Navigationshinweise für São Miguels Stadtmarina
Die Stadtmarina liegt an der Südküste São Miguels bei 37 ° 44′ N / 25 ° 40′ W. Annäherung von Süden über den offenen Atlantik: Hauptpeilung ist der grün-weiße Santa-Clara-Leuchtturm (Fl G 6 s, 10 sm); er steht auf dem Westkopf der gewaltigen Außenmole. Die Mole ragt 50–100 m weiter hinaus, deshalb großzügigen Abstand halten. Der 150 m breite Hafeneingang ist nachts befeuert (Stb Q.G., Bb Q.R. 3 sm). Tiefe in der Zufahrt > 11 m; im Innenhafen fällt sie auf 6 m ab. Gastyachten melden sich vor Einfahrt auf VHF 09 oder – 16, Geschwindigkeit maximal 3 kn. Bei Süd- bis Ostwind kann ein kurzer Gegenstrom entstehen; bei Starkwind aus West queren Fallböen über die Werftdächer – lange Springs bereitlegen.
Schwellige Marina: Tipps für ruhiges Ankern
Im Handelshafen ist Ankern untersagt; die Marina bietet nach der Erweiterung zwei Bereiche – Ost- und West-Becken – mit zusammen rund 640 Liegeplätzen bis 4 m Tiefgang . Die Boxen sind breit, die Finger lang; dennoch liegt man nicht immer ruhig: Bei östlichen oder südlichen Winden läuft Dünung um die Mole herum, und der Schwell von Fischerbooten erreicht besonders die Außenstege H & I. Wer Ruhe sucht, fragt nach Plätzen F – G im östlichen Teil der West-Marina. Das Außenbecken vor der Mole bietet zwar 4 m Sand-/Lavasohle mit exzellentem Halt, doch starker Gezeitenstrom (bis 2 kn) verlangt 50 m + Kette und Rundum-Schwojen – eher etwas für kurze Wartezeiten auf ein Boxenfenster.
Komfortable Marina auf den Azoren
Jeder Platz hat Wasser, 16-A-Strom und gratis WLAN; Duschen und Waschmaschinen liegen am Kopf der West-Marina, sind im Liegegeld enthalten. Im Ost-Becken befindet sich der Reception-Kopf mit Tankstelle (24 h Diesel / Benzin) sowie die Büros für Marina, Immigration (SEF) und GNR – Ein- und Ausklarieren geht meist innerhalb von 30 min. Travel-Lift 25 t, zwei Kräne und mehrere Werkstätten decken Segel-, Motor- und Elektronikreparaturen ab . Direkt gegenüber der Pier liegt das „SolMar“-Einkaufszentrum; in weniger als 10 min erreicht man den Mercado da Graça, Supermärkte, Apotheken und Chandlery-Shops. Müll wird getrennt, Pump-out an Steg A ist kostenlos. Die Liegegebühr liegt 2025 bei ca. 14 €/Tag für 11 m Yacht – ein fairer Preis für Azoren-Verhältnisse. Abends tobt entlang der Uferpromenade das Leben: Bars, Restaurants, Whale-Watching-Boote und gelegentlich Kreuzfahrtgäste sorgen für maritimes Großstadtflair.
Abenteuer und Naturparadies São Miguel
Schon vom Cockpit aus sieht man regelmäßig Pott- und Gemeine Delfine in der Hafenbucht; Ausflugsboote starten direkt vor der Marina. Hinter der Stadt beginnt das satte Grün São Miguels: Kraterseen wie Sete Cidades oder der dampfende Kessel von Furnas, Tee- und Ananasplantagen, schwarze Lavastrände und spektakuläre Klippen. Der öffentliche Busbahnhof (5 min zu Fuß) und günstige Mietwagen machen Tagestrips einfach. Taucher finden vor der „Ilhéu de Vila Franca“ Grotten und Mantarochen, Wanderer genießen 600 km markierte Pfade – vom Nebelwald am Lagoa do Fogo bis zum Küstensteig bei Nordeste. Im Stadtbild mischen sich barocke Kirchen, Basaltpflaster und Street-Art; wer nach dem Anlegerbier noch Energie hat, probiert im Mercado die süß-würzige Ananas-Limo “Kima” oder genießt fangfrische Lapas (Napfschnecken) in einer der Hafenkneipen.
Ponta Delgada: Atlantischer Hafen-Traum
Ponta Delgada ist der perfekte Drehscheiben-Hafen im Nordatlantik: sichere Mole, Tiefwasser-Marina, hervorragende Versorgungs- und Fluganbindung nach Europa und Amerika. Gleichzeitig locken Vulkanlandschaften, heiße Quellen und erstklassige Walbeobachtung direkt vor der Luke – ein Mix, den kaum ein anderer Atlantik-Zwischenstopp bietet. Crews, die Technik-Service, Crewwechsel oder Wetterfenster für den nächsten Ozeanschlag brauchen, sind hier goldrichtig. Trotzdem sollte man Schwelltoleranz mitbringen und Nachtruhe nur bedingt erwarten: Fischer legen rund um die Uhr ab, und bei Südost wackelt das Boot gern mal frühmorgens. Für Langkieler > 4 m Tiefgang oder Skipper, die Abgeschiedenheit suchen, sind die kleineren Azorenhäfen vielleicht entspannter. Mein persönlicher Höhepunkt: ein nächtlicher Blick vom Leuchtturm Santa Clara über das funkelnde Lichtermeer der Marina – hinter uns die sattgrüne Insel, vor uns 1 800 Seemeilen Blauwasser-Perspektive Richtung Europa. Ponta Delgada – Knotenpunkt, Krafttankstelle und Sehnsuchtsort in einem.
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