Komfortabler Hafen am Krabbersgat
Zufahrt: Ab Tonne IJ14 (grün) steuert man auf 036 ° in das Krabbersgat. Das Fahrwasser ist auf 3 m ausgebaggert; aus Westen setzt bei Starkwind kurze Kreuzsee, beruhigt sich aber hinter den Molenköpfen. Lichter: Weißes Richtfeuer 036 ° (Iso 4 s) für die Einfahrt, rotes bzw. grünes Molenkopffeuer beidseitig – nachts gut erkennbar, doch Stadt-Streulicht mindert Tiefe, Plotter hilft. Häfen: Backbord öffnet sofort die Compagnieshaven (700 Plätze) – Anmeldung am Empfangs-Steg, Tiefgang 2,4 m . Wer weiter in den Stadthafen will, folgt dem betonnten Kanal zur historischen Buitenhaven (2,7 m) oder passiert das Naviduct „Krabbersgat-Schleuse“ in das Markermeer . Wind: Vorherrschend West bis Nordwest; Fallwinde gibt es kaum, doch Böen können in die Gassen der Compagnieshaven pfeifen. Großsegel deshalb vor der Moleneinfahrt bergen.
Sicherer Hafen: Ruhe im Sturm
Freies Ankern ist innerhalb der Hafengrenzen untersagt, und vor den Molenköpfen rollen Fähren und Sportboote pausenlos – alles andere als gemütlich. In den drei Jachthäfen (Compagnieshaven, Buyshaven, Buitenhaven) liegt man dagegen wie in einer Badewanne: massige Spundwände nehmen jeden IJsselmeer-Schwell, und selbst Starkwind aus West erzeugt nur leichten Rückschwall am Außensteg. Der Untergrund ist fester Lehm; Festmacher und Moorings sitzen bombenfest.
Umfassender Service im Compagnieshaven
Die Compagnieshaven ist ein vollwertiges Servicezentrum: Strom, Wasser, Glasfaser-WLAN an jedem Finger, topmoderne Sanitärtrakte, ein kleiner Supermarkt, Wassersport-Shop, Restaurant sowie Spielplatz für Nachwuchscrew – alles binnen zwei Gehminuten . Diesel- und Benzinpumpen stehen direkt neben dem Hafenbüro; Altöl und Bilgenwasser werden kostenlos entsorgt . Wer es ruhiger mag, verholt 800 m nordöstlich in die Buyshaven des Königlichen Niederländischen Yachtclubs: viel Grün, dennoch nur zehn Gehminuten ins Zentrum – Leihfahrräder inklusive . Die Altstadt beginnt praktisch am Hafentor: zwei Supermärkte, Bäckereien, Metzger und eine Fischhalle liegen in Flip-Flop-Entfernung. Abends füllt sich der alte Drommedaristurm-Graben mit Kneipenbesuchern. Segelmacher, Motor-Werkstätten und ein 35-t-Travel-Lift sitzen direkt auf dem Gelände der Compagnieshaven; Ersatzteile bekommt man im Watersportwinkel am Oosterhaven. Mülltrennung ist obligatorisch, Pump-Out-Station gratis.
Wassersport und Geschichte in Enkhuizen
Enkhuizen war einst VOC-Hauptstützpunkt und hat seine Wasserlage nie verloren: Zuiderzeemuseum – Fügt sich nördlich der Compagnieshaven an; alte Fischerhäuser, Segellastkähne und Austernbänke zeigen das Leben vor dem Deichbau. Rad- & Paddelreviere – Ein Deichweg führt Richtung Andijk; unterwegs Rastplätze mit Schilfbuchten, in denen Haubentaucher brüten. Kanuten genießen das Netz aus Grachten und Stadtgräben; SUP-Boards verleiht das Hafenbüro. Marker Wadden – Das neu aufgespülte Inselarchipel liegt 15 sm südöstlich – ein Tages-Abstecher für Segler, schnorchelnde Kinder und Vogelgucker zugleich. Flora & Fauna – Zwischen Pfahlresten tauchen Zander und Barsch; Eisvögel sieht man in der Morgendämmerung am Westerhaven. Unter Wasser bleibt die Sicht < 1 m, doch Krautfelder wimmeln von Hecht-Brut.
Enkhuizen: Ideales Ziel am IJsselmeer
Enkhuizen bietet die dichteste Kombination aus Hafen-Komfort, maritimer Geschichte und Freizeitprogramm am ganzen IJsselmeer. Pluspunkte Einfache, tide- und schleusenfreie Ansteuerung, Tiefgang bis 2,4 m; 1 500 Liegeplätze – Platz findet sich fast immer. Vollservice in der Compagnieshaven, aber auch lauschige Ecken in Buyshaven oder Buitenhaven. UNESCO-würdiges Stadtbild, Zuiderzeemuseum, Strandbad und perfekter Zuganschluss nach Amsterdam (Bahnhof 200 m). Minuspunkte Bei West 7 Bft kurze Grundsee im Krabbersgat – Einlaufen erfordert Timing. Sommerwochenenden sehr belebt; Nachtruhe beginnt erst, wenn der letzte Kneipengast heimradelt. Die kompakte Altstadt lockt viele Tagestouristen – wer Einsamkeit sucht, kreuzt besser nach Urk oder Den Oever. Für wen geeignet? Familien – Spielplatz im Hafen, Museum vor dem Bug, Badestelle am Streekbos. Langfahrer – Diesel, Lift, Segelmacher & Ersatzteile unter einem Dach. Kulturfans – historische VOC-Häfen, Friesischer Käsemarkt und Jazz-Abende im Drommedaris. Ich halte Enkhuizen im Logbuch als „Ort der extralangen Landgänge“ fest – weil immer noch ein Museumsgassen-Bummel, ein Kibbeling-Stand oder ein Westwiesen-Sonnenuntergang lockt, bevor man die Leinen wieder loswirft. Logbuch-Resumé: „Wem im IJsselmeer nur ein Hafen bleibt, der wähle Enkhuizen.“
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