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Edam-Volendam

Volendam

Fisch, Folklore, Flair in Volendam

Einleitung

Das IJsselmeer liegt spiegelglatt, doch schon aus einer halben Meile Entfernung hört man Akkordeonmusik und das Klackern von Holzschuhen auf Planken. Das kann nur Volendam sein: Über dem Deich lugen die roten Giebel der Hafenzeile hervor, davor leuchten die Masten einer dichten Yachttraube. Beim Einlaufen begrüßt einen ein Potpourri aus Fischduft, holländischen Schlagern und Selfie‐Klicks – Volendam ist touristischer Hot-Spot und echter Fischereihafen zugleich. Die ersten Eindrücke sind bunt: Ausflugsschiffe grüßen mit Typhon, Plattbodensegler kreuzen zwischen Jollen, und auf dem Kai posieren Gäste in Tracht vor Käse­rädern. Hat man die Leinen erst fest, stellt sich jedoch rasch Gemütlichkeit ein: Gegen Abend ebbt der Tagestrubel ab, Möwen segeln in der rosa Abendbrise, und hinter den Kneipenfassaden hört man nur noch das Rascheln der Wimpelketten.

Services und Ausstattung

Hier findest Du die verfügbaren Informationen über den Hafen Volendam

Sonniger Hafen: Holzböden vorn, Segelboote am Steg, dahinter Häuserzeile am Wasser unter blauem Himmel mit Wolken.

Navigationsroute: Sichere Zufahrt zum Markermeer

Die Zufahrt beginnt bei Tonne VD1 am Markermeer-Fahrwasser. Von Süden kommend steuert man 030 ° bis zur grünen Pricke VD3, danach folgt man dem betonnten Stichkanal mitten durch das Flachwasser. Die Rinne ist jährlich gebaggert und hält ca. 2,4 m bei mittlerem Pegel; bei starkem Westwind kann der Markermeer­spiegel 20 cm fallen – dann lieber mit geborgenen Schwertern langsam einlaufen. Landmarke ist der Kirchturm von Sint-Vincentius mit hellgrauem Turmhelm. Sobald das rote Molenlicht Fl R 5 s querab kommt, fällt man auf Steuerbord ab in das Vorbecken. Nachts erleichtern Richtfeuer am Südkai (283 °) die Peilung; dennoch besser bei Tageslicht, weil viele Charterboote und Ausflugs­dampfer kreuzen.

Sichere Liegeplätze in Volendam-Häfen

Freies Ankern direkt vor Volendam ist weder erlaubt noch sinnvoll – das Wasser fällt schnell unter zwei Meter, außerdem läuft Fährverkehr nach Marken. Hafengäste haben zwei Optionen: Marina Volendam östlich des Ortes: ein großes, modernes Becken mit schwimmenden Fingerstegen, wo auch 45-Fuß-Yachten bequem Platz finden. Der Untergrund aus weichem Schlick dämpft jeden Schwell, die lange Steinmole bricht Wind bis 7 Bft. Gemeentehaven mitten an der Promenade: historische Holzstege längsseits, begrenzt auf circa 1,9 m Tiefgang. Hier rollt bei Nordwind etwas Seegang durch das Vorbecken, dafür liegt man in erster Reihe vor den Aalräuchern und Fischbuden. Beide Häfen bieten Strom (16 A) und Wasser direkt am Platz; der Pegel bleibt wie überall im IJsselmeer gezeitenlos, Strömung ist vernachlässigbar.

