Sichere Yachtzufahrt im Stadtzentrum Vaasas
Für Yachten führt eine gut betonnte 9-m-Fairway von See bis direkt vor die Hafeninsel Vaskiluoto. Zwei Anläufe treffen sich südlich der Vaasa-Außentonne; von dort peilt man auf 028 ° das weiße Sektorenlicht des Stadthafens und folgt roten/ grünen Staketten. Im letzten Stück – dem sogenannten “Malmöströmmen” – verengt sich der Fahrweg auf knapp 70 m, bleibt aber durchgehend tiefer als vier Meter. Etwa 300 m vor dem Gästehafen zeigt ein gelb-schwarzer Richtbakenmast Backbord die Einfahrt in das V-förmige Innenbecken an. Nachtansteuerung ist dank der starken Stadtbeleuchtung gut machbar; Nebel kommt in dieser Ecke des Bottnischen Meerbusens allerdings häufiger vor als Gezeiten – Radar oder Plottertrack machen sich bezahlt.
Geschützter Liegeplatz zwischen Wald und Werft
Der Gäste-Pontons (Wasa Segelförening) bietet rund 15 Heckbojen-Boxen für Boote bis 15 m. Bei mehr als 2,2 m Tiefgang legt man sich außen an die Schwimmpier oder längsseits an die Westmole; dort wurden bei Kontrolle im Sommer 2024 stets >2,8 m gemessen. Die Bucht ist nach allen Richtungen von Wald und Werftgebäuden umgeben – Schwell entsteht nur, wenn die Kvarken-Fähre “Aurora Botnia” vorbeizieht. Ankermöglichkeiten gibt es unmittelbar vor dem Club nicht; außerhalb des Fahrwassers liegt dichter Schlick mit dicken Seegrasbatzen, in dem Haken schlecht greifen und Schlick an Kette und Deck klebt.
Moderner Stadthafen mit Sauna in Zentrumsnähe
Liegegeld (2025): 25 € <12 m, 30 € 12–15 m, Strom + Wasser inklusive, Bezahlung per QR-Code oder im Clubhaus. Strom & Wasser: 16 A-Dosen an allen Fingers, Frischwasser zapfbar von drei Säulen. Sanitär: Neue Sauna + Duschen (getrennt M/W) von 17-22 Uhr, Waschmaschine/Trockner (4 € pro Ladung). Diesel/Gas: Straßentankstelle 600 m hinter der Brücke; Flaschengas tauscht die “ABC-Matkahuolto”-Tankstelle. Proviant: Lidl und K-Market jeweils 900 m, Großmarkt “Rewell Center” im Zentrum (15 Min. zu Fuß). Entsorgung: Mülltrennung am Stegkopf; Altöl- und Bilgensammelstelle im Bootslager schräg gegenüber. Wer größer bauen oder kranen muss, findet 300 m östlich eine 24-t-Hubanlage der Stadtwerft; Ersatzteile liefern die Wärtsilä-Zulieferer fast “ab Werk”, denn Vaasa ist Finnlands Energietechnik-Hochburg.
Vaasa – Tor zum einzigartigen Kvarken-Archipel
Vaasa ist Eingangstor zur UNESCO-Weltnaturstätte Kvarken-Archipel – 5 600 Inseln, die durch die bis heute anhaltende Landhebung entstehen. Die charakteristischen „De-Geer-Moränen“ bilden flache, gerippten Schärenrücken; das Land hebt sich hier jedes Jahr fast einen Zentimeter. Ein kostenloses Naturinformationszentrum (Merenkurkku Visitor Centre, 2 km vom Steg) erklärt das Phänomen mit interaktiven Modellen. Direkt vor der Marina beginnt die Vogelschutzzone Vaskiluoto. Im Mai und September bevölkern Tausende Reiher- und Graugänse die Schlickflächen; Seeadler kreisen täglich. Wer paddeln will, mietet im Segelklub ein SUP und gleitet durch enge, schilfgesäumte Kanäle. Unter Wasser ist das Brackwasser nährstoffreich, Sicht selten über 1 m – Taucher zieht es eher in die Wrackparks vor Raippaluoto. An Land mischen sich schwedisch-historische Holzhäuser mit moderner Holz-Hochhausarchitektur. Die Stadtbewohner pendeln per Rad: ein 30-km-Radwebenetz führt vom Hafen zum Strandsand von Hietasaari und über die gewaltige Panoramabrücke nach Raippaluoto, der längsten Hängebrücke Finnlands.
Vaasa: Urbane Marina mit Schärencharme
Vaasa verbindet Schärenidylle, solide Hafentechnik und urbane Lebensqualität. Für Crews auf Bottensee-Runde ist der Hafen ein perfekter Versorger-Stop: Diesel, Supermarkt und Sauna in wenigen Schritten. Wer Tiefwasser und Nachtruhe sucht, findet beides – der Fährschwall ebbt schnell ab, und ab 23 Uhr dominiert Möwengekreisch. Optimal für Langfahrtyachten, die binnen eines Tages alle Servicepunkte abhaken wollen. Familien, dank flach abfallendem Strand und Seehundbecken im “Tropiclandia-Spa” fünf Minuten vom Steg. Naturfreunde, denn der UNESCO-Archipel beginnt buchstäblich vor der Bugspitze. Weniger geeignet für Boote >2,8 m Tiefgang; außerhalb des Fairways wird’s schnell flach. Segler, die “Postkarten-Schären” mit glasklarem Wasser erwarten – das Kvarken-Brack ist eher jadegrün. Mein persönlicher Gänsehautmoment: Mitternachtssonne über dem flachen Archipel – das Wasser eine silbrige Scheibe, die Stadtlichter spiegeln sich, und von der Saunaterrasse weht leise finnischer Tango. Plötzlich wird klar: Der hohe Norden hat seinen ganz eigenen Rhythmus – und Vaasa ist dessen entspanntes, aber sehr lebendiges Herz.
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