Sichere Einfahrt: Tipps für Gelting Mole
Gelting Mole liegt an der Nordseite der Geltinger Bucht bei 54 ° 45,3′ N / 09 ° 51,8′ E. Wer aus Westen kommt, folgt zunächst dem betonnten Fahrwasser zum ehemaligen Fähranleger (208-Richtlinie, 2 × Iso 4 s, 7 M). Wichtig: Erst unmittelbar vor dem grünen Molenkopf nach Backbord in das eigene, separat betonnte Yachthafenfahrwasser abbiegen; zwischen beiden Tonnenstrichen lauern Untiefen. Die alte, weiter westlich verlaufende Rinne wurde 2009 eingezogen. In der historischen Einfahrt (grünes Feuer) sind stellenweise nur 1,8 m Wasser – also unbedingt im aktuellen Tonnenstrich bleiben. Die Hafeneinfahrt selbst ist breit, nachts befeuert und auf mindestens 2,5 m ausgebaggert; eine Pegeldifferenz von höchstens 1 m macht das Manöver tideunabhängig. Bei Starkwind aus Ost kann sich in der Geltinger Bucht kurzer Kabbel aufbauen, der hinter der Doppelmole jedoch sofort verschwindet.
Schwellfreier Hafen mit 450 Liegeplätzen
Ankern lohnt hier kaum, denn der Sporthafen bietet rund 450 Liegeplätze in Boxen auf Dalben. Die Wassertiefe schwankt je nach Steg zwischen 2,5 und 3,5 m; die längsten Plätze (bis 16 m) liegen an den Außenstegen. Dank zweier Schutzmolen und des vorgelagerten Fährkais ist der Hafen praktisch schwellfrei – auch bei acht Beaufort aus Nordwest kluckt es nur leise am Rumpf. Wer dennoch vor der Mole ankern möchte, findet nordöstlich des Fahrwassers sandigen Grund auf 4–5 m, liegt dort aber offen für Ost-Winde und den Fährverkehr.
Komfortabler Yachthafen mit Rundum-Service
Strom (16 A), Frischwasser und WLAN gibt es an jedem Finger. An Land warten zwei sanierte Sanitärgebäude, Waschmaschinen und Trockner. Ein Dieselponton sowie eine Pump-Out-Station befinden sich am Servicekai; dazu ein Travellift bis 25 t mit Mastenkran für Reparaturen oder Winterlager. Ein kleiner Hafenshop übernimmt Brötchenbestellungen; Fahrräder verleiht der Hafenmeister (ca. 6 €/Tag) – praktisch, denn der Ort Gelting mit Supermarkt, Apotheke und Bank liegt drei Kilometer landeinwärts. Direkt am Kopfsteg lädt das Restaurant „Sonne & Meer“ mit Panoramaterrasse, Fischküche und legendärem Kuchenbuffet; Imbiss und Eisdiele runden die Verpflegung ab. Mülltrennung ist obligatorisch, Altöl nimmt die Werft kostenfrei.
Natur-Paradies Geltinger Birk erleben
Kaum ist der Landstrom eingesteckt, lockt ein einzigartiges Naturareal: das Naturschutzgebiet Geltinger Birk – 773 Hektar aus Salzwiesen, Dünen, Brackwasserseen und Ostseestrand. Auf gut markierten Rundwegen (3 bis 12 km) begegnet man Konik-Wildpferden und Galloway-Rindern, die als tierische Landschaftspfleger fungieren, sowie unzähligen Wat- und Zugvögeln. Herzstück und Fotomotiv ist die reetgedeckte Holländer-Windmühle „Charlotte“ von 1824. Wer lieber aufs Wasser schaut, startet vom Steg zur SUP-Tour über das flache Birk-Noor; bei Flaute spiegeln sich Schwanenfamilien in der brackigen Oberfläche. Radfahrende können eine 25-km-Runde über Wackerballig, Falshöft-Leuchtturm und Goldhöft drehen – maritime Cafés inklusive. Der Ostseestrand liegt zehn Gehminuten nördlich des Hafens; dort gibt’s Strandkörbe, Feuerschalen und in milden Spätsommern bis 20 °C Badetemperatur. Vogelbeobachter:innen sollten Fernglas und Teleobjektiv einpacken: Im Frühjahr rasten Tausende Ringelgänse, im Herbst trompeten Kraniche auf ihrem Nordzug.
Gelting Mole: Komforthafen mit Naturerlebnis
Gelting Mole ist ein rundum geschützter, komfortabler “Hub-&-Hide-Hafen”: perfekt, um die Crew zu sammeln, Diesel und Proviant aufzufüllen oder Starkwind abzuwettern – und gleichzeitig ein Sprungbrett zur Dänischen Südsee oder Richtung Bornholm. Pluspunkte Schwellfreier Tiefwasserhafen mit 450 Boxen, Diesel, Lift & Pump-Out. Brötchen-Service, Restaurant und Leihfahrräder direkt am Steg. Geltinger Birk als Natur-Hotspot mit Wildpferden, Windmühle und Ostseestrand in Laufweite. Minuspunkte Für Tiefgänger über 3,5 m ungeeignet; ältere Karten zeigen noch die alte, seichte Einfahrt. Kein großer Supermarkt am Hafen, Abendspaziergang oder Rad nötig. In Hochsaison und Regattawochenenden schnell ausgebucht – frühzeitig anfunken. Geeignet für Familien, die nach einem halben Tag Ostsee kleine Abenteuer – Strand, Wildpferde, Spielplatz – suchen. Einhand- und Fahrtensegler:innen, die Technik-Service, ruhigen Schlaf und gute Busverbindungen nach Kappeln/Flensburg schätzen. Naturfans, denn wo sonst startet eine geführte Wildpferde-Tour fünf Fahrradminuten vom Cockpit entfernt? Mein persönlicher Höhepunkt: ein später Spaziergang über die Mole, orange-rosa Himmel über der Flensburger Außenförde, das Klappern der Segel im Abendwind – und plötzlich trabt ein Trupp Koniks im Gegenlicht vorbei. Gelting Mole – der seltene Hafentyp, der Servicekomfort mit echtem Naturerlebnis verbindet – und den man deshalb nach einem Besuch fast immer auf die „Hier komme ich wieder hin“-Liste setzt.
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