Sichere Einfahrt in Vigo-Bucht
Die Bucht liegt an der Nordküste der Ría de Vigo zwischen Punta Roca dos Patos im Westen und Punta Fanequeiro im Osten (Position Mitte Bucht: 42 ° 15,0′ N / 08 ° 49,0′ W). Die Einfahrt ist breit und frei von Mussel-Floßen, doch ein Blick auf die Karte lohnt: Westliche Untiefen – Ein Sand-/Felsbank zieht sich bis 0,3 sm vor die Westküste; mittig ragt der trockengehende Felsen Pedra das Eiras 300 m vor die Klippe . Südliches Riff – Vom markanten Kap Punta Borneira (0,7 sm SE der Bucht) streckt sich ein Riff 0,4 sm südwärts; der oben aufliegende Fels Bajo Borneira trägt eine 11 m hohe Leuchtbake . Praktisch: Tagsüber dient der helle Sandstrand als Landmarke, nachts führen die Sektorenlichter Borneira und Subrido sicher vorbei. Tiefgangprobleme gibt es nicht – selbst direkt vor dem Strand messen wir bei Niedrigwasser noch 5 m.
Perfekter Ankerplatz mit Rundumschutz
Der südliche Teil der Bucht bietet 6–9 m Wassertiefe über feinem, kompaktem Sand; der Anker gräbt sich sofort ein. Laut Sailing Directions ist das Ostufer steil-to, während die Nordseite sachte ausläuft – perfekte Schwoi-Reserve ohne Havarie-Risiko . Schutz: Hervorragend bei allen Winden aus NW bis NO; die Morrazo-Halbinsel schirmt Schwell ab. Einschränkung: Hält längere Süd- oder Südostlagen an, setzt kurzer Chop ein – dann verholen viele Crews in die Nachbarbuchten Barra oder Cangas. Tidenhub: Ø 3 m Springs – 5 : 1 Kette oder Snubber einplanen. Lokaler Effekt: Der tiro de Liméns kann den NE-Gradientwind um 5–10 kn verstärken; daher Anker nachsetzen, bevor man an Land fährt.
Praia de Liméns: Ruhige Oase für Bootsurlauber
Mit dem Dinghy kommst du ganz unkompliziert an Land. Bei ruhiger See ziehst du es direkt auf den flach abfallenden Sand von Praia de Liméns. Steht Brandung, nimm lieber den kleinen Fischer-Steg im Puerto de Santa Marta an der Ostseite der Bucht; dort liegen auch Kajaks und Jollen der Einheimischen. Trinkwasser kannst du am öffentlichen Brunnen gleich hinter dem Strandhäuschen neben der Besucher-Info zapfen. Es ist meist klar, aber nicht immer offiziell als Trinkwasser deklariert, also im Zweifel filtern oder abkochen. Diesel, Benzin und Camping-Gas gibt es hier draußen nicht – dafür musst du zwei Seemeilen nach Cangas oder, auf der anderen Ría-Seite, nach Bueu verholen. Für den kleinen Hunger reichen die beiden Strandbars vollkommen: Der Chiringuito de Ana serviert morgens Café con leche und mittags Bocadillos; weiter westlich mixt das Chiringo do Mundo frische Albariño-Schorlen und brät ein solides Stück Pulpo. In der Hauptsaison öffnet zusätzlich ein kleiner Campingplatz hinter den Dünen, der Snacks, Eis und WLAN bietet. Was Müll angeht, gilt hier das Nationalpark-Mantra „pack it in, pack it out“. Es stehen zwar ein paar kleine Behälter an der Straße, aber Glas, Altöl oder größere Mengen Abfall sollte man unbedingt wieder mit an Bord nehmen und im Hafen von Cangas fachgerecht entsorgen.
Limens-Bucht: Tauchen, Natur und Wandern
Die Limens-Bucht ist Teil des Küstenstreifens O Morrazo und fällt durch drei Besonderheiten auf: Unterwasserwelt – Seegraswiesen am Westufer beherbergen Seepferdchen; am Ostende weist das Buraco de Area Milla leichte Steilhänge mit Conger-Höhlen auf. Taucherberichte sprechen von 8–10 m Sicht im Sommer. Shellfish-Beds (Miesmuschel-Leinen) liegen weiter außerhalb der Badezone, also beim Ankermanöver respektieren . Strände & Dünen – Der Hauptstrand Praia de Liméns-Santa Marta besticht mit goldfarbenem Feinsand; in der Nebensaison trifft man hier mehr Möwen als Menschen. Am Nordrand führen Holzstege über ein kleines Dünensystem – Brutgebiet des Flussregenpfeifers. Wanderziele – In 45 min gelangt man zu Fuß über einen Küstenpfad auf den Aussichtshügel Monte Facho (189 m) mit Panoramablick auf Cíes- und Ons-Inseln. Wer flache Wege bevorzugt, spaziert 1,5 km Richtung Norden zur Ruine der Walfangfabrik von Punta Balea, wo sich oft Delfine in der Strömung tummeln.
Ensenada de Limens: Entspannte Oase der Rías Baixas
Die Ensenada de Limens ist der archetypische “lazy anchorage” der Rías Baixas: bombensicherer Sandgrund, kurze Dinghy-Distanz zu Tapas und doch ein Hauch Robinson-Feeling. Ich empfehle den Platz Langfahrt-Crews als entspannte Verschnaufpause zwischen Baiona und Combarro – Ersatzteile sind in Cangas schnell besorgt. Familien wegen des sanft abfallenden Strands und der Chiringuitos direkt im Sand. Naturfreaks für Schnorchel-Sessions, Delfin-Spotting und den kleinen Wind-Kick des tiro de Liméns. Wer hingegen Dauerstrom, Pump-Out oder Regattatrubel braucht, ist in den Häfen von Vigo oder Sanxenxo besser aufgehoben. Ich persönlich habe den Ankerplatz nach zwei Nächten mit einem breiten Grinsen verlassen – und mit dem Gefühl, einen jener raren Spots gefunden zu haben, an dem Atlantikwildnis und galicische Lebensfreude in perfekter Balance liegen. Wiederkommen? Ganz sicher!
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