Mindelo: Windreiche Marina mit einfacher Einfahrt
Die breite Zufahrt ist rund um die Uhr befahrbar. Von NW oder SW hält man auf die weithin sichtbare Hafenmole mit rotem Feuer Fl R 5 s. Nachts hilft das Richtfeuerpaar (097°) im Einlauf. Tiefe in der Rinne ≥ 10 m, im Marina-Vorbecken 4–5 m. Wichtigstes Thema ist Wind: Der Nordost beschleunigt im „Mindelo Jet“ und legt im Einfahrtstrichter häufig 5–8 kn zu. Trifft gleichzeitig südlicher Schwell (selten, November–März) ein, entsteht Seitensee – Maschine in Bereitschaft halten. Wer nach Sonnenuntergang ankommt, erkennt Hafen und Stadt an den grell erleuchteten Kaikrähnen und der gelb-orange glimmenden Promenade. Formalitäten Mindelo ist offizieller Port of Entry. Nach dem Festmachen meldet man sich im Marina-Büro (Pass, Crewliste, Schiffspapiere). Zoll ist nur nötig bei Waffen, Haustieren oder größeren Ersatzteillieferungen; sonst reicht die einfache Immigration-Karte.
Sichere Marina mit Spiegelwasser vor Mindelo
Zwei Optionen: Marina Mindelo – 140 Boxen an schwimmenden Betonpontons, Länge bis 50 m, Tiefgang bis 4,5 m. Sturm und Schwell bleiben draußen; bei Starkwind schüttelt es im Rigg, das Wasser bleibt jedoch fast spiegelglatt. Strom (16 A, bis 63 A auf Anfrage) und Trinkwasser an jedem Finger. Ankerfeld Porto Grande – westlich der Stege, 4–8 m Sand-/Schlickgrund, hervorragend haltend. Schutz von NE bis SE perfekt; bei seltenem West- oder Nordschwell rollt es stark. Der Heckbereich der Bucht beherbergt Wracks: Nach Einbruch der Dunkelheit lieber nicht verholen. Dinghy-Dock an der Marina (2 € Tagesgebühr).
Gute Versorgung in zentraler Stadthafen-Marina
Treibstoff – Diesel am Marina-Ponton (täglich 08-18 h), Benzin per Kanister von der Straßentanke (5 Min. Taxi). Wasser – Entsalztes Stadtwasser, trinkbar, am Finger. Gas – Camping-Gaz-Tausch im Marina-Shop; Propanflaschen werden binnen 24 h gefüllt. Werft & Ersatzteile – 20-t-Travel-Lift, Rigg-Service, Segelmacher „Cabo Sail“; einfache Motorfilter erhält man im „Viamar“‐Industrieviertel. Proviant – Großer Supermarkt „Cruz Grande“ (10 Min. zu Fuß), Fisch- und Gemüsemarkt täglich bis 14 h. Importware ist teuer, lokaler Thun unschlagbar frisch. Wäsche & WLAN – Laundry im Marinagebäude; Glasfaser-WLAN auf den Stegen (Voucher im Büro). Müll – Getrennte Container; Altöl nimmt die Werft.
Tauchen und Kultur zwischen Vulkanbuchten
Die Bucht ist vulkanisch umrahmt: kahles, rostrotes Gestein, nur von Sukkulenten und ein paar Akazien getupft. Unter Wasser herrschen 10-m-Sichten; Tauchschulen holen Gäste direkt am Ponton zu Mantarochen-Putzstationen am Kanal von São Vicente. An Land lohnt ein 30-minütiger Aufstieg zum Monte Verde (750 m): Blick über Mindelo, Santo Antão und – bei Klarluft – bis São Nicolau. Kulturell pulsiert die Stadt: Live-Morna in der „Casa da Morna“, Capoeira-Rhythmen am Fischmarkt, Fußwege voller Straßenkunst. Im Februar explodiert der Karneval, im November drängen ARC+-Yachten – beide Male herrscht Festivalstimmung.
Mindelo: Atlantikstopp mit kreolischem Flair
Mindelo ist das Drehkreuz des Atlantiks: sicherer Zwischenhalt zwischen Europa und Karibik, mit echtem Stadtleben, kräftigem Passat und einer Prise kreolischem Soul. Warum hin? Rundum‐geschützte Marina, guter Ankergrund, klar strukturierte Behördengänge. Diesel, Reparatur, Proviant und sogar Express-Ersatzteile (DHL 48 h) in Gehweite. Authentische Kap-Verde-Atmosphäre: Livemusik, bunte Märkte, Kaffee aus Fogo. Was stört? Starker Wind-Staub von der Wüste, salzgesättigte Luft – Edelstahl korrodiert flink. Nächtliche „Generator-Reggae“ vom Fährkai bei Hafenfesten. Rolliges Ankerfeld bei Westschwall; dann ist die Marina goldwert. Für wen geeignet? Blauwasser-Crews auf Atlantiktörn, Reparaturstopper, Kultursucher. Weniger für Ruhesegler, die absolute Stille wollen – Mindelo schläft nie ganz. Ich selbst kam, um nur Wasser zu bunkern, und blieb zwölf Tage: Vormittags Rost klopfen, nachmittags Surfkurs am Praia Laginha, abends Morna unter Sternhimmel. Als die Leinen endlich losgingen, klang Cesária Évoras Stimme noch lange im Ohr – und der Passat roch plötzlich ein wenig nach Kap-Verde-Kaffee.
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