Hafen Bornholm: Sicherer Anlaufpunkt mit Burgruine
Der Hafen liegt an Bornholms äußerster Nordwestküste (55 °16,7′ N / 14 °45,4′ E) und ist aus Westen gut zu erkennen: Hammershus thront als markante Landmarke oberhalb der steilen Felswand. Fahrwasser & Leuchtfeuer – Über das tief ausgebaggerte Küstenfahrwasser kommt man bis vor die Mole und folgt dann der leitenden Lichtlinie 297 ° in den Außenhafen . Bei Tag dient die helle Burgruine als Peilung; nachts zeigt ein Iso-WRG-Leuchtfeuer den sicheren Sektor . Tiefgang – In der Einfahrt ≥ 4 m, im Außenbecken 4,4 m, im Innenbecken 2,5–3 m. Größere Yachten sollten vorab die Skizze studieren oder gleich längsseits außen festmachen . Wind & Schwell – Westliche bis nordwestliche Starkwinde drücken Dünung bis in den Außenhafen; ab 6 Bft auflandig schließt der Hafenmeister die Sperrtore, signalisiert durch drei schwarze Bälle (tags) bzw. drei rote Lichter übereinander (nachts) – dann ist Einlaufen tabu . Manöver – Das Innenbecken erfordert Heckanker + Bug vor oder Mooringboje; enge Radien, daher vor dem Kopf drehen.
Geschützter Innenhafen, unruhiger Außenbereich
Außenhafen: Offener Schwell bei Westlage, aber tiefer Grund – gut als Warteplatz, wenn das Tor noch geöffnet ist. Innenhafen: Von hohen Granitwänden umrahmt und nach allen Richtungen ruhig; bei ablandigen Ostwinden spiegelglattes Wasser. Untergrund harter Granitsand mit Schlickauflage – Mooringleinen greifen sofort. Freies Ankern: Vor der Hafeneinfahrt ist das Wasser tief, Grund unrein und Schwell hoch; nicht empfehlenswert.
Hammerhavn: Komfortabler Hafen mit Geschichte
Hammerhavn ist kommunal geführt, klein, aber überraschend komfortabel: Liegegeld (2025): 171 – 430 DKK je nach Länge, all inclusive – Strom, Wasser, Dusche und WLAN sind im Preis enthalten . Sanitär & Service: Modernes Servicehaus mit Duschen/WC, Slipbahn, Defibrillator; keine Tankstelle, kein Kran. Café & Multi-House: Historisches Lagerhaus direkt am Kai; hier erzählt eine kleine Ausstellung die Geschichte des einstigen Granitwerks, und es gibt Smørrebrød, Eis und Kaffee mit Burgblick . Einkauf: Nächste Minimärkte in Sandvig (2 km) oder Allinge (3 km) – Radweg entlang der Küste. Müll & Umwelt: Saubere Recycling-Station am Nordkai; Schwarzwasserpumpe nicht vorhanden – Bordtoilette im Hafen schließen.
Dänemarks Ostsee-Kulisse: Burgen, Felsen, Abenteuer
Hier legt man nicht wegen der Infrastruktur an, sondern wegen der Kulisse: Hammershus – Größte Burgruine Nordeuropas, 70 m über dem Meer. Über einen 1 km-Pfad gelangt man in 20 Minuten vom Steg zum Besucherzentrum und weiter hinauf in das Wehrviereck – spektakulärer Blick über Ostsee, Insel und Hafen . Hammerknuden & Slotslyngen – Kletterfelsen, Wacholderheide und bizarre Steinbrüche säumen die Halbinsel. Rundwanderwege (3–7 km) starten direkt am Hafen. Opalsø & Hammersø – Zwei mit Wasser gefüllte Granitbrüche wenige Gehminuten landeinwärts; dort wartet Dänemarks längste Zipline, ein Badesteg und Grillpavillon . Bootstouren – Lokale Skipper fahren von Hammerhavn in die 70 m tiefe Felsgrotte „Den Våde Ovn“, vorbei an Löwenkopf- und Kamel-Felsen – Abfahrt stündlich bei ruhiger See . Tierwelt – Seeadler kreisen über der Ruine, Kormorane nisten an den Klippen. Unter Wasser erwarten Taucher Tangwälder und Granitblöcke mit Dorsch und Seestern; Sicht 3–5 m an klaren Tagen.
Erlebnis-Ankerplatz mit Mittelalter-Flair
Hammerhavn ist kein Durchlauf-Marina, sondern ein Erlebnisankerplatz, dessen Reiz aus der Dramaturgie von Natur und Historie entsteht. Pluspunkte Unvergleichliche Kulisse unterhalb einer mittelalterlichen Festung. Gute Grundversorgung (Strom, Wasser, Dusche) trotz Wildnis-Feeling. Wander-, Kletter- und Fotomotive in unmittelbarer Hafennähe. Günstiges All-Inclusive-Tarifmodell für alle Bornholmer Häfen. Minuspunkte Empfindlich bei auflandigem Westwind; Sperrtore beschränken Flexibilität. Keinerlei Technik- oder Tankservice – dafür nach Rønne oder Tejn verholen. Im Hochsommer Ausflugs- und Wohnmobiltrubel am Tage; abends wird es jedoch schnell still. Geeignet für … Naturliebende Fahrtensegler, Familien mit Abenteuerlust, Crews auf Bornholm-Rundreise oder Ostsee-Langfahrt, die eine Nacht Spektakel ohne Stadthektik suchen. Weniger passend für Tiefgang > 3 m, Refit-Stopps oder Eigner, die absolute Hafenruhe bei Starkwind brauchen. Mein Hammerhavn-Moment: Wir liefen bei leichtem NW-Wind ein, die Burg im Goldlicht, das Leitfeuer noch blass. Kaum vertäut, fielen Wind und Welle völlig weg. Eine Stunde später stapften wir über die Ringmauer von Hammershus, sahen unser Boot winzig im Hafen liegen und hörten unten das Tuckern der Grottentouren. Nachts spiegelte der Vollmond die Ruine im Becken, und das einzige Geräusch war das Tropfen eines Felsrinnsals auf den Kajak. Morgens duftete frisch gebackenes Rugbrød aus dem Café – der perfekte Auftakt für den nächsten Schlag rund Bornholm. Hammerhavn hinterlässt keinen Stempel im Logbuch, sondern eine Gravur ins Seglergedächtnis.
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