Sicherer Liegeplatz im malerischen Reinefjorden
Die Gästeanlage liegt tief im Reinefjorden. Vom Vestfjord kommend peilt man das grün blinkende Richtfeuer auf der Insel Sakrisøy an, hält dicht nördlich der Stellkonstruktionen und folgt dann der Betonrinne (mind. 4 m) bis zum Fähranleger. Gleich danach öffnet sich backbord eine breite Bucht; die ersten beiden Schwimmstege (benannt D- und E-dock) sind für Besucher reserviert. Tiefgang an den Pontons 2,5 – 3,0 m; wer mehr zieht, geht weiter in den Haupthafen und legt längs an die hohen Steinkais (gut 6 m Tiefe, Autoreifen als Fender). Strom aus Süden kann in der Fjordmündung 1 kn setzen, schwächt aber im Innenbecken ab. Wind fällt häufig böig von Reinebringen herab – beim Anlegen Vor- und Achterspring bereithalten. Nachtansteuerung unproblematisch: befeuerte Tonne, Leitfeuer 133° und die Festbeleuchtung der Trockengestelle weisen den Weg. Dennoch treiben gelegentlich Langleinen – Scheinwerfer auf dem Vorschiff hilft.
Geschützter Naturhafen zwischen hohen Felswänden
Das Becken ist rundum von Felswänden umgeben und damit fast vollständig gegen Schwell geschützt. Nur starker Südwest (Sturm über Vestfjord) lässt eine leichte Dünung um die Landzunge rollen – die Schwimmstege federn das zuverlässig weg. Der Untergrund ist tiefschwarzer Schlamm; sollte man ankern müssen, hält ein Plattenanker nach kurzem Einfahren bombenfest. Eisbildung? Im Januar selten eine dünne Haut, die Einheimische mit Außenborder schnell aufbrechen.
Umfassende Hafenversorgung mit guter Infrastruktur
Stegköpfe sind mit 16 A-Strom, Trinkwasser und WLAN versorgt; Bezahlen erfolgt am Automat (2025: 300 NOK bis 35 Fuß, 400 NOK darüber, inklusive Dusche). Diesel/Gas – ein Tankwagen kommt nach Funkruf (Tel. am Hafenplan), oder man bunkert an der Autodieselpumpe 300 m östlich des Kais (Schlauch bis Boot). Propan tauscht der Coop. Lebensmittel – gut sortierter Coop Marked (07-22 Uhr) und Fischgeschäft mit frisch filetiertem Skrei. Entsorgung – Müllcontainer am Hafenkopf, Altöltonnen in der Kajewerft. Service – ein 30-t Mobilkran, kleiner Motorservice, Segeltape und Edelstahlteile im maritimen Souvenirladen „Hamnøy Handel“. Waschmaschine & Trockner im Servicegebäude (50 NOK/Turn).
Naturerlebnis zwischen Fjorden und Mitternachtssonne
Reine ist Amphitheater und Spielplatz zugleich. Hinter dem Hafen beginnen die Sherpa-Stufen von Reinebringen: 1 600 in Granit gehauene Stufen führen in 90 Minuten auf 448 m und bescheren einen Adrenalinblick über Fjorde, Meer und Mitternachtssonne. Wer es ruhiger mag, paddelt mit dem Dinghy in den Reinefjorden hinein – glasklares Wasser, Seeadler kreisen, Robben lugen aus dem Kelp. Unter Wasser erwartet einen 5-m-Sicht-Cocktail aus Tangwäldern, Seesternen und Seewölfen, doch Wassertemperatur liegt selten über 8 °C – Trockenanzug ratsam. Im Winter funkelt Polarlicht über den schneebedeckten Spitzen; im Sommer ticken Uhren nicht – die Sonne taucht nur kurz hinter Moskenesøy ins Meer und kommt kaum unter den Horizont. Kayak-Verleiher direkt am Steg organisieren Tagestouren zu weißen Sandstränden von Bunes und Horseid. Abends lockt das „Gammelbua“ im Hafencafé mit Stockfisch und lokalem IPA; auf dem Rückweg duftet der Wind salzig und sauber, der Mastwald spiegelt sich im schwarzen Wasser.
Reine – Naturhafen mit Lofoten-Panorama
Reine ist kein reiner Versorgungsstopp – es ist Lofoten-Essenz in einem Hafenbecken. Plus: spektakuläre Kulisse, ruhiger Liegeplatz, alle Basics in Gehweite, grandiose Wander- und Paddelziele. Minus: Tiefganglimit an den Stegen, Preise nordnorwegisch (Bier = 12 €), Dockplätze in Juli/August ab 15 Uhr meist belegt – rechtzeitig kommen oder telefonisch vorreservieren. Geeignet für Naturliebhaber, Fotografen und Hochseeskipper, die nach hartem Vestfjord-Schlag Seele auftanken wollen. Weniger für Eilige auf Passfahrt oder Großyachten > 20 m (abgesehen von Fischkai). Ich selbst kam bei Schneeregen Ende April; am Morgen danach spiegelte sich die frisch gepuderte Flanke des Reinebringen im Hafenwasser, und ein Dorsch hing am Heck – geschenkt von einem Fischer. Als wir zwei Tage später bei stiller See ausliefen, war klar: Reine verlässt man nicht als Tourist – man sticht wieder hinaus als kleiner Teil eines archaischen Landschaftsgemäldes.
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