Texel-Fahrt: Sicherer Kurs durch Strömungen
Geografische Lage: 53 ° 02,6ʹ N / 04 ° 50,6ʹ E, an der Ostseite von Texel, in den Wattfahrwassern der Westfriesischen Inseln. Anfahrt von Norden (Den Helder → Texelhafen): Im „Texelstroom“ dem betonnten Fahrwasser folgen, Tiefgang stets ≥ 4 m. Ab Tonne TX 16 nach WSW aufs Leitfeuer (F R) am Südmolenkopf. Von Süden (Harlingen oder Kornwerderzand): Über das „Boontjes“-Fahrwasser bis Tonne MZ 1, dann westwärts gegen die Tide in den Texelstroom einschwenken – Strom kann bis 4 kn stehen! Brücken & Schleusen: Keine. Zufahrt tideabhängig, aber durchgehend tief; auch bei NW-Wind bleibt der Baggergrund auf 3,5 m. Nachtansteuerung: Weiße Richtfeuerlinie 250 ° (Iso 4 s) weist exakt zwischen die Molenköpfe; bei schlechter Sicht auf abtreibende Fischereiboote achten. Besonderheiten: Kräftiger Querstrom quer vor der Einfahrt – Maschine in Bereitschaft und erst in der Hauptrinne Segel bergen.
Ruhige Marina für Blauwasseryachten
Der eigentliche Jachthaven Waddenhaven Texel liegt hinter der Fischereimole. Stege & Boxen: Schwimmstege mit Fingern bis 20 m, zusätzliche Längsplatzreihe am Außenkai. Wassertiefe: 3–3,5 m bis direkt an den Kopf; langkielige Blauwasseryachten liegen sicher. Untergrund: Hafengrund weicher Priel-Schlick – sollte man ankern müssen (notfalls im „Witte Paard“ südlich), greift jeder Pflugscharanker. Schutz: Rundum ruhig; bei Starkwind aus NO steigt etwas Kabbel vor der Hafeneinfahrt, dringt aber nicht bis in die Marina.
Komfortabler Yachthafen mit Rundumservice
Strom & Wasser an jedem Finger (16 A, im Liegegeld inbegriffen). Diesel & Benzin am Selbstbedienungsponton (24 h, Euro-MasterCard). Gas & Technik: Camping-Gaz und Propan beim Hafenmeister; Motorservice und Segelmacher kommen aus Den Helder binnen Tagesfrist. 30-t-Travellift sowie Slipbahn vorhanden. Sanitär & Laundry: Großzügiges Servicegebäude mit Fußbodenheizung, Waschmaschinen, Trockner und – typisch niederländisch – separater Trockenraum für Ölzeug. Proviant: Supermarkt „SPAR“ (900 m), Bäcker ab 7 Uhr; fangfrische Seezunge, Scholle und Wattengarnelen direkt von den Kutterbesatzungen. Gastronomie: Vom einfachen Kibbeling-Stand bis zum Feinschmeckerlokal „t Pakhuus“ am Hafenbecken; legendär sind die „Texels Skuumkoppe“-Weizenbiere aus eigener Inselbrauerei. Entsorgung: Mülltrennung am Hafenkopf, Altölbehälter gratis; Fäkalienpumpe am Tankponton (Karte beim HM).
Texel: Naturparadies zwischen Watt und Dünen
Texel ist mit 170 km² die größte Wattinsel und bietet Kontraste wie sonst kaum ein Etappenort. Vogelparadies: Direkt hinter dem Deich beginnt das Schutzgebiet „Utopia“ – Brutplatz für Löffler, Brandseeschwalben, Säbelschnäbler. Fernglas lohnt sich! Dünen & Heide: Per Leihfahrrad (Verleih am Hafen) in 20 min zur Nordseeseite: 30 km Sandstrand, Silbergrasdünen und das Nationalparkzentrum „Ecomare“ mit Seehundaufzucht. Wattenmeer-Safari: Bei Niedrigwasser legt der Plattbodenkutter TX 10 zu einer Krabben- und Wattfahrt ab; Gäste dürfen Garnelen sortieren und Meeresgetier aus nächster Nähe kennenlernen. Unter Wasser: Sicht selten über 1 m, doch im Hafenvorfeld wimmelt es von Krebsen und Trogmuscheln. Stand-up-Paddler gleiten bei Slackwater zwischen Seehundköpfen hindurch.
Texel: Lebendiges Naturparadies und Fischerhafen
Texel/Oudeschild ist Versorgungsdrehscheibe, Naturhotspot und lebendiges Fischerdorf in einem – ein unverzichtbarer Stopp, wenn man Waddenzee, IJsselmeer oder Ärmelkanal verbindet. Pluspunkte Tideunabhängiges, tiefes Hafenbecken – sicherer Hafen bei Nordseeschietwetter. Rundumversorgung: Diesel, Gas, Technik, großer Supermarkt, exzellente Gastronomie. Einfache Logistik: Fähre nach Den Helder, Bus über die Insel, Leihrad ab Steg. Natur satt – von Seehundbank bis Vogelhotiere in Fuß- beziehungsweise Radnähe. Minuspunkte Liegegebühr Nordsee-typisch (Sommer 2025: 2,75 €/m + 1,50 € p. P. Kurtaxe). Strammer Strom im Texelstroom erfordert präzises Timing – wer „zu spät“ kommt, stemmt sich gegen 4 kn. Bei Südweststurm machen die Fischkutter ab 04 Uhr Fahrtlärm – Ohrstöpsel oder frühes Aufstehen. Geeignet für: Blauwassercrews auf Nordsee-Route, Familien mit Forscherdrang, Feinschmecker (Lamm, Bier, Krabben!), Törns mit Crewwechsel dank Fähranbindung. Weniger ideal für absolute Ruhesucher, denn Oudeschild bleibt ein arbeitender Hafen. Mein Logbuchmoment: Nach 85 sm Westwind-Rauschefahrt von Cuxhaven stand das Boot um 23 Uhr an der Heckboje – kaum fest, trommelte Regen aufs Cabrioverdeck. Morgens lugte Sonne durch Wolken, der Duft von Kibbeling wehte herüber, und Seeadler kreisten über den Poldern. Zwei Refit-Stunden später war das Öl gewechselt, ein Netz Garnelen im Eimer und ein Laib süßes Inselbrot im Cockpit. Texel ließ mich bestens versorgt und mit glasklarem Wattkopf weiterziehen – genau dafür läuft man diesen Hafen an: kurze Wege, lange Eindrücke.
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