Warderick Wells: Anspruchsvolle Ansteuerung mit sicheren Moorings
Warderick Wells liegt auf 24° 23,8′ N / 76° 38,1′ W, etwa 15 Seemeilen nördlich von Staniel Cay. Die Ansteuerung erfolgt von Süden über den gut markierten Conch Cut oder von Norden über die flache Hawksbill Cut; beide verlangen Blendlicht, klare Sicht und am besten Hochwasser ± 2 h. Tiefgangstoleranz: 2,4 m, darunter Must-Tide. Ein markanter „Whale Tail“-Felsen an der Südspitze und der weiße Flaggenmast des Park-Headquarters sind perfekte Tageslandmarken. Nach Funkkontakt verteilt die Rangerstation eine Mooringnummer (Reservierung via E-Mail oder Iridium empfohlen). Im North Field dreht der Tidenstrom bis 3 kn – daher Mooring von Luv anfahren, Leine früh vorbereiten und einen Bootshaken parat halten. Nachtansteuerung ist nicht ratsam: Riffkronen lugen teils nur 30 cm unter der Oberfläche.
Sichere Moorings im geschützten Naturparadies
Ankern ist im gesamten Park verboten – Naturschutz genießt Vorrang. Stattdessen liegen 34 Festbojen im North Field, zehn im Emerald Rock Field (Südwestseite) und sechs im südlichen Hog Cay Field. Die Moorings werden jährlich gewartet und tragen offiziell bis 20 t (65 ft LOA); das Auge besteht aus Vierkantstahl und Kette auf Betonpilz – hervorragend sicher, selbst bei Nordwest-Fronten. Die Bucht ist nach Ost und Südost offen; bei Frontdurchgang rollt leichter Schwell hinein, doch die Sandbank „Ranger Reef“ bricht den gröbsten Atlantikdünung.
Abgelegene Naturstation mit minimaler Infrastruktur
Das Park-Headquarter liegt mitten im North Field auf einer Sandzunge. Dort gibt es Dinghy-Dock, Info-Center und zwei Picknickbänke unter Seetrauben. Süßwasser steht nur zum Nachfüllen kleiner Flaschen (gefiltertes Regenwasser, bitte sparsam). Diesel, Proviant, Müllentsorgung und Gas? Fehlanzeige – dafür muss man nach Staniel Cay (15 sm) oder Highborne Cay (18 sm). Eine Notfall-Eisbox verkauft Eiswürfel und Souvenir-T-Shirts, Erlös fließt in den Park. Handyempfang (BTC) reicht fürs Abrufen des Wetterfensters; WLAN gibt es nicht.
Naturparadies mit Riffen und Inselpfaden
Flora & Fauna Warderick ist botanisch ein Mini-Labor: Auf Kalksand wachsen Silberpalmen, Tie-Button Mangroven und duftender Strandbohnen-Teppich. Die winzigen Bahamian Hutias – eine Art Meerschwein des Archipels – zeigen sich bei Dämmerung zwischen den Kokern-Büschen. Am Himmel kreisen Fischadler und Magnificent Frigatebirds, im flachen Seegras grasen Adlerrochen; im Winter patrouillieren Ammenhaie direkt unter der Mooringleine. Schnorcheln & Tauchen Direkt achtern der Yacht beginnt ein Unterwasserpark: Korallenfinger, riesige Purpurfächer, Schwärme von Doctorfish und Creole Wrasse. Beliebt sind der „Ranger Reef Trail“ (Korallenlabyrinth bis 6 m Tiefe) und der Malabar Cay Drift: Bei ablaufender Tide lässt man sich 500 m durch einen fischreichen Canyon treiben. Tauchflaschen sind erlaubt, Speerfischen strikt verboten. Landtrails Ein Fächer aus markierten Wegen führt auf die 37 m hohe Klippe Boo Boo Hill – hier platzieren Crews bemalte Holzbretter als Votivgaben; das Stapelkunstwerk knarzt im Passat und schenkt Panorama von der Exuma Bank bis zum tiefblauen Atlantik. Ein Abzweiger führt zur „Blow Hole“ – bei Nordostschwung pfeift dort Meeresluft wie eine Dampfpfeife aus dem Fels. Im Süden lockt der einsame Pirate’s Lair Beach mit PuderzuckerSand und hammocksichen Takelbäumen.
Naturparadies für Blauwassersegler in Exumas
Pro Karibik-Feeling ohne Palmenkitsch – türkisfarbener Strom, blendender Sand, völlige Stille nachts. Sichere Moorings statt Ankerstress im Riff. Ein Naturschutzgebiet, das funktioniert: keine Jetskis, keine Disco, dafür Haie unter dem Kiel und Sternenhimmel ohne Lichtfahnen. Kontra Null Versorgung – Wasser, Diesel, Müll müssen geplant werden. Strikte Regeln – Hunde verboten, kein Spearfishing, Drohnen genehmigungspflichtig. Tidenabhängige Zufahrt; bei Starknord kann der Schwell unangenehm werden. Für wen geeignet? Blauwasser- und Familiencrews, die Natur vor Party stellen. Schnorchler und Unterwasserfotografen, denen Korallen wichtiger sind als Strandbars. Crews auf Nord- oder Südroute durch die Exumas, die einen geschützten Zwischenstopp mit Charter-Postkartenkulisse suchen. Ich verließ Warderick Wells mit fast leeren Wassertanks, aber einem vollen Kopfkino: Adlerrochen im Morgenlicht, Grillenzirpen an Deck, der Mond über Boo Boo Hill. Logbuch-Fazit: „Wenn die Exumas eine Seele haben, ankert sie hier.“
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