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Vestvågøy

Hauklandstranda

Smaragdtürkis vor Lofotens Granitwänden

Einleitung

Als wir mit dem letzten Hauch des Nachmittag­swinds nordwestlich um die Landzunge von Veggen biegen, springt die Farbe des Wassers schlagartig von bleigrau auf smaragd­türkis. Vor uns liegt Hauklandstranda – eine hufeisenförmige Bucht auf Vestvågøy, deren blendend weißer Sand im Kontrast zu den beinahe 500 Meter hohen Gras- und Granitwänden steht. Möwen kreischen im Aufwind, eine Seeadler­silhouette zieht lautlos ihre Kreise, und über allem liegt das nach Polarmeer duftende Licht der Lofoten: klar, kühl, kristallin. Für einen Moment fühlt sich die Szene karibisch an – bis der Tiefenmesser 8 °C anzeigt und mich der erste Spritzer 10-Grad-Gischt daran erinnert, dass wir 200 Seemeilen nördlich des Polarkreises segeln.

Merkmale

Hier findest Du die Bedingungen, die Du am Ankerplatz Hauklandstranda vorfinden wirst

Ankergrund

An dem Ankerplatz Hauklandstranda findest Du folgende Arten von Ankergründen

Schafmutter mit zwei Lämmern auf moosigem Felsen oberhalb ruhigen Wassers.

Sichere Passage zur Lofoten-Bucht

Der Eingang zur Bucht öffnet sich nordwestlich des Nappstraumen (59°35,7′ N | 13°36,4′ E). Eine einzelne grüne Tonne („Hauklands­grunn“) markiert das westliche Ende einer Fels­schwelle; sie bleibt an Steuerbord. Südlich der Tonne liegen verstreute Steine bis knapp unter die Oberfläche – wer sich zu dicht herantraut, riskiert Kratzspuren im Gelcoat. Danach läuft man mitten in den Sandkessel ein; die Tiefe fällt gleichmäßig von 25 m an der 10-Meter-Isobathe auf 6–12 m im inneren Drittel ab. Die Passage ist bei Tageslicht unproblematisch, doch nachts helfen ausschließlich Plotter, Radar und das diffuse Straßen­laternenlicht am Parkplatz. Achtung Tidenhub: In den Lofoten schwankt der Wasserstand je nach Mondphase um 1,7–2,3 m. Besonders bei auslaufender Springtide schiebt die Abströmung aus dem Nappstraumen Schwell in die Bucht – wer eine schwojende Nacht vermeiden möchte, plant das Manöver in der Kenterphase.

Perfektes Ankern bei östlichen Winden

Am zuverlässigsten hält der Anker auf dem hellen, schier endlosen Sandteppich vor dem nördlichen Strandabschnitt; dort graben sich Mantus, Rocna & Co. bereits nach einer halben Bootslänge Kette fest. Am Südrand der Bucht mischen sich Kies und einzelne Felsplatten unter den Sand; Haltekraft ok, aber Kette unbedingt mit Maske kontrollieren. Bei östlichen bis südöstlichen Winden liegt man wie in der Badewanne. Dreht die Brise jedoch auf West bis Nord, rollen atlantische Dünungs­reste ungebremst herein – dann wird es unangenehm, lange bevor die Böen zweistellig werden. In Starkwindlagen aus Nordwest sucht man besser Zuflucht in den Fjorden östlich von Leknes.

Schneebedeckte Berge hinter ruhigem, tiefblauem See; felsiger, mit trockenem Gras durchsetzter Uferhang im Vordergrund.
Grüne Küstenwiese mit verstreuten Zelten, Wohnmobilgruppe am Strand; dahinter ruhige Bucht und grasbewachsener Berg

Haukland Beach: Neuer Visitor Center im Bau

Das Dinghy kann an jeder Stelle des Strandes weich auflaufen; bei mäßigem Schwell empfiehlt sich die Kiesspitze neben dem Parkplatz, wo das Gefälle flacher ist. 2023 ersetzte die Kommune die maroden 1970er-Sanitär­baracken durch ein provisorisches WC-Gebäude; ein dauerhafter Visitor Center-Bau mit barrierefreien Toiletten, Duschen und Café ist seit 2024 im Bau (Fertigstellung vsl. Sommer 2026). Im Sommer (Juni–September) öffnet täglich das Haukland Beach Café: Waffeln, Fischsuppe, Kaffee – und das Wichtigste für Segler:innen ohne Wassermacher: Trink­wasser für Kanister. Müllcontainer für Rest- und Wertstoffe stehen direkt am Parkplatz; Glas bitte separat entsorgen. Diesel gibt es nur im 11 km entfernten Leknes; der dortige „Circle K“ verfügt auch über eine LPG-Zapfstelle.

Haukland: Alte Geologie und lebendige Natur

Geologisch besteht die Halbinsel Haukland aus 3 Milliarden Jahre altem Gneis. Das verleiht den Bergen ihre graublauen Adern, die vor allem abends im Streiflicht leuchten. An Land gedeihen Wollgras, Krähenbeere und vereinzelt Strandhafer – ein seltenes Bild so weit im Norden. Unter Wasser wogen Tang­wälder, in denen Seehasen, Seelachs­schwärme und Seesterne leben. Die Sichtweite ist bei ruhigem Wetter erstaunlich: 10–12 m sind keine Seltenheit. Wer das Dinghy an den südlichen Strand setzt, kann über den Küsten­pfad Uttakleiv-Haukland (4,5 km, 75 Höhen­meter) wandern – ein Panoramaweg, der früher als Pferde­karren­straße diente. Sportliche Crewmitglieder wählen den steilen Aufstieg auf den 541 m hohen Mannen: 360-Grad-Blick vom Vestfjord bis Moskenesøya; empfehlenswert bei Mitternachts­sonne oder Polarlicht.

Gestapelte Steine auf felsigem Strand, davor türkisblaues Meer, Boote und sonnenbeschienene Bergkulisse.
Sonnenbeschienener Strand mit badenden Menschen; glitzerndes Meer, halbverhüllter Berg von kuppelförmiger Nebelwolke umhüllt

Hauklandstranda: Nordatlantische Schönwetter-Oase

Hauklandstranda ist kein Allwetter-Refugium, sondern ein Schönwetter-Highlight. Wer bei stabilem Ostwind einläuft, wird mit bizarr schönem Farbspektrum, guter Haltequalität und einem Strandspaziergang belohnt, der fast vergessen lässt, dass man sich im Nordatlantik befindet. Infrastruktur bleibt minimalistisch, reicht aber zum Auffüllen von Wasser, zur Müll­entsorgung und für einen heißen Kaffee an Land. Ideal für crews, die auf dem Weg nach Tromsø eine Nacht vor Anker einlegen oder den Tidenstrom des Nappstraumen abpassen müssen. Für Langkieler über 2,30 m ist der Platz tief genug, für leichte Charter­kielschwerter fast ein Luxus-Pool. Mein Logbuch­urteil nach zwei Nächten (eine davon windstill, eine mit 18 kn West): vier von fünf Sternen – Abzug nur für die Swell-Empfindlichkeit. Wer karibische Farben, arktische Klarheit und die rohe Bergkulisse der Lofoten in einem Bild sucht, sollte diesen Ankerplatz nicht auslassen.

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