Lundeborg: Navigationshinweise für Einfahrt und Hafen
Lundeborg liegt an der Südostküste Fünens, gegenüber der Nordspitze Langelands. Anfahrt – Von Norden kommend passiert man die grüne Tonne „Lundeborg Løb“, dann Kurs ≈ 205 ° auf die Moleneinfahrt; von Süden hält man 305 ° auf das grüne Leitlicht. Tiefgang – Einfahrtsrinne laut Hafenamt konstant 2,5 m; die schmalen Außenkanten flachen jedoch abrupt auf < 2 m ab – also mittig bleiben. Besonderheiten – Reusen und Stellnetze liegen häufig nördlich der Mole, besonders im Frühjahr; im Dämmerlicht Spotter vorausschicken. Die Einfahrt ist verwinkelt – bei Dunkelheit oder Starkwind empfiehlt der Hafenmeister dringend Tageslichtmanöver. Im Hafen verzweigt sich das Becken in einen alten Fischereiteil (Ostseite) und ein jüngeres Rundell (West), das sich mit > 3 m Tiefe besonders für Fahrtencrews eignet.
Ruhige Ankerplätze hinter Doppelmole
Ankern ist rund um die Hafeneinfahrt wegen Fischerei verboten; im Langelandsbelt rollt zudem Dauerschwell. Hinter der Doppelmole liegt man dagegen spiegelruhig: Der alte Außenwall bricht West- bis Nordostsee, Süd bleibt durch Landabdeckung gedämpft. Der Grund unter den Boxen besteht aus hartem Sandlehm; Heckanker für Längslieger hält fast sofort.
Komfortabler Hafen mit umfassenden Annehmlichkeiten
Liegeplätze – Etwa 100 Boxen, davon 30 Gästeplätze; im vorderen Teil längsseits-Poller für > 12 m. Strom & Wasser an jedem Steg, im Hafengeld inbegriffen. Sanitär – Modernes rotes Hafengebäude (Duschen, WCs, Waschmaschine, Trockner). WLAN-Passwort hängt neben dem Bezahlautomaten. Treibstoff – SB-Tankstelle mit Diesel & Benzin direkt an der Nordpier; 24 h mit Kreditkarte. Einkauf & Gastronomie – 150 m hinterm Steg lockt ein wunderbar altmodischer Købmand – Lebensmittel, Gebäck und bestellbare Frühstücksbrötchen (07:30 Uhr). Fischliebhaber landen bei „Jensens Fisk & Vin“ im Hafen: üppige Portionen, wechselnde Tageskarte. Bootsbedarf – Kleiner Pro-Tek-Shop („das Nötigste“) in einer Hafenkate; Mastkran bis 12 m und Slip via Traktor. Entsorgung – Wertstoffcontainer am Sanitärhaus, Altöl kostenlos beim Marineshop, Bilgen-/Fäkalabsaugung am Tankponton.
Ostsee-Abenteuer: Strand, Kultur und Tauchen
Die Küstenkulisse wechselt in Gehweite von Hafenromantik zu Ostsee-Postkarte: Strand & Badesteg – Nördlich des Hafens beginnt ein feinsandiger Badestrand; Steg ins tiefere Wasser, Beachvolleyfeld und Barfußweg für Kids. Wandern & Rad – Direkt hinter dem Ort starten ausgeschilderte Loops durch Mischwälder, Rapsfelder und über Klint-Kämme Richtung Hesselager. Ein Abstecher (4 km) zum Renaissance-Schloss Broholm lohnt Architektur- und Keramikhistorikern ebenso wie Tierfreunden – hier nisten Wildbienen im Schlossgraben. Kunst & Handwerk – Das Pakhuset beherbergt Galerien, eine Keramikwerkstatt und im Sommerwochenende kleine Konzerte. Nebenan verführt ein Trödelladen zum Stöbern in Schiffslampen und Strandholz-Skulpturen. Unterwasserwelt – Sicht selten > 2 m, doch zwischen Tangwiesen lungern Dorschbrut und Flundern. Wracktaucher chartern ab Svendborg RIBs zu den Weltkriegswracks im Großen Belt.
Lundeborg: Tradition trifft Moderne am Meer
Lundeborg ist kein mondäner Yachtclub, sondern ein liebevoll bewirtschafteter Mikro-Fischereihafen mit allem, was Fahrtensegler:innen abends wirklich brauchen: Hecktiefen < 2,5 m? Passt. Diesel am Steg, Strom im Preis, Bäcker in Flip-Flop-Distanz. Ein Strand, auf dem man nach Landgang den Hafengeruch abspült. Stärken Charmanter Mix aus Traditionshafen und moderner Infrastruktur. Authentische Gastronomie direkt am Kai. Perfekte Lage als Scharnier zwischen Großen Belt, Langelandsbelt und „Dänischer Südsee“. Schwächen Einfahrt eng und bei Südost schwer einsehbar – manövrieren nur mit Sicht. Hochsommer häufig belegt; spätes Eintreffen endet oft im Päckchen oder an der Fischermole. Windgeräusche im Rigg: In Böen rattert der Fender an den Holzpfählen – Fenderbretter helfen. Für wen geeignet? Familien-Crews – Strand, Abenteuerspielplatz im Wikinger-Look, Radwege ohne Verkehr. Dänemark-Einsteiger – transparente Preise, klare Steglogik, freundlicher Hafenmeister. Kulinarik-Fans – fangfrischer Havørred und Broholm-Äpfel direkt vom Erzeuger. Ich schreibe nach drei Hafentagen ins Logbuch: „Lundeborg – Klein, aber länger.“ Und jedes Mal, wenn der Teakpoller mit frischen Brötchen duftet, weiß ich, dass der nächste Stopp hier nicht lange auf sich warten lässt.
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