Unbefeuerte Hafenzufahrt mit wechselnden Bedingungen
Die Hafenzufahrt liegt bei 56 ° 53,1 N / 21 ° 10,2 E und ist unbefeuert – Einlaufen daher möglichst bei Tageslicht planen. Von Nord oder Süd hält man sich 0,3 sm vor der Küste, bis die beiden parallelen Steinmolen (je ca. 150 m) klar erkennbar sind. Barre / Tiefgang: Die Fahrrinne wird jährlich ausgebaggert; offiziell 2,5 – 3,5 m bei mittlerem Wasserstand, in der Einfahrt selbst zeitweise Grundseen bei Westwelle über 1 m. Bei östlichen Winden läuft kaum Schwell, Strömung bleibt unter 0,5 kn; West- bis Nordwestlage erzeugt Brandung, dann Ansteuerung besser mit halber Tide oder höher. VHF-Kontakt: „Pavilosta Port Control“ auf Kanal 16 – zwingend nur für Berufsschiffe, wird aber gern gesehen, wenn Yachten sich melden.
Ruhige Marina mit komfortabler Ausstattung
Die Marina besetzt beide Seiten des Flussbeckens: rund 20 Gästeplätze an fingerfreien Dalbenstegen, Boxenbreite bis 5 m. Tiefgang im Liegefeld 2,5 – 3,5 m, am Außenkai bis 4 m; Soft-Schlickgrund puffert jede Heckleine. Wind & Schwell: Durch die Molen und das Ufergrün ist das Becken bei allen Windrichtungen ruhig. Nur während schwerer Westfronten dringen kurze Druckwellen herein, die aber von den Dalbenfedern gut abgefangen werden. Ausrüstung: Frischwasser, 16-A-Strom, schnelles WLAN, Dousche und Sauna im Hafenhaus; ein 25-t-Travel-Lift steht am Nordufer für Reparaturen. Gebühren (2025): Yachten < 10 m zahlen 20 € pro 24 h, alles inklusive; darüber 6,05 €/m Monatspreis.
Kleiner Hafen mit dörflicher Infrastruktur
Beim Ablegen des Landganges landet man praktisch mitten im Dorf: Lebensmittel – kleiner „Top!“-Markt 400 m flussaufwärts; frisches Brot morgens ab 08 Uhr. Fischhalle – am Südkai verkaufen Fischer an drei Tagen pro Woche geräucherte Ostseelachs-Filets. Diesel/Gas – Bunkerstation an der Slipbahn, Kartenzahlung; Camping-Gaz-Tausch im Dorfladen. Müll & Umwelt – Recyclinginsel hinter dem Hafenbüro; Altöl nimmt die Werft kostenlos an. ÖPNV – Bus nach Liepāja (1 h) oder Ventspils (50 min) fährt von der Hauptstraße; Fahrkarten direkt beim Fahrer.
Pāvilosta: SUP-Abenteuer, Naturpfade und Lost-Places
Pāvilosta ist von Dünen, Kiefernwald und einer Küstenheide umgeben. Bekannt ist der Ort für Latvias größten Findling, der nur 100 m vor dem Strand im Flachwasser liegt – ein 15 m breiter Granitkoloss, bei ruhiger See ein tolles SUP-Ziel. Unter Wasser bietet das Flussdelta Sand und Seegras – Sicht 1–2 m, dennoch tummeln sich Stichlinge, Quappen und gelegentlich junge Dorsche. An Land lohnt der 6-km-Rundweg durch das Saka-Mündungsreservat: Uferschnepfen, Schreiadler und, mit Glück, Biber-Spuren. Wer Kultur mag, radelt 10 km südlich zum ehemaligen Militärflugplatz Ziemupe: Lost-Places-Romantik zwischen Runway und Kiefern.
Ruhiger Ostsee-Hafen mit authentischer Atmosphäre
Marina Pāvilosta ist kein Glamour-Hotspot, sondern ein ehrlicher Ostsee-Außenposten: tiefwassertaugliche Zufahrt, ruhige Box, warme Sauna und ein Dorf, das mehr nach Holzbootwerkstatt als nach Yachtboutique riecht. Pluspunkte: sichere Moleneinfahrt, komplette Grundversorgung, Sauna & Lift direkt am Steg, spektakulärer Sandstrand für Landtage. Minuspunkte: Einkauf und Diesel nur in Kleinmengen, Bahnverbindung fehlt, Weststurm kann Einlaufen erschweren. Empfehlenswert für Crews, die es ruhig mögen, für Skipper mit etwas Tiefgang und für alle, die eine Nacht zwischen Klaipėda und Liepāja einlegen wollen. Ich kam als Durchreisender, blieb wegen Saunagutscheins und Strandfeuer zwei Tage länger – und nahm nicht nur geräucherten Lachs, sondern auch einen Hauch baltischer Gelassenheit mit aufs nächste Etmal.
Community's Meinung