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Alvor

Alvor

Alvor: Lagune trifft Fischerdorf

Einleitung

Die erste Begegnung mit Alvor passiert fast lautlos: Kaum runde ich das Kap Ponta da Piedade, wird die Atlantik-Dünung spürbar ruhiger, Pinienduft mischt sich in die feuchte Morgenbrise und vor dem Bug schimmert die Lagune in jadegrünen Tönen. Hinter den Sandbänken ragen nur ein paar Masten und die Kirchturmspitze des Ortes auf – alles wirkt, als hätte jemand eine Kleinstadt mitten in ein Vogelschutzgebiet gesetzt. Beim Aufstoppen höre ich Austernfischer rufen und das leise Klappern von Krabbenfallen am Bug einer Holzjolle. Genau dieser Kontrast aus geschützter Natur und lebendigem Fischerdorf macht den ersten Eindruck so besonders.

Merkmale

Hier findest Du die Bedingungen, die Du am Ankerplatz Alvor vorfinden wirst

Ankergrund

An dem Ankerplatz Alvor findest Du folgende Arten von Ankergründen

Farbenfrohes Fischerboot liegt bei Ebbe im Sand, umgeben von Möwen; im blauen Wasser dahinter ankern Segelboote.

Herausfordernde Navigation in Alvor-Ria

Die Einfahrt zur Ria de Alvor (37 ° 07,8′ N / 08 ° 35,9′ W) liegt zwischen zwei niedrigen Steinschüttungen; befeuert ist hier nichts. Die schmale, s-förmige Rinne wird regelmäßig ausgebaggert, erreicht aber selten mehr als zwei Meter bei Hochwasser – Yachten über 1,9 m Tiefgang sollten wirklich den Tidenkalender studieren. Die Sandbänke wandern, die Betonnung stammt oft aus der letzten Saison; deshalb fahren Locals bei Erstansteuerung gern eine Stunde vor Hochwasser ein: Man sieht die Bänke noch klar unter Wasser, hat aber einen steigenden Pegel in Reserve. Bei auflandigem Westwind steht über der Barre kurzer, steiler Seegang; bei Flaute ist die Durchfahrt selbst bei Springtide harmlos. Strömung bleibt in der Rinne unter einem Knoten, wechselt aber mit der Tide. Für die Nacht fehlt jede Beleuchtung – ohne ortskundige Begleitung würde ich den Anlauf im Dunkeln lassen.

Sicheres Ankern im Wasserlabyrinth

Hinter der Barre öffnet sich ein weites, Y-förmiges Wasserlabyrinth. Am beliebtesten ist das Feld gegenüber der ehemaligen Fischhalle, wo man in 3–4 m über Sand und feinem Schlick ankert. Der Grund packt zu – mein 20-kg-Delta ließ sich nur mit Motorhilfe wieder lösen. Die Lagune ist rundum gegen Atlantikschwell abgeschirmt; selbst die starke Sommer-Nortada erreicht das Boot nur als Brise. Einziger Spielverderber kann kräftiger Ost- oder Südostwind sein: Dann drückt er über die Dünen und baut in der Flussrinne kurze Hackseen auf. Bei Niedrigwasser fallen weite Flächen trocken, die Wassertiefe unter dem Kiel schrumpft um gut 2 m – also nicht zu nah an die Uferbänke legen und ausreichend Kette stecken.

Buntes Fischerboot am flachen Ufer; Hund schwimmt daneben, mehrere Boote ankern im ruhigen Hafen.
Motorboot im Vordergrund, dahinter ankernde Segelboote auf ruhiger Bucht, goldener Sonnenuntergang spiegelt im Wasser.

