Ruhiger Hafen mit schmaler Zufahrt
Puddemin liegt am Nordufer der Puddeminer Wiek (Position 54 ° 16,7′ N / 13 ° 20,0′ E) . Die 2 sm lange Zufahrt beginnt an der roten Spitztonne „TG 1“ im Greifswalder Bodden. Von dort folgt man einem tonnengestickten S-Kurs durch flaches Wasser; das Fahrwasser ist kaum 30 m breit und wird von wandernden Sandhaken flankiert. Tiefgang: Laut Hafenangabe und aktuellen BfS-Meldungen sind 1,8 m bis zum Kai realistisch, die tiefste Ecke des NW-Quais lässt bei normalem Pegel sogar ≈ 2,5 m zu . Timing: Bei Wind aus Südwest drückt der Bodden 10–20 cm Wasser hinein – ein willkommener „Bonus“ für Kielyachten. Lokale Crews laufen gern eine Stunde vor Hochwasser ein: Die Bänke sind dann noch sichtbar, der Pegel aber steigend. Nachtansteuerung: Nicht ratsam. Es gibt keine Befeuerung; die Tonnen tragen nur Reflektoren. Seegang & Wind: Selbst bei kräftigem Ostwind bleibt das Wasser glatt; die schmale Rinne erzeugt höchstens kurze Kabbelwellen.
Ruhiger Hafenplatz mit Rundum-Windschutz
Der Hafen bietet etwa 30 Gastliegeplätze am Nordwestkai (Heckdalben) und an der Innenseite des Holzstegs. Die Boxen sind 3,0–3,8 m breit, Wassertiefe 1,2–1,8 m (NW-Ecke bis 2,5 m) . Strom (16 A) und Wasser liegen an jedem Poller, WLAN reicht bis in die Achterkoje. Der Schlammgrund dämpft etwaige Heckpfahlrempler – wer sich vertrimmt, bekommt höchstens ein schwarzes Kielabzeichen. Schutz ist nahezu rundum gegeben: Die niedrige Mole bricht Boddenwellen, die umliegenden Schilfflächen nehmen dem Wind Geschwindigkeit. Selbst bei 7 Bft Nordost blieb unser Boot nur leicht im Dalbenkorsett schaukeln. Wer lieber frei liegt, findet nördlich des Fahrwassers in 2,5–3 m über weichem Sand/Schluff sicheren Ankergrund – allerdings ohne Landzugang.
Kleiner Hafen mit boddentypischem Charme
Sanitär & Service: Gepflegte Duschen, Toiletten und ein kleiner Aufenthaltsraum im Hafenhaus; Sliprampe und 4-t-Mastkran für Trailerboote . Diesel & Gas: Keine Zapfsäule; nächster Service im Yachthafen Gustow (7 sm) oder in Stralsund. Proviant: Ein Mini-Markt im Dorf (400 m) führt frische Brötchen, Grundnahrungsmittel und – ganz boddentypisch – Räucherfisch. Größere Einkäufe erledigt man in Garz oder Stralsund (Busverbindung ab Poseritz). Müll & Umwelt: Wertstoffinseln am Parkplatz, Altöl-Tonne neben der Slipbahn. Der Hafen beteiligt sich an einem WWF/BUND-Abkommen zum naturverträglichen Wasserwandern
Naturparadies für Vögel und Wassersportler
Die Puddeminer Wiek gehört zum Natura-2000-Vogelschutzgebiet „Puddeminer und Glewitzer Wiek“. Flachwasser, Sandhaken und weite Verlandungszonen bieten Rast für Kraniche, Graugänse, Säbelschnäbler und Tafelenten; Seeadler und Fischadler jagen regelmäßig über dem Bodden . Ein schmaler Deichweg führt vom Hafen entlang des Schilfs zum Aussichtspunkt „Vogelhaken Glewitz“ – 20 Minuten Fußweg, dafür ein Logenplatz für abendliche Einflüge von Limikolen und Schwänen. Unter Wasser ist die Sicht selten besser als ein Meter, aber bei Windstille lohnt sich ein kurzer Schnorchelgang am Außenkai: üppige Süßwassermuschelbänke, kleine Flundern und handgroße Barsche verstecken sich im Schlick. An Land locken leichte Radtouren: 8 km zur spätgotischen Dorfkirche in Poseritz oder 10 km zum Aussichtshügel Zudar mit Panoramablick auf Strelasund und Vilm.
Rügens stilles Naturidyll für flachgehende Segler
Puddemin ist kein Boxenstopp für Tiefgang-Boliden oder Diesel-Großverbraucher – es ist der Inbegriff eines Bodden-Hinterhofs: Pluspunkte: extrem ruhiges Liegebecken, Vogelparadies vor der Plicht, ehrliche Infrastruktur (Strom, Wasser, heiße Dusche) und ein Hafenmeister, der morgens frische Brötchen bestellt, wenn man abends Bescheid sagt. Herausforderungen: schmale, flache Zufahrt, kein Treibstoff-Service, abends keine Gastronomie außer dem saisonalen Café „Luv“. Ideal für Crews bis rund 1,80 m Tiefgang, Naturfans mit Fernglas und alle, die zwischen Stralsund und Lauterbach einen entspannten „Lay Day“ fern der Charterhochburgen suchen. Nicht geeignet ist Puddemin für Partygänger, Großreparaturen oder Eilige – die Stille verordnet hier automatisch einen Gang runter. Mir bleiben das glasige Morgenwasser, in dem die Masten scharf wie Bleistiftstriche gespiegelt standen, und der Moment, als ein Trupp Seeadler-Jungvögel das Kielwasser überflog. Puddemin ist vielleicht der kleinste Hafen meines Rügen-Törns – aber wahrscheinlich der, an den ich mich am längsten erinnern werde.
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