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Dänemark
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Syddanmark
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Birkholm

Birkholm

Birkholm: Die leiseste Insel Dänemarks

Einleitung

Birkholm ist die wohl leiseste bewohnte Insel Dänemarks. Als wir an einem klaren Augustnachmittag das enge Fahrwasser von Marstal herabfahren, wird der Soundtrack im Cockpit fast unhörbar: kein Motorbrummen, kein Fährschlag – nur das leise Zischen des Propellers durch flaches Smaragdgrün. Zwischen Schilfbänken taucht eine winzige Pier auf, flankiert von drei roten Bootshäusern und einem alten Holzmast. Zwei Reusenfischer begrüßen uns mit einem knappen Winken, dann kehrt wieder Stille ein – eine Stille, in der man das Knacken der Dalben hört, sobald der Bug fest ist. Auf dem Deich grasen Schafe, irgendwo bellt ein Hund, und hinter einer Baumgruppe ragt der achteckige Glockenturm des Dorfes gerade einmal sechs Meter in den Himmel.

Services und Ausstattung

Hier findest Du die verfügbaren Informationen über den Hafen Birkholm

Segelschiff auf glitzerndem Meer, vorbei an steinigem Wellenbrecher unter wolkenlosem, blauem Himmel

Sichere Einfahrt nach Birkholm erkunden

Birkholm liegt zwischen Ærø und Fyn, etwa fünf Seemeilen nordwestlich von Marstal. Die Einfahrt erfolgt ausschließlich von Süden. Ab Kardinaltonne E“n” (F NG) folgt man einem betonnten Kanal, der zwischen Schilfinseln hindurchführt. Tiefe laut dänischem „Sejladsudsigten“: 2,0 – 2,2 m, bei längerem Ostwind können flache Stellen 1,8 m erreichen. Ein markanter Orientierungspunkt ist der weiße Glockenturm am Ostufer, der bei Tag als einzige „Erhebung“ der Insel dient. Nach dem letzten grünen Prickenpaar dreht man hart backbord in das Hafenbecken; dabei nicht zu weit ausschwenken – steuerbord lauert eine nur 1,5 m tiefe Schlickbank. Bei Dunkelheit zeigt ein Occulting-WR-Feuer den Kanal, doch die Entfernungen sind kurz, und das Dorflicht blendet – besser tagsüber einlaufen. Bei westlichem Starkwind steht Schiebewasser in den Kanal, stramm aber nicht gefährlich; Großsegel sollte vorher geborgen sein.

Geschützter Hafen im Schilfmeer

Der Hafen ist L-förmig, bietet knapp 25 Dalbenplätze und ist rundum von Schilfwällen umgeben. Nur Nordostwind findet einen Spalt, und selbst dann bleibt das Wasser selten kabbelig. Untergrund: fester Marschlehm; die Dalben absorbieren selbst Sturmboen. Ankern vor der Insel ist nicht ratsam – die Ostsee fällt flach aus, und Seegras ist streng geschützt.

Holzsteg ragt in graue, windgekräuselte See; gelbe und weiße Motorboote vertäut, grasiger Kiesstrand im Vordergrund
Schmale Fahrrinne mit Pfostenmarkierungen, aufgewühltes Wasser; grüner Uferstreifen und grauer Himmel im Hintergrund.

Minimalistische Insel mit herzlicher Gastfreundschaft

Birkholm zählt zehn ständige Einwohner, dementsprechend reduziert sich die Infrastruktur auf das Wesentliche: Liegegeld 2025: 120 DKK für Boote bis 12 m, Strom pauschal 25 DKK. Bezahlt wird im roten Hafenhäuschen per MobilePay oder bar in eine Kasse. Wasser gibt es an einem Schlauch auf der Hauptpier, lediglich im Sommer; im Frühling und Herbst bleibt die Leitung wegen Frostgefahr zu. Sanitär: Ein kleines Backsteinhäuschen beherbergt Toilette und zwei Duschen (10 DKK-Münzautomat, warm, sauber). Lebensmittel? Fehlanzeige. Einmal pro Woche kommt das Versorgungsschiff aus Rudkøbing; wer Glück hat, kann beim Hafenmeister frische Eier ergattern. Sonst muss man bunkern, bevor man herkommt. Diesel / Gas: nicht erhältlich. Der Hafenmeister hilft notfalls mit 20-Liter-Kanistern, doch der nächste Stützpunkt ist Marstal. Müll wird getrennt; Glascontainer am Hafenausgang, Restmüll abgeben, sobald das Frachtboot anlegt. Trotz Minimalismus ist die Gastfreundschaft groß: Wir bekamen abends selbstgeräucherten Aal, weil wir beim Ausbringen des Fischerkutters halfen – eine Art Naturalwährung der Insel.

