Herausfordernde Navigation ins Makkumerdiep
Die Zufahrt beginnt draußen auf dem IJsselmeer am Boardinggate „Makkumer Buitenwaard“. Von dort führt das betonnte Makkumerdiep in breiten Schlenkern in die Lagune; das Fahrwasser ist auf rund 2 m gebaggert, bei westlichem Starkwind kann der IJsselmeerspiegel aber 20–30 cm fallen . Auf das Echolot achten: Bei unter zwei Metern Tiefgang bleibt man exakt im Prickenkanal und nimmt Fahrt heraus – der Boden ist weicher Seeboom-Schlick, aber bei rundem Kiel kann man sich rasch festsaugen. Orientierung bietet die auffällige weiße Strandpromenade des Resorts steuerbord, während backbord vorneweg die schlanken Hallen des Royal-Huisman-Werftgeländes ins Blickfeld rücken. Für die große Marina braucht man keine Brücke; wer in den Vissershaven oder hinter die Stadtschleuse möchte, folgt dem grünen Seitenpriel bis zum Schleusentor. Die Schleuse arbeitet handgesteuert, öffnet tagsüber stündlich; ihr Kammerboden liegt nur bei 1,30 m, tiefergehende Yachten bleiben deshalb vor der Schleuse in der Vissershaven . Eine Nachtansteuerung ist möglich – das Fahrwasser trägt Reflexbaken und solarbetriebene Lichter –, aber bei Starkwindeffekten besser auf Tageslicht warten, weil die Pricken eng gesetzt sind.
Idyllische Bootsplätze zwischen Strand und Grachten
Marina Makkum besteht aus mehreren Becken, die sich zwischen Ferienhäusern und dem Strand aufreihen. Schwimmende Betonfinger sind an Stahlpfählen geführt, Strom (16 A) und Trinkwasser liegen an jedem Platz. Bei Nord- oder Weststurm filtert der vorgelagerte Sandsaum den Seeschwell; der IJsselmeer-Chop ist im Hafen kaum spürbar. Der Grund ist weicher Schlick, Festmacherfedern arbeiten sanft und leise. Maximaler Tiefgang laut Hafennotiz: 2 m; das reicht für die meisten Tourenyachten, Katamarane mit über drei Metern Breite bekommen Randboxen zugewiesen . Im Vissershaven – gleich vor der Schleuse – liegt man längsseits an Holzstegen, 1,8–2,0 m tief, direkt neben der kleinen Krabbenflotte. Hinter der Schleuse findet man idyllische Grachtenliegeplätze mitten im Zentrum, aber nur bis rund 1,30 m Tiefgang und 3,50 m Breite; Mast bleiben stehen – die Brücke hebt hydraulisch. Hier schwappt kaum ein Hauch, der Nachtsound besteht aus Entenquaken und dem Glockenschlag der Kirche.
Yachthafen: Komfort und Nähe zum Strand
Von der Marina sind es gut 300 m bis zum Strand, 200 m bis zum Surf- & Kitecenter. Ein kleiner „Albert Heijn to go“ versorgt Camper und Crews, für den Wocheneinkauf läuft man (oder radelt mit den kostenlosen Hafenrädern) zehn Minuten zum Jumbo im Ortskern. Diesel / Benzin an der Bunkerstation zwischen Werft und Vissershaven, Gasflaschentausch im Wassersportladen gleich nebenan. Werft & Service: Die Royal-Huisman- und Prins-van-Oranje-Yard bieten 100-t-Travellift, Mastkran, Segelmacher und Elektronikservice – wegen der Megayachtprogramme allerdings nur nach Voranmeldung freier Kapazitäten. Sanitär & Extras: Top-moderne Duschen, Waschsalon, beheiztes Hallenbad für Hafengäste und eine kleine Sauna. Mülltrennung vor jedem Steg, Schwarzwassersaugstation gratis am Tankponton. WLAN ist flächendeckend und schnell genug fürs Homeoffice.
Friesland: Wassersport und Naturidylle
Die flache Westküste Frieslands ist ein Paradies für Kite- und Windsurfer; das IJsselmeer bleibt hier Dutzende Meter weit stehtief – ideale Schulungsbedingungen. Hinter dem Deich erstreckt sich das Vogelschutzgebiet „Makkumerwaard“: Schilf, Rohrdommeln, Seeadler und im August Schwärme von Kiebitzregern. Ein Holzbohlenweg führt in 20 Minuten zum Aussichtsturm am Wattenleck. Wer Kultur sucht, spaziert ins historische Stadtzentrum: Kaufmannshäuser mit geschnitzten Giebeln, die Steingutmanufaktur Tichelaar aus dem 16. Jahrhundert und das kleine Fischereimuseum erzählen vom einstigen „Tor zur Zuiderzee“ . Mit einem Mietkajak kann man von der Marina aus in das verzweigte friesische Kanalsystem paddeln: durch Reettunnel, vorbei an Kuhweiden und unter blühenden Linden hindurch bis zum See IJsselring – eine perfekte Abwechslung bei Flaute. Unter Wasser herrscht IJsselmeer-typische Trübe, doch Seegraswiesen und vereinzelte Muschelbänke beherbergen Barsche und Flusskrebse; Schnorcheln lohnt vor allem für Kinder im seichten Strandbereich.
Makkum: Lebhafte Lagune am IJsselmeer
Makkum verbindet wie kaum ein anderer Hafen am IJsselmeer drei Welten: einen top ausgestatteten Freizeit-Hotspot am Strand, ein quirliges Fischer- und Werftareal mit Großschiffflair und ein gotisch verwinkeltes Altstadtzentrum. Stärken Sichere, gut markierte Zufahrt – auch bei typischem IJsselmeer-Hack. Rundumschutz in der Marina, erstklassige Infrastruktur von Surfschule bis Megayacht-Werft. Authentisches Ortsbild mit Kneipen, Steingutmanufaktur und Events wie den „Makkumer Fischtagen“ im August. Schwächen Für Yachten mit mehr als zwei Metern Tiefgang endet der Törn im Außenbecken. Bei Starkwest schlägt vor der Hafeneinfahrt steile, kurze Welle; auflaufendes Wasser abwarten, wenn der Tiefgang auf Kante ist. Hochsommerliche Wochenenden bringen Kite-Trubel und Partystimmung bis spät in die Nacht. Geeignet für Familien, die einen Strand-Sailing-Mix suchen, für Langfahrtcrews, die einen Wartungsstopp brauchen, und für Sportler, die Kiten oder Windsurfen lernen wollen. Weniger empfehlenswert als romantischer Ruheposten im Juli/August oder für Tiefkieler über zwei Metern. Ich selbst kam auf der Durchreise Richtung Wattenmeer nur wegen eines Ersatzteils – geblieben bin ich drei Tage: Morgens Reparatur am Steg, mittags Kite-Crashkurs, abends Kibbeling im alten Vissershaven. Als der Mast im abendlichen Licht spiegelte und die Dorfglocken neun schlugen, war mir klar, dass Makkum mehr ist als ein Strandhafen: Es ist eine friesische Miniaturausgabe von „Arbeiten, Wohnen, Urlauben“ – alles in einer geschützten Lagune am IJsselmeer.
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