Problemlose Ansteuerung trotz Atlantikdünung
Die Hafeneinfahrt (38 °40,0′ N / 28 °12,0′ W) liegt am Westende einer sichelförmigen Bucht zwischen Ponta da Queimada und Morro Grande. Von Westen nimmt man das 342-Grad-Richtfeuer in Deckung, bis das grüne Molenlicht querab kommt; aus Osten folgt man dem befeuerten Küstenfahrwasser unterhalb der Flugplatz-Klippe. Die Rinne ist auf 4 – 5 m ausgebaggert und gut betonnt; erst im Vorhafen fällt das Lot auf 3,5 m. Nachtansteuerung gilt als problemlos, weil alle Leitfeuer und Molenköpfe befeuert sind – bei starker Regenfront oder Dunst allerdings empfiehlt sich Radar, denn Fischerbojen ohne Toplicht treiben bis dicht vor den Haupteingang. Besonderheiten: Durch den engen Südwest-Einschnitt erreicht Atlantikdünung das äußere Becken bei Starkwetter noch spürbar. Dreht der Wind auf Südwest > 25 kn, lohnt das Umsetzen an die inneren Stege. Nach dem seismischen Schwarm im Frühjahr 2023 überwacht der Zivilschutz das Gebiet – aktuelle Hinweise liegen täglich im Hafenbüro aus.
Sichere Marina auf Lavaboden
Die 2004 eröffnete Marina bietet rund 80 Boxen für Yachten bis 25 m und 3,5 m Tiefgang; Fingerstege liegen an schwimmenden Betonpontons, Strom (16 A, auf Wunsch 32 A) und Wasser an jedem Platz. Der Untergrund besteht aus Lavagestein, die Steganlagen sind mit gummigepufferten Dalben fixiert – selbst wenn im Winter eine Westwelle durch den Außenhafen läuft, schaukelt es innen nur sanft. Freies Ankern ist theoretisch möglich südlich der Hafeneinfahrt in 10 – 30 m Tiefe; die Hafenbehörde erhebt für längeres Liegen jedoch eine Meldegebühr, und bei Westschwell wird das Reedefeld unangenehm.
Umfassender Service im Atlantikhafen
Service am Steg Diesel / Benzin an Schwimmponton (Anmeldung VHF 09, Schlauch kommt binnen Minuten). 50-t-Travelift, Mastkran, Motor- und Elektrik-Werkstatt. Sanitärgebäude mit Duschen (1,50 € pro Marke), zwei Waschmaschinen und Trockner (je 5 €). Kostenloses WLAN; Bandbreite schwankt mit Kreuzfahrer-Anleger. Einkaufen & Entsorgen In fünf Gehminuten erreicht man Minimercados, Bäcker und einen Obstladen; der größere „Eurovelas“-Supermercado (10 Min.) deckt Basics ab, wirkt aber eher wie ein Discounter und führt wenig Inselprodukte. Müll wird am Hafenparkplatz getrennt, Altöl übernimmt die Werft. Besonderer Komfort Der Hafenmeister José organisiert Mietwagen bis ans Schiff, liefert Gasflaschen und sammelt geduldig Duschmarken nach Vertrauensprinzip ein – eine Servicequalität, die man mitten im Atlantik nicht überall findet.
Naturerlebnisse und Tauchabenteuer auf São Jorge
Direkt über den Stegen brütet eine Kolonie Gelbschnabel-Sturmtaucher. Abends flattern die Vögel im Schichtbetrieb an die Felswand und kreischen ihr Comic-haftes „Aua-aua-aua-äh“ – ein einmaliges Konzert, wenngleich es morgens ein paar weiße Sprenkel an Deck hinterlässt. Baden & Tauchen Zwei Naturschwimmbecken – Poça dos Frades (5 Min.) und Preguiça (15 Min.) – laden zum Atlantikbad mit Frischwasserdusche ein. Tauchschulen holen Gäste am Ponton ab und fahren zum Lavabogen von „Baixa do Urzelina“: Barrakudas, Mobulas und ein uraltes Dampferwrack warten in 18 – 25 m Tiefe. Inselhopping & Landabenteuer Velas liegt im „Dreieck“: 17 sm zur Marina Lajes do Pico, 22 sm nach Horta/Faial – Tagesschläge mit Walgarantie. An Land führt ein Klippenpfad über den Jardim Botânico zum Aussichtspunkt oberhalb der Stadt; wer höher hinaus will, fährt per Mietwagen auf die 1 000-m-Hochebene und genießt den Blick über Fajãs und Vulkankegel. Käsefabriken in Beira und Finisterra zeigen, wie der berühmte Queijo São Jorge entsteht – ein Muss für Bordproviant.
Velas: Entspannung im Azoren-Dreieck
Die Marina Velas ist der ideale Mittelpunkt des Azoren-Dreiecks: geschützter Boxenplatz, solide Technik, kurze Wege zu Vulkanpfaden, Naturpools und Käsemanufaktur – das Ganze in einem Ort, der entspannt, authentisch und noch wenig touristisch ist. Für wen geeignet? Langfahrtcrews auf Atlantikost- oder westwärts, die ein ruhiges Reparaturfenster, Diesel und Wäsche brauchen. Familien: kindersichere Stege, Schwimmbecken gleich nebenan, Stadt in Augennähe. Island-Hopper: Tagesdistanz zu Pico, Faial, Graciosa – mehr Abwechslung auf engem Raum bietet kaum ein Revier. Weniger ideal ist Velas für Superyachten über 25 m oder bei angesagtem Südweststurm – dann rollt Schwell bis an die Stege. Und wer Jet-Set-Nachtleben sucht, wird mit zwei Bars und zwitschernden Sturmtaubern vorlieb nehmen müssen. Ich selbst kam, um zwei Tage auszuruhen, und blieb drei Wochen: tagsüber Inseltouren, abends spontane Anlegerpartys auf der Mole, nachts das Micky-Maus-Konzert der Sturmtaucher. Das Wasser glasklar wie in einem Bergsee, doch salzig und von Tiden gekräuselt – ein Ort, der zeigt, warum die Azoren für Blauwassersegler:innen mehr sind als nur eine Tank– und Wetterwarte: Sie sind ein echtes Stück Atlantik-Heimat.
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