Birkholm: Idylle ohne Autos und Lärm

Birkholm ist nur zwei Kilometer lang; ein Muschelweg führt vom Hafen zum Dorfplatz mit Glockenturm, alter Schule (jetzt Museum) und einem Gemeinschaftsgarten voller Stockrosen. Kein Auto, kein asphaltierter Weg stört den Spaziergang. Flora & Fauna Die Insel gilt als Vogelparadies: Rotschenkel, Kiebitz und Rotschnabelmöwe brüten in den Feuchtwiesen; abends fliegt der Seeadler vom Nachbarrevier Drejø rüber. Im seichten Wasser wuchert Seegras, in dem Hechte und junge Dorsche jagen – bei ruhigem Wetter reicht eine Schnorchelmaske, um ihnen zuzuschauen. Im Spätsommer färben Strandastern die Salzwiesen lila, und überall summen Wildbienen. Ausflüge Wer ein Dinghy oder SUP hat, paddelt in 20 Minuten zu den nordwestlichen Sandhaken. Bei Niedrigwasser liegen dort Millionen Herzmuscheln im Sonnenlicht, und der Blick geht bis zum 25 km entfernten Leuchtturm „Keldsnor“ auf Langeland. Radfahren lohnt kaum – in zehn Minuten ist man einmal um die Insel. Dafür lädt der Hafen abends zu einem Bad von der Badeleiter ein: brackiges, oft spiegelglattes Ostseewasser, das im seichten Becken schnell 22 °C erreicht.

Mehrere Segelboote mit deutscher Flagge liegen still im kleinen Hafen; ruhiges, leicht bewölktes Küstenpanorama.
Kleiner Hafen, Segelboote am Steg, Kinder in orangen Rettungswesten paddeln im Schlauchboot auf ruhigem Wasser.

Birkholm: Ruheparadies für Segler und Naturliebhaber

Birkholm ist Reduktion auf das Wesentliche: sicherer Liegeplatz, stille Natur, herzliche Bewohner – sonst nichts. Gerade deshalb fühlt man hier nach einem vollen Segeltag die Uhren langsamer ticken. Unsere Crew blieb zwei Nächte, weil wir nach Tagen auf der betriebsamen „dänischen Südsee“ endlich wieder Grillenzirpen hören wollten. Pluspunkte Rundum geschützter Hafen – selbst bei 7 Bft West sitzt man wie auf einem Ententeich. Einmalige Vogel- und Pflanzenwelt, komplett autofrei. Unvergessliche Sonnenuntergänge über flachem Land, Sternenhimmel ohne künstliches Licht. Minuspunkte Tiefganglimit um 2 m, „dicke“ Fahrtenyachten haben es schwer. Totale Versorgungsarmut: Kein Supermarkt, kein Diesel – Autarkie zwingend. Hafen winzig und in der Hochsaison ab 15 Uhr voll, besonders an Wochenenden. Geeignet für Segler:innen, die Stille suchen, Kindercrews, die barfuß Krabben keschern wollen, Naturliebhaber mit Fernglas und Fotoapparat. Nicht geeignet als Durchgangsstation für hastig getaktete Ostseerouten. Logbuch-Eintrag beim Ablegen: „Birkholm – ein Platz, an dem man die Welt kleiner macht, um sie danach größer zu sehen.“

Informationen zum Liegeplatz

Hier findest Du die verfügbaren Informationen über den Hafen Birkholm

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Anzahl Liegeplätze

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