Hafen mit Segelbooten, historische Giebelhäuser, Holzsteg, Statue und rot-weißer Mast unter blauem Himmel
Möwe auf Poller im Hafen, dahinter historische Segelschiffe und Häuser unter bewölktem Himmel

Komfort und Versorgung in Volendam-Häfen

Von der Marina sind es fünf Minuten Fußweg bis zum Deich, vom Gemeindehafen steht man praktisch schon in der Hauptgasse. Proviant: Ein großer Albert-Heijn-Supermarkt liegt im Ortskern (700 m). Frischen Aal und Kibbeling kauft man bei „Smit-Bokkum“ gleich hinterm Südmolenkopf. Treibstoff: Diesel und Benzin gibt es am Tankponton der Marina Volendam; Camping-Gaz tauscht die angrenzende Wassersport­werkstatt. Sanitär & Extras: Beide Häfen bieten moderne Duschen, Waschmaschinen und schnelles WLAN (kostenfrei). In der Marina gehören Hallenbad und kleine Sauna zum Liegepreis. Ein 40-t-Travellift ermöglicht Unterwasser­arbeiten; ein Segelmacher sitzt im Nachbarort Edam und holt Tücher ab. Recycling: Wertstoffcontainer direkt hinterm Hafentor, Altöl nimmt die Werft ohne Gebühr.

Naturerlebnis und Entspannung am Ijsselmeer

So quirlig die Deichpromenade ist, so ruhig zeigt sich die Umgebung: Gleich außerhalb des Ortes beginnt der Polder „Zeeschelde“. Radwege führen durch weite Weiden, an Entwässerungs­gräben brüten Säbelschnäbler und Rotschenkel. Ein klassischer Ausflug ist die 20-minütige Fähre ins Insel-Dorf Marken – früher ein Eiland im Zuiderzee, heute per Damm erreichbar; dort warten Pfahlhäuser, Holzboote und grüne Wiesen voller Lämmer. Unter Wasser erwarten einen IJsselmeer-typische 1–2 m Sicht, Seegraswiesen, Stichlinge und Zwergmuscheln. Kinder plantschen in der seichten Lagune gleich neben der Marina; das Wasser erwärmt sich hier im Juni schon auf über 20 Grad.

Sonniger Hafen: Segelboote am Steg, historisches Schiff rechts, Kopfsteinpflasterkai und Reihenhäuser im Hintergrund.
Segelboot fährt in belebten Yachthafen; Boote an Stegen, Menschen flanieren an Uferpromenade im Sommer.

Volendam: Lebendiger Hafen mit Kontrasten

Volendam polarisiert: Manche Segler empfinden das Trachtenbesucher-Ballyhoo als Kitsch, andere genießen die lebendige Hafen­szene. Aus nautischer Sicht sprechen drei Punkte klar für einen Stopp: Einfache, tiefe Zufahrt – auch bei Starkwind sicher, dank betonntem Stichkanal. Top-Versorgung – Diesel, Travellift, Supermarkt und jede Menge Gastronomie in Gehweite. Kultur & Flair – Werftmuseum, Muschelkutter, Trachtenfotos – ein bisschen Disneyland, ja, aber eben auch authentische Fischerei­geschichte. Wer ruhige Abende möchte, legt sich besser in die Marina und radelt zum Bummeln in den Ort. Wer das bunte Treiben sucht und ein leichtes Schaukeln toleriert, wählt den Gemeindehafen. Für Tiefgänger über zwei Metern empfiehlt sich ausschließlich die Marina. Familien finden Sandstrand, Spielplatz und Käse­hof; Technik­crews schätzen Werft und Ausrüster. Weniger geeignet ist Volendam für Natur­einsiedler und für Nachtschwärme­rinnen, die lange Ruhe wollen – die Bars schließen gegen eins, und morgens um acht legt das erste Ausflug­boot ab. Ich selbst kam an einem Sonnabendabend – schob mich durch Selfie-Touristen, schlürfte fangfrischen Hering und lauschte Akkordeons. Als der Trubel abklang, hörte ich wieder Takelgeklapper, Seevögel und Polderfrösche. Genau dieser Umschwung macht Volendam spannend: Laut und leise in einem Atemzug. Ein Kleinod fürs Logbuch, das zeigt, dass ein Hafen nicht nur Wellenbrecher, sondern auch Weltenbrecher sein kann.

Informationen zum Liegeplatz

Hier findest Du die verfügbaren Informationen über den Hafen Volendam

460

Anzahl Liegeplätze

31

VHF Kanal

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