Praktischer Service-Stopp am Fischerhafen

Mit dem Dinghy fährt man flussaufwärts bis zum kleinen Fischerhafen; dort gibt es einen Betonslip und Leitern. Bei Federstand liegt man gut, bei Niedrigwasser sitzt man schnell auf Schlick – Fender auswerfen, um sauber wieder abzulegen. Auf dem Kai befindet sich ein öffentlicher Zapfhahn, an dem man Kanister füllen darf; Diesel und Gas organisiert man besser in der Marina Lagos (3 sm) oder per Kanister an der N 125-Tankstelle. Einkaufen ist unkompliziert: Ein Supermercado und mehrere Mini-Mercados liegen keine fünf Gehminuten vom Anleger, dazu Banken, Wäscherei, Apotheke und jede Menge Tavernen, die gegrillte Sardinen und „Cataplana“ servieren. Müllcontainer stehen entlang der Kai-Promenade; Glas und Plastik werden getrennt gesammelt. Wer größere Ersatzteile braucht, findet sie im Yachtshop der Marina Lagos oder erreicht Portimão per Linienbus in 15 Minuten.

Naturparadies mit Flamingos und Kitesurfern

Die Lagune selbst ist Teil eines Nature Reserve mit Wattflächen, Salzwiesen und Dünen. Auf den endlosen Holzstegen spaziert man zwischen Strandhafer und salzverkrusteten Mangroven zu Beobachtungsplattformen, von denen aus sich Flamingos, Löffler, Säbelschnäbler und sogar gelegentlich Fischadler beobachten lassen. Bei Hochwasser lohnt es sich, das Dinghy zwei Kilometer weiter die schmale Flußrinne hochzuschieben: Eisvögel blitzen im Gegenlicht, Krebse ziehen geisterhafte Spuren über den Schlick, und wer leise paddelt, hört das Knacken der Austernbänke unter Wasser. Schnorcheln spielt sich vor allem am Laguneneingang ab, wo klares Wasser über Sandbänke strömt – Seegraswiesen mit Seepferdchen und Schwärmen junger Brassen sind keine Seltenheit. Kitesurfer schätzen das Revier wegen des flachen Wassers; startende Schirme bleiben aber außerhalb des Kernankerfelds. Für Landgänge bietet Alvor einen ausgeschilderten Rundweg zur barocken Igreja Matriz und über die kilometerlange Praia de Alvor, deren Dünen an manchen Stellen ganzjährig menschenleer sind.

Kleine Fischerboote liegen am sandigen Ufer; weitere Segelboote ankern auf ruhiger Bucht vor grünen Hügeln.
Sandige Uferbucht mit umgedrehtem Ruderboot, dahinter zahlreiche Segel- und Motorboote auf ruhigem Wasser.

Alvor: Ruheoase für Segler und Naturfreunde

Alvor ist kein „Drive-in-Hafen“, sondern eine stille Lagune, in der man fürs erste Kentern der Dinghy-Kette fünf Minuten länger einplant – aber dafür mit jedem Sonnenuntergang ein neues Vogelkonzert serviert bekommt. Die Barre erfordert Aufmerksamkeit und einen Blick auf die Tide, belohnt aber mit einem der zuverlässigsten Naturanchorages an der Algarve: fester Sandgrund, null Atlantikschwell und ein Dorf, das zu Fuß alles bietet, was Blauwasser-Crews für einen mehrtägigen Boxenstopp brauchen. Ideal ist der Platz für Yachten bis etwa zwei Meter Tiefgang, für Familien mit Bade- und Kitesurf-Ambitionen und für Langfahrt-Teams, die in ruhigem Wasser kleinere Arbeiten am Rigg erledigen wollen. Wer hingegen Schiffsdiesel bunkern, einen Travel-Lift oder Nacht-Animation sucht, sollte besser gleich nach Lagos verholen. Für mich gehört Alvor zu den seltenen Etappen, an denen man nach dem zweiten Kaffee vergisst, wie viele Tage man schon vor Anker liegt – weil Flamingos, Wattgeruch und das sanfte Gluckern am Rumpf im Grunde alles sind, was man gerade braucht.

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