Ruhiger Hafen nahe Amsterdams Zentrum
Durgerdam liegt am Ostufer des Buiten-IJ, nur 3 sm nordöstlich des Amsterdamer Hauptbahnhofs. Von See kommend passiert man die Oranjesluizen, folgt dem betonnten Hauptfahrwasser Richtung Schellingwouderbrug und hält sich nach Steuerbord, sobald die Zanddijk-Tonne querab liegt. Die vereinseigene Zufahrtsrinne ist mit grünen bzw. roten Pricken gekennzeichnet und laut Hafeninfo auf 2,20 m ausgebaggert; einzig bei lang anhaltender Südwestlage kann der Wasserstand um 30–40 cm fallen . Zwischen IJ-Fahrwasser und Vereinsrinne liegt eine schlammige Schwelle – unbedingt im Tonnenstrich bleiben. Nach 0,3 sm öffnet sich der rechteckige Hafenpolder; hier gilt „Langsam fahrt 6 km/h“ und Funkkontakt mit dem Hafenmeister ist nicht nötig – Anlaufen einfach, einladend und ohne Schwell. Nachtansteuerung ist dank der beidseitig reflektierenden Staken und der Lichtglocke des Kirchturms problemlos, Regen und Nebel hingegen erfordern Radar oder Plotter.
Ruhiger Hafenplatz mit guter Windabdeckung
Ankern ist rund um die Vereinsstege möglich, wird aber selten genutzt: Der schlammig-weiche Grund hält zwar gut, doch freie Plätze in der Boxenanlage sind fast immer verfügbar, außer am Y-Torenrace-Wochenende Anfang Mai . Hinter dem Deich ist das Wasser spiegelglatt – Ostwind wird durch den Deich, West- und Nordwind durch das gegenüberliegende Land abgeriegelt, Schwell existiert praktisch nicht.
Gemütlicher Klub-Hafen mit umfassendem Serviceangebot
Die Zeilvereniging “Het Y” betreibt die Anlage als Klubhafen, lässt aber Passanten herzlich zu: Grün-rote Schilder zeigen freie Boxen; der Hafenmeister weist tagsüber per Zuruf oder abends per Aushang Steg C/D oder Mastenkranpier zu. Tiefen: 2,20 – 2,30 m am Passantenkopf, 1,7 – 2 m in den Innenboxen, 1,5–1,6 m an Außen- und Jollensteg . Strom, Wasser und WLAN sind im Preis (Sommer 2025: 2,10 €/m) enthalten. Sanitär, Waschmaschine und Trockner befinden sich im schwimmenden Klubschiff; morgens gibt es dort Filterkaffee auf Vertrauensbasis. Diesel bunkert man am Diederik-Steiger in Schellingwoude (2,5 km), Gasflaschen sowie Frischproviant in der Bio-Landmarkt (2,3 km, kostenlose Leihfahrräder für eine Stunde). Schwarzwasserpumpe, Mastkran (80 €), Leih- wie Mietfahrräder und ein AED runden das Servicepaket ab . Müll wird direkt am Tor getrennt, Altöl übernimmt der Hafenwart kostenlos.
Naturidyll zwischen Amsterdam und Markermeer
Durgerdam ist ein Idyll zwischen Großstadt und Polderwiese: Gleich hinter dem Deich beginnt die IJdoornpolder – ein Natuurmonumenten-Reservat, in dem Kiebitz, Uferschnepfe und sogar Löffler brüten . Ein Vogelaussichtspunkt liegt 500 m nördlich der Marina. Radwege führen durchs Waterland nach Marken, Monnickendam oder in 30 Minuten zum Grachtengürtel von Amsterdam. Das Markermeer selbst ist mit einer Mitteltiefe von 2–5 m ein riesiger Flachsee, dessen lehmig-sandiger Grund hervorragenden Halt bietet; nur bei Bft 6–7 entwickelt sich kurzer, steiler Hack, der kleineren Crewmitgliedern Magengrummeln verursacht . Unterwasser sieht man in Ufernähe Schwärme von Stichlingen und Barschen; SUP-Paddler gleiten zwischen Seerosen an verwitterten Pfählen vorbei. Wer baden will, läuft fünf Minuten zum kleinen Sandstrand am Südende des Dorfs; das Wasser wird dort wegen der geringen Tiefe schnell 22–23 °C warm. Kulturfans pilgern zwei Busstationen zum NDSM-Gelände (Street-Art, Food-Hallen) oder nehmen den Schnellbus zur Innenstadt – ab Halt Liergouw 20 Min. bis Amsterdam-Noord.
Durgerdam – ruhiger Hafen vor Amsterdams Toren
Durgerdam ist genau das, was vielen Großstadtmarinas fehlt: Ruhe. Tagsüber hört man das leise Klopfen der Holzmasten, abends das Fernbrummen der Amsterdamer Skyline. Für uns war der Hafen perfekte Basis, um das Markermeer zu erkunden und gleichzeitig die Metropole vor der Gangway zu haben. Pluspunkte Sicher & schwellfrei bei nahezu allen Windrichtungen. Exzellente Nahversorgung: Strom, Wasser, WLAN, Pump-out, Mastkran; Supermarkt und Diesel in Raddistanz. Natur & City in Reichweite: IJdoornpolder mit Löfflern und Grasfröschen, zugleich 30 Minuten bis zu den Grachten. Preiswert: 2,10 €/m inkl. Wasser und WLAN ist für Amsterdam knapp unschlagbar. Minuspunkte Tiefganglimit: Boxen teils nur 1,5 – 1,7 m; Yacht > 2 m muss außen oder wartet Hochwasser. Kein 24-h-Hafenmeister: Wer spät ankommt, muss sich anhand des Aushangs orientieren. Bei Südweststurm weht Wasser ab – 30 – 40 cm weniger Tiefe möglich. Geeignet für Familien: windstiller Hafen, flaches Badewasser, Spielwiesen am Deich. Stadt-Segler:innen: Sightseeing und Museumsbesuche tagsüber, ruhiges Cockpit in der Nacht. Einhand-Crews: einfache Boxenmanöver, Hafenmeister hilft oft persönlich beim Anlegen. Weniger geeignet, wenn man Nachtleben direkt am Steg oder Werft-Großservice sucht – dafür ist Sixhaven oder Lelystad besser. Mein persönlicher Magic-Moment? Ein orange-rosa Sonnenaufgang im Cockpit, während die ersten Graugänse über die Deichkrone strichen und hinter der Stadtsilhouette der A’DAM-Tower langsam sein Drehrestaurant ins Licht drehte. Durgerdam – ein Ort, an dem man den Puls von Amsterdam fühlen kann, ohne seinem Herzschlag ausgesetzt zu sein.
Community's Meinung