Sichere Sommeransteuerung am Alssund
Die Pier liegt auf der Westseite des Alssunds bei 54 ° 58,3′ N / 009 ° 44,7′ E. Von Süden folgt man dem betonnten Fjordfahrwasser bis zur grünen Mittengrund-Tonne “Barsø Rev” und steuert dann mit Kurs 310 ° direkt auf das rote Holzhaus am Fähranleger zu. Das nur im Sommer ausgelegte Stichfahrwasser ist unbefeuert; bei Dunkelheit helfen höchstens die Richtfeuer des Sunds – eine Dämmerungs- oder Morgengrauen-Ansteuerung ist entspannter. Tagsüber unproblematisch: der Grund fällt gleichmäßig, Tiefen von 2,5–3 m am Stegkopf, nehmen landeinwärts jedoch rasch ab . Wache Augen beim Queren der Motorbootstraße: Vorbeiziehende Schnellfahrer erzeugen bisweilen kräftigen Schwell.
Geschützter Hafen mit exzellenten Ankerplätzen
Im Hafenbecken selbst gibt es rund 20 Boxen; Gäste liegen längsseits oder vor Heckpfählen am äußeren Stegabschnitt. Dort herrscht bei normalem Wasserstand gut 2,5 m Tiefe; Richtung Land wird es flach, tiefe Kiele (> 1,8 m) also lieber außen halten . Durch die bewaldeten Ufer ist der Platz fast rundum abgeschirmt – nur harter Nordwest drückt etwas Kabbel in den Eingangsbereich, legt sich aber sofort hinter der Mole. Wer lieber frei schwojt, findet 200 m südöstlich auf 3–4 m Sand-/Lehmgrund exzellente Ankerbedingungen .
Spartanische Idylle mit Privatkino-Feeling
An Land geht es spartanisch, aber charmant zu: Eine öffentliche Toilette (geöffnet Mitte April – Anfang Oktober) steht direkt neben dem kleinen Museumshäuschen; Strom gibt es an einer einzigen Säule mit zwei Dosen (16 A) am Stegkopf, Wasser nur per Kanister am Slip . Das Liegegeld (Stand 2025: 75 DKK, Boote < 8 m meist günstiger) steckt man in einen Umschlag oder bezahlt per MobilePay . Einkaufsstress? Fehlanzeige. In 800 m Entfernung verkauft ein Selbstbedienungsstand frisches Rugbrød, Eier und Honig; alles Weitere gibt es im 6 km entfernten Gråsten oder Sønderborg (Bus ab Mågevej). Diesel, Gas und Pump-Out fehlen – wer bunkern muss, macht vorher Station in Sønderborg. Dafür wartet am Steg ein Grillplatz mit Tischen, und wer abends die Insel-Fähre nach Hardeshøj beobachtet, fühlt sich wie bei einem Privatkino am Sund.
Naturerlebnis am Alssund: Wälder und Wale
Der Name verrät es: Sottrupskov ist ein Küsten-Buchenwald, durchzogen von Pfaden, auf denen Geschichte und Natur Hand in Hand gehen. Ein 4-km-Rundweg führt von der Pier durch das Schutzgebiet „Sottrup Storskov“ – vorbei an Findlingen, Relikten des Deutsch-Dänischen Kriegs von 1864 und Aussichtspunkten über den Sund . In den Kronen nisten Waldkauz und Kleiber, über dem Wasser kreisen regelmäßig Seeadler; mit etwas Glück zeigen sich sogar Schweinswale – der Alssund gilt als Hotspot für die heimische Marsvin-Population (Harbour Porpoise) . Das flache Ufer lädt zum SUP-Paddeln oder Krabbenkeschern, die Badestelle nördlich des Stegs fällt kinderfreundlich sanft ab. Wer größere Schritte machen will, wandert drei Kilometer nach Dybbøl, Schauplatz der berühmten Schanzen, oder radelt über die Klappbrücke nach Sønderborg, wo das Schloss und gemütliche Straßencafés locken.
Sottrupskov: Ruheoase für Wochenendflüchtlinge
Sottrupskov ist kein Ort für Versorgungsetappen, sondern eine Verlangsamungs-Oase: minimalistische Infrastruktur, aber maximale Ruhe und Natur. Ideal für Wochenend-Flüchtlinge aus Flensburg oder Kappeln, die ohne Aufwand dänisches Inselflair tanken wollen, Familien mit Entdeckerlust – kurzer Küstenpfad, flaches Badewasser, Grillplatz direkt am Boot, Geschichts-Fans, die den 1864er Kriegsschauplatz Dybbøl und das Nydam-Boot live erleben möchten. Weniger geeignet ist der Mini-Hafen für Yachten über 12 m oder Tiefgänger > 2 m sowie Crews mit großem Dieselbedarf. Mein persönlicher Höhepunkt: der Moment, wenn am späten Abend das letzte Fährgeräusch verklungen ist, Buchenwipfel rascheln und der Mond eine Silberstraße über den Sund legt – während unser Boot absolut reglos an der alten Holzpier liegt. Sottrupskov beweist, dass großer Hafenglück manchmal in sehr kleinen Portionen daherkommt.
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