Navigationskunst nach Terschelling: Gezeitenabhängige Anfahrt
Terschelling erreicht man tideabhängig über den Vliestroom. Ab der Seetonne “V2” führt das tonnengesicherte Fahrwasser in großen Bögen um Hochsand Engelschhoek herum. Kartentiefe, offizielle 3 m, ist nur Momentaufnahme: Pricken werden nach jedem Sturm versetzt und die Waddenhavens veröffentlichen mehrmals im Jahr aktualisierte Tiefentabellen . Peilung & Landmarken – Ab Priklinie „SG-A“ Kurs 074 ° auf den Brandaris; bei Dunkelheit helfen Richtfeuer 074 ° in weißem Sektor. Tiefgang – Fahrwasser bis 3 m LAT; im Schleusenvorhafen 2,5 m, an den Außenstegen 3,5 m. Strömung – 2 kn in Springtide; Anlegen am Kopfsteg lohnt sich bei auflaufendem Wasser gegen den Strom. Funk – Marina hört auf VHF 31; Voranmeldung gibt Liegeplatz, Reservieren geht nicht. Bei Starkwind aus W-SW läuft eine kurze Grundsee in die Bucht; die lange Steinschüttung bricht 70 % des Schwell, doch längsseits-Festmacher benötigen deutliche Springleinen . Nachtansteuerung ist dank Leuchtfeuer möglich, allerdings blenden die Pierlampen der Fähre – Radar oder Plotter sind hilfreich.
Schwellfreie Marina mit guter Tiefe
Ankern in der Dellewal ist untersagt; das Watt fällt trocken und Ausbaggerungen halten die Fährlinie frei. In der Marina selbst liegt man schwellfrei, außer wenn West 6 Bft gegen Springhochwasser steht – dann drückt kurzer Kabbelschwell herein. Boxen sind an Dalben, brettbreite Fingerstege erleichtern das Mitbringen von Fahrrädern; Kielyachten bis 2,20 m finden am äußeren Ponton ausreichend Tiefe. Untergrund: fester Klei, Dalben tief gerammt.
Moderne Marina mit Rundum-Service
Nach der Landung meldet man sich am Hafenbüro oder bezahlt direkt über den QR-Code von i-Marina – praktisch an jeder Stegbrücke angebracht . Tarife 2025 – 0,93 € pro m² Schiffslänge × Breite, inkl. Strom, Wasser, Duschen und WLAN; Wintertarif 0,50 € . Sanitär – Großzügig, beheizt, saubere Duschen gratis; Waschmaschinen & Trockner per Münze. Treibstoff – Diesel und Benzin an der Fährpier, 07–20 Uhr, Kartenzahlung. Entsorgung – Mülltrennung am Hafenkopf, Altöl-Tanks & Bilgenpumpe kostenlos, Fäkalpumpe via Schwimmponton. Einkauf – Zwei Supermärkte (Spar & Jumbo) in 600 m Entfernung, Bäcker “Meijsing” ab 7 Uhr; Fischhalle täglich Hering & Garnelen. Werkstatt – 40-t-Kran, kleiner Yachtservice (Segel- & Motorreparaturen) am Nordende; Ersatzteile bei Drieteen gegenüber. Mobilität – Die berühmte Küstentram hält vor dem Hafen; Fahrradverleih in 200 m.
Terschelling: Naturparadies für Outdoor-Abenteuer
Terschelling ist eine 30 km lange Mischung aus Dünen, Poldern und Wattflachen. Gleich hinter dem Hafen beginnt das Naturgebiet Dellewal – ein Priel mit Seegraswiesen, wo sich Seehunde bei Niedrigwasser ausruhen. Strände – 15 Radminuten über den Deich zum Nordseestrand (5 km Breitbandstrand, Strandsegeln erlaubt). Boschplaat – Östliche, unbesiedelte Hälfte der Insel, Wildnisreservat mit Lachmöwenkolonie, Kranichrast und in klaren Nächten spektakulärem Dark-Sky-Erlebnis. Cranberry-Routen – Seit 1840 wachsen hier die einzigen wilden Cranberries Europas; im Herbst geführte Wanderungen. Unterwasserwelt – Sicht selten >1 m, doch Strömungskante vor der Hafeneinfahrt lockt Meeräschen-Schwärme; Brandungsangler fangen im Winter Dorsch.
Ganzjahreshafen zwischen Watt und Wald
Stärken Solide Infrastruktur in Naturkulisse – Wald, Watt und breitester Strand Hollands fußläufig, trotzdem warm duschen und Diesel bunkern. Tide-Flexibilität – Kein Schleusenzwang, aber gut betonntes Fahrwasser; wer Stromfenster beachtet, fährt stressfrei. Ganzjahreshafen – Auch im Winter geöffnet, Wintertarif attraktiv für Langfahrer. Schwächen Weststurm bringt Schwell ins Hafenbecken; Fenderbretter ratsam. Preisstruktur m²-basiert – Katamarane und Dickschiffe zahlen kräftig. Hochsaison (Skûtsjesilen, Oerol-Festival): Marina bereits mittags „voll“, dann Päckchen an der Außenmole. Geeignet für Nordsee-Hopper, die vor oder nach einem Wattschlag eine sichere Box suchen. Familien – Spielplatz am Steg, Strandzugang ohne Straßenverkehr. Naturfans – Boschplaat, Seehundbänke und Cranberry-Wanderungen direkt vor dem Cockpit. Ich starte jedes Mal mit vollen Vorratsschränken, salzigem Wind in den Haaren und einem Kopf voller Watt-Bilder. Logbuch-Eintrag: „Terschelling – Hafen mit Rückenwind aus der Natur und Kaimauern voller Geschichten.“
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