Shroud Cay: Anspruchsvolle Ansteuerung, geschützte Moorings
Shroud Cay liegt etwa 10 Seemeilen südlich von Norman’s Cay bei 24° 32,5′ N / 76° 47,6′ W. Die sicherste Zufahrt ist von Westen über die Exuma Bank. Approach-Wegpunkte: „SH-W1“ (15 m Banktiefe) und „SH-W2“ (8 m), dann Kurs 095 ° auf die Mooringlinie. Tiefe: 3 – 5 m in der Zufahrt, aber mehrere Korallenköpfe; Sonneneinstrahlung auf die Schulter, Ausguck im Bugkorb ist Pflicht. Markanten: Ein einzelner Kokospalmenbusch auf einem Mini-Cay zeigt die Mitte der Bucht. Bei Nachtansteuerung nicht empfehlenswert – weder Befeuerung noch AIS-Targets weisen den Weg, und die Sandrippen wandern mit jeder Winterfront ein Stück. Park-Bojen: 15 Moorings für Boote < 60 ft, Stand 2025: 40 US-$ / Nacht via Park-Ranger (VHF 09). Bei Nordfronten können Schwellfinger hereinschlüpfen; in dem Fall die südlichsten Bojen wählen, dort bricht der Sandspit die Welle.
Sicheres Mooring-Feld im sensiblen Naturparadies
Anchoring ist im Exuma Cays Land & Sea Park nur in ausgewiesenen Sandfeldern gestattet; in der Westlagune von Shroud Cay verbietet die Parkverwaltung das freie Fallenlassen – zu empfindlich sind Seegras und Korallen. Die Moorings sind neu (2024), jede Boje sitzt auf Betonpilz und verzinkter Kette. Bei Nordost-Passat liegt man ruhig wie auf einem Dorfteich; dreht der Wind südlich, zieht eine leichte Propellerwelle vom offenen Bankwasser durch – lange Springs zwischen Mooringleine und Bugklampe dämpfen das Rucken. Tidenhub liegt bei knapp einem Meter, doch der Springstrom erreicht 2 kn: Wer schnorcheln will, steigt bei Slack-High ins Wasser und kehrt bei Slack-Low zurück.
Unberührte Mangroven-Lagune auf Shroud Cay
Versorgung = Null. Shroud Cay ist reines Wildnisgebiet; die Rangerhütte dient ausschließlich der Kontrolle. Trinkwasser, Diesel, Gas, Müll – alles muss an Bord bleiben. Dinghys landen am nördlichen Ende der Lagune auf einem kleinen Sandzipfel; dort beginnt der berühmte Mangrove-Creek. Dinghy-Route: 1,5 sm serpentinenartig durch smaragdgrüne Kanäle bis zur Atlantik-Strandseite. Bei Flut lässt man sich mit dem Strom treiben, bei Ebbe geht’s gemächlich zurück. Außenborder max. 3 kn, Welle vermeiden – junge Ammenhaie ruhen zwischen den Wurzeln. Picknickplatz: Am Endstrand stehen zwei Holztische unter Seetrauben – first-come, first-served. Kein Schatten refugium sonst. Müllbeutel = Mitschlepppflicht. Pump-out nur in Staniel Cay oder Highborne Cay.
Mangrovenparadies mit Schnorchelspots und Traumstränden
Shroud Cay ist eigentlich ein Ring aus Dutzenden Kalkinseln, zwischen denen sich Mangrovenflüsse wie Venen ziehen. Flora Rote, Schwarze und Weiße Mangrove bilden ein dschungelartiges Dach; dazwischen wachsen Seetrauben, Jamaica Dogwood und dichtbelaubte Buttonwoods. Im Frühjahr verströmen Silberpalmen am Südufer einen honigsüßen Duft. Fauna Unter Wasser: Adlerrochen gleiten durch das türkisfarbene Fahrwasser, Gelbmaul-Schnapper huschen unter Korallenüberhängen. Zwischen den Sandrippen hocken Pistolenkrebse, deren Knall man selbst an Deck hört. Im Creek: Baby-Schildkröten, Ammenhaie und gelegentlich ein neugieriger Knochenfisch. Vögel: Fischadler, Silberreiher, Pelikane – und, mit Glück, der scheue Bahama-Woodstar-Kolibri beim Nektarschlürfen an Strandstechginster. Strände & Trails Am Atlantik wartet der „Washerwoman’s Beach“ – blendend weiß, mit einer tropfenden Blowhole-Höhle und einer mächtigen Düne, auf deren Rücken das stillgelegte Camp Driftwood thront: ein verfallener Aussichtscamp der CIA-Ära, von Fahrtenseglern mit angespültem Treibholz verhübscht. Bei Mittelwasser färbt sich die Lagune dahinter smaragdgrün, und man schwimmt wie in einem azurblauen Infinity-Pool. Schnorchel-Highlights Thunderball-like Cave am Nordriff – winzige Overhangs voller Orange Cup Corals. Coral Garden südlich der Moorings – 3 – 5 m tief, perfekte Anfänger-Arena.
Natürliches Wasserparadies im Exuma-Nationalpark
Pro Postkartenkulisse mit Natur-Spa-Feeling: Mangroven-Creek als Lazy-River, Atlantikstrand als Freibad. Sichere, gepflegte Moorings – kein Ankerstress, Null Schaden am Seegras. Spot für alle Sinne – nachts Meeresleuchten, tags kristallklarer Tidenstrom, dazu Fischadler-Rufe als Soundtrack. Kontra Keine Versorgung, kein Müllservice, kein Wasser – autark planen! Nordfronten können Dünung in die Bucht schicken; Notausweich wäre Norman’s Cay. Strenges Park-Regime: keine Haustiere, kein Speerfischen, Drohnen nur mit Permit. Für wen geeignet? Naturromantiker auf Exuma-Durchreise, die eine Nacht in absolut klarem Wasser genießen wollen. Familiencrews – Creek-Safari, Stranddünen, sichere Schnorcheltiefe. Blauwasser-Segler, die Ankerkettenschonung und Schildkrötengarantie dem Bar-Hopping vorziehen. Ich verließ Shroud Cay mit fast leeren Frischwassertanks, aber voller Speicherkarte: türkisfarbener Creek, kolibrischneller Rochen, Pink-Sunset auf der Düne. Logbucheintrag: „Shroud Cay – der gläserne Garten der Exumas.“
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