Reiseziel Hiddensee: Sichere Ansteuerungstipps
Die Zufahrt beginnt im betonnten Fahrwasser, das von der Schaproder Reede nordwärts Richtung Vitte führt. Von der grünen Ansteuerungstonne “Hiddensee – Kloster” weist eine Seitenbetonnung in das knapp 0,4 sm lange Stichfahrwasser; nicht ausscheren – nördlich liegen Flachzonen unter 1 m. Alle Tonnen sind befeuert; dennoch wirkt die Dämmerungsansteuerung entspannter, weil das dunkle Steilufer nachts kaum Kontrast bietet. Mindesttiefe laut Hafenmeister 2,0 m, im Becken offiziell 2,5 m; bei anhaltendem Nordost nimmt ein leichter Setzschlick zu, sodass Tiefgänger > 2 m nahe dem Außensteg bleiben sollten . Achtung auf die Fähren der Reederei Hiddensee, die bis zu achtmal täglich ein- und auslaufen – sie haben Wegerecht und erzeugen kräftigen Sog.
Schwellfreier Hafen: Kloster auf Hiddensee
Kloster ist in erster Linie Hafen, nicht Ankerbucht. 70–120 Liegeplätze (je nach Quelle, real aktuell 85 Boxen + Seitenkai) verteilen sich auf zwei Schwimmstege mit Heckdalben; Tiefgang bis 2,5 m . Der von Landzungen eingerahmte Bodden macht den Platz nahezu schwellfrei, nur kräftiger Nord-Nordost schiebt eine kurze Kabbelwelle in die Einfahrt – im Becken merkt man davon wenig. Wer trotzdem frei schwojen möchte, findet östlich der Hafeneinfahrt auf 3–3,5 m festes Sand-Schlick-Gemisch, muss aber Schiffsdiesel und Fährkurs beachten.
Modern ausgestatteter Ostseehafen mit Komfort
Strom (16 A) und Wasser liefert jeder Stegfinger – bezahlt wird wie an vielen Ostseehäfen über Münz-Automaten. Ein frisch renoviertes Sanitärhaus liegt am Kopf des Fahrgastkais; der Weg von den Gästeboxen führt einmal ums Becken herum (knapp 300 m) . Kostenloses WLAN, Mülltrennung und eine Fäkalienabsauganlage sind vorhanden . Diesel bunkert man an der mobilen Hafentankstelle, Gasflaschen gibt es im Baumarkt Vitte (Lieferservice via Elektrokarren). Direkt neben dem Kai stehen Imbisskutter für Fischbrötchen; Supermarkt, Bäcker, Post, Fahrradverleih und mehrere Restaurants erreicht man zu Fuß in unter fünf Minuten . Der Hafen ist barrierefrei angelegt; Toiletten und Duschen sind rollstuhlgerecht, ein Wickelraum gehört ebenfalls dazu .
Naturnahe Erlebnisse im Kloster-Hafen
Kloster liegt am Rand des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft – einem Hotspot der Ostsee-Fauna. Über den Bodden kreisen ganzjährig Seeadler, seit wenigen Jahren brütet sogar wieder ein Paar auf Hiddensee . Im Herbst rasten hier Zehntausende Kraniche, deren Trompetenrufe bis in den Hafen dringen . Schon ein Spaziergang entlang der Hochuferkante zum Leuchtturm Dornbusch (45 Minuten, 90 Höhenmeter) belohnt mit Blicken über Bodden, Ostsee und die Silhouette von Stralsund . Alternativ führt ein Rad- und Kutschweg über den alten Bessin ins nördlichste Inseldorf Grieben, wo Schafherden die Steilhänge beweiden. Unter Wasser locken Seegraswiesen mit Stichlingen, Flundern und, bei klaren Ost-Winden, Sichtweiten von über zwei Metern – Schnorchelvergnügen für Kinder ab dem Strand westlich des Hafens. Besonders eindrücklich: am Abend, wenn die Fahrgastschiffe verstummen, tummeln sich Schweinswale im Bodden; ihr Prusten hört man bis aufs Vorschiff.
Kloster: Inselidyll mit moderner Infrastruktur
Kloster ist weder Boutique-Marina noch verschlafener Schilfhafen, sondern ein Spagat aus moderner Infrastruktur und Insel-Slow-Motion: morgens Gewusel an der Fähre, nachmittags Päckchenrangieren, abends absolute Stille unter Sternen, weil Hiddensee autofrei ist. Ideal für Ostsee-Reisende, die zwischen Rügen und Stralsund eine sichere Box mit 360-Grad-Aktivprogramm suchen; Familien, denn Spielplatz, Strandaufgang, Fahrradverleih und das kleine Heimatmuseum liegen in Bolzenweite; Natur- und Kulturfans: Gerhart-Hauptmann-Haus, Leuchtturm, Hochuferpfad und Seeadler-Spotting lassen sich an einem Hafentag verbinden. Weniger geeignet ist Kloster für Yachten über 14 m oder Tiefgang > 2,5 m sowie für Crews, die abends partout noch Diesel bunkern oder Lärm suchen – nach 22 Uhr herrscht Hafenruhe. Mein persönlicher Logbuch-Moment: der Aufstieg zum Leuchtturm in der goldenen Stunde, unter mir der blitzblaue Hafen, hinter mir die Ostsee bis Saßnitz, und als ich zurückkam, spiegelte sich der rotweiße Feuerblitz im absolut glatten Boddenwasser an unserem Heck. Kloster – ein Hafen, der in nur einer Nacht zeigt, warum Hiddensee seit Jahrhunderten Künstler, Dichter und Seefahrer verzaubert.
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