielplatz und Brötchenservice. Jeder Platz besitzt 16-A-Strom und Frischwasser; kostenloses WLAN deckt das gesamte Gelände. Im Bataviahaven schlägt der urbane Puls: ein Dutzend Restaurants, das große Designer-Outlet „Batavia Stad“ (300 m) und ein gut sortierter Albert-Heijn-Supermarkt (10 min zu Fuß). Diesel bunkert man am Selbstbedienungsponton binnenhalb der Mole, Gasflaschen tauscht der Yachtshop neben der Museumswerft. Müll wird getrennt, ein Pump-Out-Ponton befindet sich an Steg C.
Naturwunder und Abenteuer vor Lelystad
Trotz Polderstadt sind Naturerlebnisse nur einen Schlag entfernt: Marker Wadden – das neue Inselarchipel aus Sandaufspülungen – liegt 10 sm südlich; spektakuläre Dünen, Holzstege, Tausende Brutvögel. Oostvaardersplassen: Europas größtes Süßwassermarschgebiet, mit Wildpferden, Rotwild und Seeadlern; vom Hafen per Rad in 30 min erreichbar. Im Stadtmuseum Nieuw Land lässt sich die Geschichte der Eindeichung nachverfolgen, während das Aviodrome Original-KLM-Jets und eine funktionsfähige Boeing 747 zeigt – ein Hit für Kinder bei Schlechtwetter. Unter Wasser finden Hobby-Taucher klareres Wasser an den Kiesufern des Markermeers; das Ijsselmeer bleibt durch Aufwirbelungen oft trüb. Für Jogger und Radler gibt es am Houtribdeich einen endlosen Asphaltweg mit Panorama bis Hoorn.
Lelystad: Moderner Service-Hafen für Segler
Lelystad ist kein romantischer Hafenklassiker, sondern ein moderne Service-Metropole für Segler:innen – ideal, um vor größerer Fahrt Ausrüstung zu checken, Crew zu wechseln oder wetterbedingt einen Sturmtag komfortabel auszusitzen. Pluspunkte Rundum-Schutz, große Boxen, Tiefgang bis 4 m – auch für Dickschiffe. Full-Service-Werkstätten und Winterlager direkt am Steg. Shopping, Museumsschiff „Batavia“, Aviodrome und Naturreservate in Fahrrad – oder Gehweite. Minuspunkte Wenig historische Atmosphäre, dafür viel Beton. Publikum am Bataviahaven kann an Sommerabenden laut sein. Kein Ankerplatz in Hafennähe; motorlose Traditionsschiffe brauchen Schlepphilfe. Für wen geeignet? Langfahrt- und Wartungscrews, die alles an einem Ort erledigen wollen. Familien: Museen, Outlet, Spielplätze, Strandbucht „Houtribhoek“ im Radius von 1 km. Regatta-Teams: tiefe Boxen, breites Wasser zum Trimmen direkt vor der Mole. Weniger passend für Nostalgie-Suchende, die Grachten und Kopfsteinpflaster erwarten – dafür bieten Enkhuizen oder Hoorn die passende Kulisse. Mein Logbuchmoment? Nach dem Einlaufen ein Spaziergang über den stillen Deich bei Sonnenuntergang: links das Markermeer in Gold, rechts die beleuchtete Silhouette der „Batavia“ – ein symbolischer Brückenschlag zwischen holländischer Seefahrtsgeschichte und hochmodernen Polderträumen.
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