Sichere Navigation im Canal de Faro-Olhão
Die Zufahrt beginnt am Leuchtturm von Ilha de Santa Maria / Farol. Südlich des grünen Leitfeuers wird der Haupteingang betonnt, bis man unter Landabdeckung in den gut ausgebaggerten Canal de Faro-Olhão einschwenkt. Hier markieren grüne und rote Pfähle eine 60–80 m breite Rinne von 4–5 m Tiefe; das Echolot fällt nur im Altarm auf 3,5 m. Der Tidenhub liegt bei Spring um 2,8 m – mit 2 m Tiefgang hat man rund um Hochwasser komfortable Reserven . Nachteinlaufen ist machbar, da das Hauptfahrwasser befeuert ist; im Seitenarm vor Faro jedoch fehlen Lichter, und unbeleuchtete Arbeitsbojen treiben, sodass ein Plotter ratsam bleibt.
Sicherer Ankerplatz trotz Tidenstrom
Geankert wird nördlich der grünen Fahrwassertonne 21 auf 4–5 m über schwerem Schlick – in den Worten vieler Skipper „pottfester Modder“. Einmal eingegraben, hielt unser Delta zwei Tage Tidenstrom und Böen bis 30 kn ohne zu kriechen . Gegen Atlantikschwell ist man komplett geschützt; nur bei seltenem Starkost (Levante) kann kurzer Chop durch die Öffnung blasen. Strom setzt mit bis zu 2 kn durchs Becken – wer länger bleibt, setzt eine Kettenbrake oder dreht den Motor zum Verdichten ein. In jüngster Zeit diskutiert die Naturparkbehörde zusätzliche Ankerzonen, um Seegraswiesen zu schützen; man sollte also aktuelle Bekanntmachungen prüfen und Abstand zu Mooringfeldern halten .
Faro: Charmanter Anlegepunkt unter Stadtmauern
Das Dinghy legt man am hölzernen Fährsteg unterhalb der alten Stadtmauern an – tagsüber belebt, nachts ruhig, bislang ohne Diebstahlmeldungen. Ein zweiter, robuster Ponton liegt 300 m weiter östlich an der Hafenpromenade . Wasser, Strom oder Diesel gibt es hier nicht; dafür versorgen mehrere Marinas in Olhão (2 sm E) oder die Shipyard Nave Pegos (15 min zu Fuß vom Faro-Steg) mit technischem Support, Gasflaschen und Antifouling-Standplatz . Einkaufstechnisch ist Faro ein Selbstläufer: Supermärkte (Pingo Doce, Mini-Preço) liegen zehn Minuten zu Fuß, frischer Fisch landet direkt in der Markthalle am Hafen, und um die Kathedrale reiht sich eine Tapasmeile von Pastelaria bis Cervejaria. Müllcontainer stehen an der Uferstraße; Glas und Plastik werden getrennt.
Paradiesische Lagune: Ria Formosa Entdecken
Der Ankerplatz befindet sich mitten im Parque Natural da Ria Formosa, einem 60 km langen Lagunensystem. Schon vom Cockpit sieht man Säbelschnäbler staksen und Delfine im Gezeitenstrom jagen. Wer mehr will, paddelt mit dem Dinghy durch die Seitenpriele nach Ilha Deserta: blendend weißer Sand, seichtes türkisfarbenes Wasser und eine Dünenvegetation aus Strandwolfsmilch und Dünengräsern. Öko-Tourboote starten gegenüber und bieten geführte Vogel- und Seepferdchentouren an . Unter Wasser überraschen dichter Posidonia-Rasen, Seepferdchenkolonien und neugierige Oktopusse; Sichtweiten pendeln um zwei Meter – besser als ihr Ruf, solange vor Niedrigwasser kein Schwebstoff aufwirbelt. Landseitig lohnt die 15-minütige Fußtour durch die Alfama-Gassen der Altstadt: maurische Bögen, die Knochengruft der Igreja do Carmo und, etwas moderner, eine Seilfähre zum Shopping-Center. Der internationale Flughafen liegt nur drei Kilometer entfernt – ein praktisches Argument für Crewwechsel.
Faro: Urbanes Naturparadies für Segler
Der Faro-Ankerplatz ist kein Bilderbuchstrand, sondern ein urbanes Natur-Hybrid, das wenige Reviere so bieten: geschützte Gewässer, sichere Haltequalität und eine historische Stadt samt Airport vor dem Bug. Perfekt für Langfahrten-Crews, die einen günstigen Abstellplatz mit perfekter Verkehrsanbindung suchen, oder für Familien, die Strandabenteuer (Ilha Deserta), Naturerlebnis (Seepferdchen) und Kultur (Altstadtbars) kombinieren wollen. Einschränkungen? Strenges Fahrwasser, kräftige Tidenströme und die Notwendigkeit, absolut eigenversorgt anzureisen – Wasser und Diesel muss man per Kanister bunkern. Außerdem nehmen die Diskussionen um Ankerschutz zu; wer länger bleibt, sollte seine Position regelmäßig gegen neue Zonenpläne checken. Für mich bleibt Faro ein Pflichtstopp an der Algarve: Morgens krähen Möwen über den Stadtmauern, mittags schwimme ich im glasklaren Lagunenbecken, und abends höre ich den Muezzin-gleichen Klang der Kathedralenglocken, während das Schiff auf dem seidig schwarzen Wasser schwojt. Ein Ankerplatz, der zeigt, dass Fahrtensegeln an der Südküste Portugals mehr sein kann als Badebucht und Marina – nämlich ein echter Knotenpunkt zwischen Wildnis und Weltstadt.
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