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Súdwest-Fryslân

Makkum

Makkum zwischen Strand und Grachten

Einleitung

Wer von Süden am Afsluitdijk entlangsegelt, sieht erst den weißen Strand von Makkum mit knallbunten Kites in der Luft, dann den dunklen Backstein­turm des Städtchens im Hintergrund. Gleich daneben leuchten die hellen Fassaden des „Beach-Resort“ – Palmenkübel, Surfboards im Sand und eine beschwingte Ferien­atmosphäre, wie man sie an einem niederländischen Binnensee kaum erwartet . Lässt man die Genua einrollen, riecht es nach Frieslands Brackwasser, nach frittierter Kibbeling und ein wenig nach frischem Epoxid – das Rigg der Megayachten, die in der Royal-Huisman-Werft entstehen, ragt deutlich über die Dächer. In der Marina dominieren Freizeit­katamarane und Familien­crews; wer weiter in den Ort schleust, findet sich plötzlich zwischen historischen Grachtenhäusern, Torfseglern und Fischer­kähnen wieder. Makkum fühlt sich damit gleichzeitig nach mondänem Urlaubs­zentrum und friesischer Museumskulisse an – ein Kontrast, der sofort neugierig macht.

Services und Ausstattung

Hier findest Du die verfügbaren Informationen über den Hafen Makkum

Segelyacht „Timeless“ liegt bei Sonnenschein am Steg; eingeholtes Segel, niederländische Flagge, ruhiges Wasser.

Herausfordernde Navigation ins Makkumerdiep

Die Zufahrt beginnt draußen auf dem IJsselmeer am Boarding­gate „Makkumer Buitenwaard“. Von dort führt das betonnte Makkumerdiep in breiten Schlenkern in die Lagune; das Fahrwasser ist auf rund 2 m gebaggert, bei westlichem Starkwind kann der IJsselmeer­spiegel aber 20–30 cm fallen . Auf das Echolot achten: Bei unter zwei Metern Tiefgang bleibt man exakt im Pricken­kanal und nimmt Fahrt heraus – der Boden ist weicher Seeboom-Schlick, aber bei rundem Kiel kann man sich rasch festsaugen. Orientierung bietet die auffällige weiße Strand­promenade des Resorts steuerbord, während backbord vorneweg die schlanken Hallen des Royal-Huisman-Werftgeländes ins Blickfeld rücken. Für die große Marina braucht man keine Brücke; wer in den Vissershaven oder hinter die Stadtschleuse möchte, folgt dem grünen Seiten­priel bis zum Schleusentor. Die Schleuse arbeitet handgesteuert, öffnet tagsüber stündlich; ihr Kammerboden liegt nur bei 1,30 m, tiefergehende Yachten bleiben deshalb vor der Schleuse in der Vissershaven . Eine Nacht­ansteuerung ist möglich – das Fahrwasser trägt Reflex­baken und solar­betriebene Lichter –, aber bei Starkwindeffekten besser auf Tageslicht warten, weil die Pricken eng gesetzt sind.

Idyllische Bootsplätze zwischen Strand und Grachten

Marina Makkum besteht aus mehreren Becken, die sich zwischen Ferienhäusern und dem Strand aufreihen. Schwimmende Beton­finger sind an Stahlpfählen geführt, Strom (16 A) und Trinkwasser liegen an jedem Platz. Bei Nord- oder Weststurm filtert der vorgelagerte Sandsaum den Seeschwell; der IJsselmeer-Chop ist im Hafen kaum spürbar. Der Grund ist weicher Schlick, Festmacherfedern arbeiten sanft und leise. Maximaler Tiefgang laut Hafennotiz: 2 m; das reicht für die meisten Touren­yachten, Katamarane mit über drei Metern Breite bekommen Randboxen zugewiesen . Im Vissershaven – gleich vor der Schleuse – liegt man längsseits an Holzstegen, 1,8–2,0 m tief, direkt neben der kleinen Krabben­flotte. Hinter der Schleuse findet man idyllische Grachten­liegeplätze mitten im Zentrum, aber nur bis rund 1,30 m Tiefgang und 3,50 m Breite; Mast bleiben stehen – die Brücke hebt hydraulisch. Hier schwappt kaum ein Hauch, der Nachtsound besteht aus Entenquaken und dem Glockenschlag der Kirche.

Langer Steg mit zahlreichen vertäuten Segelbooten; ein Boot fährt auf ruhigem Wasser hinaus unter klarblauem Himmel.
Segelboot „Pura Vida“ liegt mit weiteren Yachten an ruhigem Steg; tiefstehende Sonne spiegelt sich im stillen Wasser.

