Monnickendam: Malerisches Segelziel bei Amsterdam
Monnickendam liegt am Ostufer des Gouwzee, nur sechs Seemeilen nordöstlich von Amsterdam. Von Süden folgt man ab der Kardinaltonne “HZ 1” dem betonnten Fahrwasser „Kleine Koog“; Kurs 030 °, Tiefe durchgehend ≥ 3 m. • Markante Landmarken: das weiße Leuchtfeuer der Waterlandse Zeedijk und die Windmühle „De Grote“. • Vorhafen:** Breite 80 m, auch bei Starkwind gut zu manövrieren; bei Westwind entsteht leichter Querversatz. • Brücken/Schleusen:** Die Klappbrücke „Galgerbrug“ öffnet im Sommer stündlich, doch die meisten Gastlieger biegen vorher steuerbord in den großen Yachthafen „Marina Monnickendam“ (tidefrei, keine Brücke). Nachtansteuerung ist dank durchgehend befeuerter Fahrwassertonnen problemlos, bei Nebel erleichtern Radarreflektoren an den Deichpfählen das Peilen.
Sicherer Hafen in historischem Monnickendam
Freies Ankern ist im flachen Gouwzee offiziell gestattet, bietet aber wegen weichem Schlickgrund mäßigen Halt; zudem zieht Fährverkehr von Marken Rollwelle. Sicherer liegt man in einem der drei Hafenbecken: Marina Monnickendam – rund 500 Boxen bis 3,5 m Tiefe, Schwimmstege, 24-h-Hafenmeister. WSV Monnickendam – vereinseigener Hafen, 2,5 m Tiefgang, gemütliche Atmosphäre. Binnenhaven direkt vor der Altstadt – Längsseitsplätze an der Kaikante, bis 2,2 m Tiefe; perfekt für Nostalgie, jedoch eng und oft voll. Alle Liegeplätze sind komplett schwellfrei; bei Starkwind pfeifen Böen über den Deich, doch mit langen Springs bleibt das Boot ruhig.
Moderne Marina: Komfort und Service
An jedem Steg gibt es Strom (16 A), Trinkwasser und WLAN. Sanitäranlagen in der Marina wurden 2023 renoviert (Duschen, Waschmaschine, Trockner). Diesel bunkert man an der Selbstbedienungspumpe gleich neben dem Hafenkopf; Gasflaschen tauscht der Yachtshop „Waterland“. Lebensmittel: zwei Supermärkte (Albert Heijn & Deen) liegen zehn Gehminuten entfernt, Bäcker und Metzger sogar noch näher. Am Kai verkaufen Fischer fangfrischen Aal, und dienstags ist Wochenmarkt auf dem „Noordeinde“. Müll wird getrennt, eine Pump-out-Station befindet sich an Steg C. Wer größere Reparaturen braucht, findet einen 40-t-Kran und Rigg-Service im benachbarten Waterland-Yachtzentrum.
Wasserlabyrinth und Kultur in Waterland
Direkt vor dem Hafen beginnt das Waterland-Polder – ein Labyrinth aus Kanälen, Schilf und Blumenwiesen. Am frühen Morgen gleiten Haubentaucher durchs Hafenbecken, abends fliegen Schwärme von Kiebitzen über den Deich. Radwege führen durch Tulpenfelder bis nach Edam und Volendam (je 8 km). Kulturfans besuchen das Museum „De Speeltoren“, dessen Glockenspiel seit 1594 viertelstündlich erklingt, oder fahren mit der historischen „Marken Express“-Fähre auf die ehemalige Insel Marken. Unter Wasser lohnt bei klaren Nordwindtagen ein Schnorchelabstecher zu den Muschelbänken an der Gouwzee-Ostseite; Sichtweiten von 2–3 m sind selten, aber möglich. Stand-up-Paddler lieben die geschützten Kanäle binnen der Stadt.
Monnickendam: Historische Hafenidylle mit Extras
Monnickendam verbindet drei Pluspunkte: geschütztes Liegen, lückenlose Infrastruktur und eine Altstadt, die noch wie eine Kulisse aus „Rembrandt-Zeiten“ wirkt. Für Familien bieten Strandbad, Käsemarkt und kurze Fahrradtouren perfekten Hafentag-Content; Langfahrtcrews schätzen den 40-t-Kran, gute Bahnanbindung (20 min nach Amsterdam) und günstige Tarife (11 m Yacht ≈ 22 €/Nacht inklusive Strom). Weniger geeignet ist der Binnenhaven für Tiefgänger über 2,4 m oder Crews, die absolute Nachtruhe suchen – am Wochenende kann die „Jan Haring“-Kneipe am Kai bis Mitternacht Musik liefern. Mein persönlicher Höhepunkt: Bei Sonnenuntergang leuchtet der Kirchturm golden, das Schlagwerk ertönt, und im selben Moment ploppt neben dem Boot eine Wasserlilie auf – maritime Holländerei in ihrer schönsten Form.
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