Sichere Einfahrt in den Hafen
Die Hafeneinfahrt ist großzügig und selbst nachts problemlos: Das Feuer am Ponta do Altar-Leuchtturm (Fl R 5 s) weist den Weg, die äußeren Molenköpfe stehen 250 m auseinander . Von See her steuert man zunächst Mitte zwischen die beiden Köpfe, dann auf Kurs 020° entlang der bezeichneten Rinne (rote Boje 2 an Backbord, grüne 4 an Steuerbord) bis zur Abzweigung zur Marina. Die Barre bietet bei mittlerer Tide rund 8,5 m Wassertiefe; trotzdem kann starker SW-Swell das Einlaufen kurzfristig schließen – die Hafenbehörde funkt Sperrungen über VHF 16/09 . Wer frei ankern möchte, passiert die Marinaeinfahrt und hält sich weiter flussaufwärts bis kurz vor die Eisenbahnbrücke; dort weitet sich das Fahrwasser zu einem ruhigen Becken.
Sicherer Ankerplatz mit exzellentem Halt
Das Ankerfeld liegt zwischen Marinawellenbrecher und Ferragudoufer auf 4 – 7 m über festem Sand-/Schlickgrund. Unser 25-kg-Rocna grub sich bei halber Kettenlänge ein; ein Starkwindtest mit Böen um 40 kn bestätigte den exzellenten Halt . Gegen vorherrschende Nordwest- und Nordwinde schützt der hohe Süduferwall, während der seeseitige Molenarm den Atlantikschwell zuverlässig bricht. Lediglich kräftige Ostlagen drücken Kabbelwasser die Arade hinauf – wer dann unruhig schläft, verholt in die Marina. Tidenhub: etwa 2 m (Springs bis 2,5 m); der Gezeitenstrom erreicht 1–1,5 kn, also 5∶1-Kette oder ein Tide-Snubber einplanen.
Praktische Ankerplätze in Portimão Marina
Mit dem Beiboot kann man an mehreren Stellen anlanden. Direkt an der Marina kostet der Dinghy-Pontoon allerdings rund 20 € für vier Stunden. Kostenfrei – und unter Seglern beliebt – ist der öffentliche Betonsteg gut 300 m flussaufwärts: stabile Leiter, etwas Strömung, dafür null Gebühren . Auf Ferragudo-Seite gibt es zusätzlich eine Sliprampe neben dem kleinen Fischereihafen. Die Marina de Portimão bietet Wasser, 16/32/63-A-Strom, 24-h-Tankstelle sowie einen Servicebereich mit 50-t-Kran und sogar Zugang zu einem 300-t-Travel-Lift im angeschlossenen Boatyard . Im Hafencenter findet man Chandlery, Segelmacher, Waschsalon und mehrere Bars. Größere Supermärkte (Lidl, Continente, Pingo Doce) liegen 15 Gehminuten landeinwärts; täglich ab acht Uhr öffnet am Fischereikai eine Markthalle mit Fang vom Morgen. Müllcontainer und Ölentsorgung stehen direkt am Werfthof, Grauwasser wird an der Servicepier abgepumpt. Ein Flughafenshuttle bringt Crew in 50 min nach Faro, und Regionalzüge nach Lagos oder Faro starten unweit des Kais.
Wassersport und Natur an Algarve-Küsten
Kaum zehn Minuten mit dem Dinghy flussabwärts, und man landet an der Praia da Rocha: ein anderthalb Kilometer langer Sandbogen, flankiert von bizarren Felstoren. Wer klettert, erkundet bei Niedrigwasser die Felsspalten von Praia dos Três Castelos; wer paddelt, erreicht per SUP die Grotten von Benagil. Auf der Ferragudo-Seite führt ein Dünenpfad zum Naturstrand Praia Grande, vorbei an Dünengras und Wacholder. Weiter flussaufwärts wird der Arade schmaler und ruhiger. Zwischen Salzmarschen und Eukalyptushainen tümmeln sich Eisvögel und Kormorane; mit dem Beiboot (bei Hochwasser) oder einer River-Cruise erreicht man das historische Städtchen Silves mit seiner maurischen Rotsteinburg. Unter Wasser bietet die Flussmündung wenig Sicht, doch vor den Klippen westlich der Hafenmole locken Tauchspots mit Seepferdchen und Oktopus.
Portimão: Komfortabler Stopp für Segler
Portimão ist für mich der Komfort-Dreh- und Angelpunkt an der Südküste: Ankern oder Box – wahlweise ruhiges Schwojen im Flussteil oder Fünf-Gold-Anker-Marina mit allen Services. Perfekte Logistik – Supermärkte, Werft, öffentlicher Steg, Flughafenanbindung. Hafenkino inklusive – Fischerboote, SUP-Boards, Rennjetskis und zum Abend Lichter auf der Uferpromenade von Ferragudo. Empfehlen würde ich den Stopp allen Fahrtencrews auf dem Weg nach Madeira, Kanaren oder Gibraltar, die noch einmal richtig bunkern, baden und basteln wollen, ohne Hafengebühren wie in Vilamoura zu bezahlen. Familien genießen den sicheren Sandstrand, Langfahrtteams die Schwerwetterreserve hinter der Mole, und Technikfans den 300-t-Travel-Lift. Mein Logbuch schließt mit dem Hinweis: „Bleibt man länger als geplant – keine Überraschung, sondern Programm.“
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