Yachthafen: Komfort und Nähe zum Strand

Von der Marina sind es gut 300 m bis zum Strand, 200 m bis zum Surf- & Kite­center. Ein kleiner „Albert Heijn to go“ versorgt Camper und Crews, für den Wocheneinkauf läuft man (oder radelt mit den kostenlosen Hafen­rädern) zehn Minuten zum Jumbo im Ortskern. Diesel / Benzin an der Bunker­station zwischen Werft und Vissershaven, Gasflaschen­tausch im Wassersport­laden gleich nebenan. Werft & Service: Die Royal-Huisman- und Prins-van-Oranje-Yard bieten 100-t-Travellift, Mastkran, Segelmacher und Elektronik­service – wegen der Megayacht­programme allerdings nur nach Voranmeldung freier Kapazitäten. Sanitär & Extras: Top-moderne Duschen, Wasch­salon, beheiztes Hallen­bad für Hafen­gäste und eine kleine Sauna. Mülltrennung vor jedem Steg, Schwarzwasser­saug­station gratis am Tankponton. WLAN ist flächendeckend und schnell genug fürs Homeoffice.

Friesland: Wassersport und Naturidylle

Die flache Westküste Frieslands ist ein Paradies für Kite- und Windsurfer; das IJsselmeer bleibt hier Dutzende Meter weit stehtief – ideale Schulungs­bedingungen. Hinter dem Deich erstreckt sich das Vogelschutz­gebiet „Makkumerwaard“: Schilf, Rohrdommeln, Seeadler und im August Schwärme von Kiebitz­regern. Ein Holzbohlen­weg führt in 20 Minuten zum Aussichtsturm am Wattenleck. Wer Kultur sucht, spaziert ins historische Stadt­zentrum: Kaufmanns­häuser mit geschnitzten Giebeln, die Steingut­manufaktur Tichelaar aus dem 16. Jahrhundert und das kleine Fischerei­museum erzählen vom einstigen „Tor zur Zuiderzee“ . Mit einem Miet­kajak kann man von der Marina aus in das verzweigte friesische Kanalsystem paddeln: durch Reet­tunnel, vorbei an Kuhweiden und unter blühenden Linden hindurch bis zum See IJsselring – eine perfekte Abwechslung bei Flaute. Unter Wasser herrscht IJsselmeer-typische Trübe, doch Seegras­wiesen und vereinzelte Muschel­bänke beherbergen Barsche und Flusskrebse; Schnorcheln lohnt vor allem für Kinder im seichten Strandbereich.

Ruhiger Kanal mit Booten, flankiert von roten Ziegelhäusern; Spiegelung im Wasser unter bewölktem Himmel
Segelboote im Yachthafen; vorn liegt die weiße „Josephine“ im ruhigen Wasser, Masten ragen dicht an dicht.

Makkum: Lebhafte Lagune am IJsselmeer

Makkum verbindet wie kaum ein anderer Hafen am IJsselmeer drei Welten: einen top ausgestatteten Freizeit-Hotspot am Strand, ein quirliges Fischer- und Werftareal mit Großschiff­flair und ein gotisch verwinkeltes Altstadt­zentrum. Stärken Sichere, gut markierte Zufahrt – auch bei typischem IJsselmeer-Hack. Rundum­schutz in der Marina, erstklassige Infrastruktur von Surf­schule bis Megayacht-Werft. Authentisches Ortsbild mit Kneipen, Steingut­manufaktur und Events wie den „Makkumer Fisch­tagen“ im August. Schwächen Für Yachten mit mehr als zwei Metern Tiefgang endet der Törn im Außenbecken. Bei Stark­west schlägt vor der Hafeneinfahrt steile, kurze Welle; auflaufendes Wasser abwarten, wenn der Tiefgang auf Kante ist. Hochsommerliche Wochenenden bringen Kite-Trubel und Partystimmung bis spät in die Nacht. Geeignet für Familien, die einen Strand-Sailing-Mix suchen, für Langfahrt­crews, die einen Wartungs­stopp brauchen, und für Sportler, die Kiten oder Windsurfen lernen wollen. Weniger empfehlenswert als romantischer Ruheposten im Juli/August oder für Tiefkieler über zwei Metern. Ich selbst kam auf der Durchreise Richtung Wattenmeer nur wegen eines Ersatzteils – geblieben bin ich drei Tage: Morgens Reparatur am Steg, mittags Kite-Crashkurs, abends Kibbeling im alten Vissershaven. Als der Mast im abendlichen Licht spiegelte und die Dorf­glocken neun schlugen, war mir klar, dass Makkum mehr ist als ein Strandhafen: Es ist eine friesische Miniaturausgabe von „Arbeiten, Wohnen, Urlauben“ – alles in einer geschützten Lagune am IJsselmeer.

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