Schwierige Einfahrt: Baabe bei Nacht
Fahrwasser Baabe erreicht man ausschließlich vom Selliner See aus. Ab Tonne “S2” (rote Spier, 54 ° 20,80′ N / 13 ° 40,26′ E) folgt man der unbefeuerten, aber gut gepflegten Prickenreihe nach Süden. Tiefgang: 2,0 m in der Mitte, außen fällt es rasch auf < 1 m ab – also unbedingt in der „Kaffeefahrt“ bleiben. Bei Nord- oder Ostwind drückt Wasser heraus; wir sahen im Cockpit-Echolot nur noch 1,7 m. Letzter Knick Nach gut 0,3 sm macht die Rinne einen 90-Grad-Knick nach Backbord. Steuerbord taucht sofort die kleine Holzpier auf – Platz zum Drehen ist begrenzt, lange Yachten fahren rückwärts ein. Nachts kein Licht; Ansteuerung daher nur geübten Crews mit Plotter empfohlen.
Geschütztes Hafenidyll im Selliner See
Das Hafenbecken misst kaum 70 × 30 m, ist rundum durch Schilf und Pfahlwände abgeschirmt und wirkt eher wie eine Lagune. Tiefen an den Dalben: 1,8 – 2,2 m, Uferkante 1,5 m. Schwell existiert nicht; selbst Oststürme kommen wegen der schmalen Einfahrt nicht durch. Der Untergrund besteht aus zähem Schlick – wer per Heckanker festmacht, hat satte Haltewerte. Ankern außerhalb ist im Schutzgebiet Selliner See nicht gestattet.
Komfortabler Hafen mit Grundversorgung
Liegegeld & Service – 18 € für 10-12 m Yacht (2025), inklusive Strom (16 A), Wasser, WLAN. Das kleine Sanitärhaus bietet zwei Duschen und WC, sauber, aber einfach. Diesel/Gas – keine Tankstelle. Der Hafenmeister organisiert Diesel per Kanister (20-l-Gebinde, Aufpreis 8 €). Camping-Gaz tauscht der „Campingplatz Baabe“ 800 m歩 landeinwärts. Proviant – Ein gut sortierter Edeka-Markt liegt 400 m entlang des Deichwegs; Bäcker öffnet 06:30 Uhr. Fisch direkt vom Kutter gibt es täglich ab 15 Uhr, solange der Fang reicht. Entsorgung – Wertstoffinsel hinter dem Räucherofen, Altöl nach Anmeldung; Fäkalpump-Out nicht vorhanden (nächste Station Lauterbach).
Naturidyll Baabe: Strand, Paddeln, Wandern
Baabe liegt im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Gleich hinter dem Hafen beginnt ein 1-km-Holzsteg über die Schilfröhrichtzone zum Ostseestrand Baabe: feiner White-Sand, flach abfallend, bewacht in der Saison. Paddeln & SUP Das Revier ist ein Paradies für stille Wassersportler. Mit dem Dinghy oder Leih-Kajak fährt man zwischen Schilfinseln hindurch ins Neuensiener See: Kormorane trocknen die Flügel, Rohrweihen ziehen Kreise und im Frühherbst schnattern Graugänse überm Reet. Motorboote > 5 PS sind hier tabu – herrliche Ruhe. Wandern & Rad Ein 8-km-Radweg führt über Moränenkämme nach Göhren (Rasender Roland-Station) und weiter Richtung Thiessow. Tipp: der Aussichtshügel „Nordperd“ – Blick bis Greifswalder Oie. Unterwasserwelt Sichtweiten selten > 1 m, doch Krautwiesen wimmeln von Hecht- und Zanderbrut; Angler brauchen Fischereischein plus Boddenkarte (Tageslizenz 8 € am Hafenbüro).
Baabe: Ruhiger Bodden-Hafen mit Charme
Baabe ist keine Drehscheibe für Charter-Flotten, sondern ein klassischer Bodden-Hafen für Crews, die Ruhe, Natur und kurze Wege schätzen. Pluspunkte Spiegelglattes Liegen – selbst bei Starkwind. Ostseestrand und Biosphärenpfad in Reichweite. Freundlicher Hafenmeister („Wenn der Aal alle ist, räucher’ ich morgen neuen“). Minuspunkte Tiefgangslimit ca. 1,8 m – Kielkreuzer > 12 m riskieren Grundkontakt. Keine Tankstelle, kein Pump-Out – Technik-Stop besser in Lauterbach planen. Nachtansteuerung heikel wegen unbeleuchteter Pricken. Geeignet für Familien mit Kindern (flacher Strand, Spielplatz am Deich), Vogel- & Paddelfreunde, Ostsee-Fahrtencrews, die nach Hiddensee oder Dänemark auslaufen und eine boddenruhige Nacht suchen. Ich verlasse Baabe stets mit dem gleichen Ritual: Aalbrötchen in der Hand, Strandsand unter den Füßen und dem Gefühl, dass hier das Wesentliche am Wasserleben noch zutiefst intakt ist. Logbuch: „Baabe – klein, friedlich, wiederkommen!“
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