Ansteuerung von Portonovo: Sichere Navigationstipps
Portonovo liegt an der Nordküste der Ría de Pontevedra, gut eine Seemeile nordöstlich von Punta Cabicastro. Von Westen führt ein freies Fahrwasser (keine Muschelfloße) auf Kurs 080° ins Innere der Ría. Wer von Süden kommt, lässt die rot-weiße Leuchtbake Bajo Borneira großzügig an Steuerbord und peilt danach den auffälligen Hotelblock über der Playa de Baltar an. Koordinaten Gäste-Steg: 42 ° 23,74′ N / 08 ° 49,25′ W. Hafeneinruf: VHF 09 oder 16, Antwort meist auf Englisch oder Gallego. Tiefgang: In der Einfahrt >6 m; an den Außenstegen des Club Náutico ca. 3 m bei LAT. Nachts genügen der sektorierte Borneira-Blitz und die Straßenbeleuchtung der Uferstraße als Leuchtfeuer; bei Nebel laufen die Fischkutter aber ohne AIS – also besser ein zweiter Ausguck.
Sichere Ankerplätze bei Nordwinden
Wer vor Anker bleiben möchte, findet südlich des Hafenwalls ein Feld auf 4–6 m über kompaktem Sand. Unser 20-kg-Rocna grub sich schon bei halber Kettenlänge fest; viele Navily-Berichte loben das „Kletten-Feeling“ des Bodens. Gegen vorherrschende Nord- und Nordwestwinde liegt man weich, der lange Strand stoppt den letzten Schwell. Bei südlichen Quadranten wird’s ruppig: dann verholen die meisten Crews in die Marina oder eine Seemeile weiter nach Combarro. Der mittlere Springhub liegt knapp unter 3 m; mit 5:1 Kette und einem Tide-Snubber schliefen wir ruhig selbst bei nächtlichem Winddreher.
Komfortabler Yachthafen mit Top-Service
Das Dinghy zieht man bei ruhiger See einfach an den Rand der Badezone; eine Notspur lässt die Wellenbrecher offen. Komfortabler – und gratis – ist die Sliprampe des Club Náutico gleich hinter dem Wellenbrecher. Dort stehen Frischwasserzapfsäulen, Strom und ein Schlauch zum Abspülen des Bootes bereit. Im Clubgebäude: saubere Duschen, Waschmaschinen, WLAN und ein kleiner, aber gut sortierter Ausrüster. Diesel und Benzin gibt es rund um die Uhr an der Automattankstelle in der Nachbarmarina Sanxenxo (0,8 sm). Tauschflaschen für Camping-Gaz besorgt man bei Ferretería Padriñán, 600 m landeinwärts. Zum Proviantieren reicht ein Spaziergang: Binnen zehn Gehminuten erreicht man einen modernen Gadis-Supermarkt, eine Froiz-Filiale, mehrere Bäckereien und die typische galicische Plaza de Abastos mit fangfrischem Fisch. Mülltrennung läuft – wie überall in Galicien – über farbige Container an der Hafenauffahrt; Altöl nimmt die 100-t-Werft des Clubs nach Absprache entgegen.
Portonovo: Strandidylle und Taucherparadies
Portonovo trägt den Spitznamen „die Badewanne der Ría“ – und das zurecht. Gleich drei Strände umrahmen den Hafen: Playa de Baltar direkt im Süden (feiner, weißer Sand, ruhiges Wasser) , Praia de Caneliñas mittig (kleine Felsbuchten zum Schnorcheln) und Praia de Canelas weiter westlich hinter Pinienhainen. Zwischen den Buchten taucht man in Seegraswiesen mit Seepferdchen; am Kap Cabicastro ragen Granitblöcke bis 8 m Wassertiefe ab – ideal für Hobbytaucher. An Land lohnt der 30-minütige Spaziergang auf die Aussichtskanzel von Punta Cabicastro: Von dort sieht man die gesamte Ría, die Illa de Ons am Horizont und die Muschelfloß-Parks wie Schachbrettmuster auf dem Wasser. Wer länger bleibt, fährt per Linienbus nach Pontevedra (30 min) oder wandert den Küstenpfad bis Combarro mit seinen fotogenen Granit-hórreos. Für Familien gibt es an der Promenade Spielplätze, SUP-Verleih und im Sommer sogar eine kleine Wasserhüpfburg vor dem Strand.
Portonovo: Idealer Zwischenstopp für Segler
Portonovo ist kein verschlafenes Fischerdorf mehr, aber genau diese Mischung aus lebendigem Badeort und kompakter Marina macht den Reiz aus. Nach stürmischen Tagen draußen vor Cabo Silleiro fand ich hier: sicheren Hafen mit tadelloser Infrastruktur, ankertaugliche Alternative für Crewmitglieder, die das Hafengeld sparen wollen, kurze Wege zu allem, was auf einem Langfahrtschiff früher oder später kaputtgeht oder leer wird. Für Tiefgänge bis 3 m eignet sich der äußere Gaststeiger hervorragend; wer mehr Tiefgang hat oder mit starkem Südwind rechnet, sollte einen Liegeplatz in Sanxenxo anfragen. Ich lege Portonovo jeder Fahrtencrew ans Herz, die zwischen Baiona und A Coruña einen flexiblen Stopp sucht – mit echtem Urlaubsflair, verlässlichem Haltegrund und einem Pulpo-Teller, der fast so groß ist wie der Anker. Beim Ablegen stand in meinem Logbuch deshalb ein dickes „Wiederkehrfaktor: Hoch“.
Community's Meinung