Sichere Ansteuerung zur Marina Santa Maria
Die Marina liegt an der Südwestküste Santa Marias (36 ° 56,3′ N / 25 ° 08,9′ W). Die Ansteuerung ist bei Tag und Nacht sicher, wenn auch nicht langweilig: Landmarken – Von Westen kommend peilt man zunächst den 97 m hohen Farol de Gonçalo Velho auf Ponta do Castelo. Etwa eine Meile östlich öffnet sich der künstliche Vorhafen; tagsüber leitet das gleißend weiße Forte de São Brás, nachts das Einlauflicht (Oc G 6 s). Kurs – Zwischen den Molenköpfen beträgt die Breite rund 100 m, Tiefe 8 – 10 m. Danach hält man sich sofort links: rechtwinklig hinter die Außenmole, dann geradeaus in das Innenbecken. Wind & Strom – Vor allem im Frühjahr jagt der Nordost-Passat Fallböen über die Steilwand unterhalb von Vila do Porto. Bei starker Dünung steht ein erheblicher Sog in die Einfahrt; wer gegenan fährt, besser mit 2-3 kn Reserve rechnen. Tidenhub liegt unter 1 m; relevante Strömung nur bei sehr südlichem Schwell. Tiefgang – An den äußeren Besucherfingerstegen konstante 4,5 – 6 m; an der Mooringmauer bis 8 m.
Schwellfreies Ankern trotz Atlantikdünung
Innerhalb der Marina ist Ankern nicht gestattet. Wer dennoch lieber frei liegt, geht in die offene Bucht unmittelbar östlich der Mole – 6 – 8 m über dicken Lavasand. Der Grund hält sehr gut, allerdings wird die Reede bei Süd- oder Südwestlage ungemütlich; dann rollt Atlantikdünung ungedämpft um das Kap hinein. Im Hafen selbst liegt man nahezu schwellfrei. Ein kräftiger Nordost wirft nur leichten Chop, weil die felsige Steilküste den fetch bricht. Sorgleinen an den Dalben nehmen die Windstöße gut auf.
Komplett ausgestatteter Hafen auf Santa Maria
Steginfrastruktur – Jeder Platz hat 16-A-Strom und Trinkwasser; im Hafenbüro (24 h besetzt, englischsprachig) erhält man Magnetkarte für Duschen, Waschmaschinen und Zugangstor. Eine Self-Service-Tankstelle (Diesel/Gasoil) befindet sich am Kopf der Südmole – Kartenzahlung rund um die Uhr. Versorgung – Zwei gut sortierte Supermärkte (Meu Super & Spar) liegen 15 Gehminuten bergauf im historischen Ortskern; frisches Brot ab 06:30 Uhr in der Padaria João Luis. Gasflaschen (Camping-Gaz und portugiesische 11-kg-Bombola) tauscht der Baumarkt „Casa Agrícola“ am Ortsausgang. Ein kleiner Segelmacher arbeitet im ehemaligen Fischerdepot an der Nordpier; Motor- und Elektrikservice leistet die Werft Paúl-Neves mit 60-t-Travellift. Mülltrenntonnen und Ölannahme stehen am Werfthof. WLAN ist marinaweit solide, 5G-Empfang ebenso. Formalitäten – Santa Maria ist offizieller EU-Außenposten. Einchecken erledigt man bequem im Hafenbüro: Pass, Schiffspapiere und Crewliste genügen; Zoll oder Immigration kommen nur in Stichproben an Bord.
Santa Maria: Naturparadies und Tauchparadies
Nach Monaten Blauwasser wirkt Santa Maria fast wie Madeira in Miniaturformat: Im sonnigen Süden dominieren Kakteen, Oleander und Weinreben; im regenreicheren Norden überrascht dichter Lorbeerwald. Direkt oberhalb des Hafens startet ein 2-km-Treppenweg zum Dorfkern: weiß getünchte Fassaden, barocke Igreja da Nossa Senhora, Kopfsteinpflaster voller Bougainvillea. Strände & Tauchen – In 20 Minuten Fußmarsch erreicht man die Praia Formosa, einen bilderbuchartigen, hellen Sandbogen (auf den Azoren eine Seltenheit). Vor der Nordmole beginnt ein Tauchrevier mit Lava-Arches; Sichtweiten von 20–30 m sind normal. Mantarochen werden hier von Mai bis Oktober regelmäßig gemeldet, und im Winter kreuzen Blauhaie zwischen den pinnacle-Vulkanen „Ambrosio“ und „Formigas“. Wandern – Der 12-km-Rundweg PR01 SMA Pico Alto führt durch endemischen Erdbeerbaum-Lorbeerwald zum 587 m hohen Inselgipfel. Auf halber Strecke passiert man den verlassenen Flugplatz Santa Bárbara, Relikt der US-Funknavigation. Aussicht: alle neun Azoreninseln an klaren Tagen. Vulkangeschichte – Wer Geologie mag, besucht die Felsklippen von Barreiro da Faneca („rote Wüste der Azoren“) – braunrote Lateritkruste, die im Sonnenuntergang wie Marslandschaft glüht. Ein Taxi vom Hafen (15 €) oder Mietwagen ab 35 €/Tag.
Vila do Porto: Idealer Stopp für Atlantiksegler
Vila do Porto ist der klassische Landfall gen Westen und Sprungbrett zurück nach Europa: sicher, freundlich, formalitätenarm und preiswerter als Ponta Delgada. Pluspunkte Tiefer, gut geschützter Hafen – auch bei Frontdurchgang nutzbar. 24-h-Tankstelle & Werft mit großem Lift – perfekt für Atlantik-Technikstopps. Schnelle Wege zu Strand, Wanderwegen und Dorf – Lebensgefühl statt Betonmarina. Minuspunkte Fallböen bei beständigem Nordost; Landleinen sollten gut gesichert sein. Wenige Liegeplätze für >20 m; Großyachten müssen ggf. längs an die Nordpier. Steiler Fußweg zum Ortskern – nichts für Knie-Wehgeplagte ohne Taxi. Für wen geeignet? Langfahrt-Crews, die Diesel, Ersatzteile und EU-Klarierung suchen; Urlaubssegler zwischen Kanaren und Festland; Natur-Fans dank Manta-Spots und Lorbeerwald. Familien schätzen den sicheren Sandstrand, Singlehander die hilfreichen Marinheiros. Ich verließ Santa Maria mit frisch befüllten Dieseltanks, drei Kilo Vinho Verdelho und dem Gefühl, dass die Azoren hier ihre freundlichste Visitenkarte abgegeben haben. Logbuch-Kürzel: „SMA – Wiederkommen Pflicht!“
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