Tideabhängiger Hafen mit anspruchsvoller Zufahrt
Blankenberge (51 ° 19,0′ N / 03 ° 07,0′ E) ist der einzige Hafen zwischen Zeebrugge und Nieuwpoort ohne Schleuse – praktisch, aber tideabhängig. Das Fahrwasser wird regelmäßig ausgebaggert, dennoch gilt: mindestens zwei Stunden rund Hochwasser für Yachten mit mehr als 1,8 m Tiefgang einplanen; bei Niedrigwasser steht in der Zufahrtsrille oft < 1,5 m. Die Einfahrt zwischen den Betonmolen ist 55 m breit, befeuert (Iso R/G 2 s). Quersetzender Strom (bis 2 kn) und Schwell von querlaufenden Sandbänken erfordern konzentriertes Ruder. Nach Passieren der Hafenköpfe folgt man dem gekrümmten, prickenmarkierten Kanal etwa 350 m bis zur Marina: Steuerbord liegt der Klub VVW Blankenberge, backbord die etwas kleinere Jachthaven VNZ. Gäste machen an der T-Stegseite des VVW oder an der Nordpier fest und melden sich auf VHF 09 bzw. 10. Bei Starkwind aus W–NW können brandende Brecher die Ansteuerung gefährlich machen; dann unbedingt Zeebrugge anlaufen.
Gut geschützter Hafen mit breiten Boxen
Ankern vor der Küste ist untersagt und wegen des Verkehrs auch unpraktisch. Im Hafen liegen rund 350 Boxen, davon 50 für Besucher. Docks sind schwimmend, Wassertiefen 2–3 m bei MLWS, Strömung im Becken kaum spürbar. West- oder Nordweststürme lassen leichten Schwell herein, den die Dalbenfedern jedoch gut abfangen. Die breiten Boxen erleichtern Einhandmanöver, doch Fenderbretter sind ratsam: Holzpfähle tragen Muschelkanten.
Moderner Hafen mit umfassendem Serviceangebot
Strom (16/32 A), Trinkwasser, WLAN an jedem Steg; Code beim Hafenbüro. Diesel an der Selbstbedienungsstation nördlich des Klubhauses; Tankwagen auf Anfrage. Kran 25 t, Slip, Rigging-Shop und Motorservice in der Werftzone. Sauberes Sanitärhaus, Waschsalon im Klubgebäude; Schlüsselkarte im Liegegeld inbegriffen. Supermarkt „Carrefour Market“ 600 m, Bäcker und „Frituur“ direkt an der Kaipromenade; samstags Fischmarkt im angrenzenden Fischereidock. Mülltrennung (Rest, Glas, PMD) gleich neben dem Hafenbüro; Pump-out kostenlos an Steg A.
Dünenstrand mit Kultur und Wassersport-Angebot
Hinter dem Hafen beginnt der endlose Sandstrand, flankiert von Dünen und der 350 m langen Pier van Blankenberge – seit jeher Fotomotiv mit Art-deco-Pavillon. In südlicher Richtung führt der Küstentram-Radweg durch das Dünenreservat „De Fonteintjes“, ein Hotspot für Kiebitzregenpfeifer und Stranddisteln. Wer Kultur sucht, spaziert zehn Minuten zur Belle-Epoque-Wijk mit Jugendstilhäusern oder nimmt den Küstenzug nach Brügge (15 min). Wassersportler finden nordöstlich der Marina ein Kitesurf-Revier; Segelschulen verleihen Jollen am Strand. Unter Wasser ist die Sicht oft mäßig, doch vor Zeebrugge liegen mehrere Wracks aus dem Ersten Weltkrieg, die örtliche Tauchclubs anfahren.
Lebendiger Seebad-Hafen mit vielfältigem Freizeitangebot
Blankenberge ist kein ruhiges Fischerdorf, sondern ein quirliger Seebad-Hafen, der rund um die Uhr Entertainment bietet – von Muschelbuden bis Clubnächten an der Promenade. Wer einen sicheren Tidenstopp mit Vollservice, Bahnanschluss und breitem Kultur- sowie Freizeitangebot sucht, wird hier glücklich. Bedingungen: Antrieb sollte zuverlässig sein, um den oft versandenden Zugang flott zu meistern, und Rot-Grün-Ampel beobachten, wenn Bagger arbeiten. Tiefgänger über 2,3 m oder Crews, die absolute Hafennächte ohne Lichter und Disco-Bass wollen, entscheiden sich besser für Zeebrugge oder Nieuwpoort. Ich komme gern wieder: Ein Krabbenbrötchen im Cockpit, dazu das Abendlila über der Nordsee – und schon hat man vergessen, wie viel Adrenalin die Brandungsansteuerung eben noch gekostet hat.
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