Geschützte Ankerbucht nahe Sagres, Algarve
Position: ca. 37 ° 01,5′ N / 08 ° 57,9′ W (Mitte der Bucht). Von Westen/Norden folgt man der Tiefenlinie um Cabo de São Vicente, bis das weiße Leuchtfeuer (Fl (4) W 15 s) querab ist, und steuert dann 065 ° auf die Sandzunge zu. Von Osten hält man sich außerhalb der Reusen vor Sagres und peilt den markanten, hochgelegenen Parkplatz direkt auf der Klippenkante an (tags gut an den Surf-Vans zu erkennen). Die Einfahrt ist frei von Riffen; das Echolot fällt gleichmäßig von 20 m auf 10 m, erst im inneren Drittel steigt der Grund sanft auf. Navigation bei Dunkelheit ist nicht ratsam: keine Befeuerung, unbeleuchtete Fischerbojen und häufig Dünung aus SW. Gezeiten & Strom: An der Algarve beträgt der mittlere Tidenhub ~ 2,2 m, springtiden können bis 3,5 m erreichen – Strömung bleibt unter 1 kn, setzt aber quer, wenn Nordwind gegen kommende Flut steht.
Sichere Ankerbucht mit Nord-Ost-Windschutz
Grund & Tiefe: Fester Sand in 6 – 10 m Tiefe, hervorragende Haltequalität; auf Navily berichten Crews von sicherem Halt bei 15–20 kn Nordwind. Wind/Swell: Die hohen Süd- und Westklippen schirmen Nord- bis Ostwind beinahe vollkommen ab. Offene Flanke bleibt SW–W: schon 1–1,5 m Atlantikdünung machen die Nacht rollig, ab 2 m wird es unkomfortabel. Platz: Wegen des schmalen, V-förmigen Zuschnitts passen höchstens vier bis fünf Yachten (bis 15 m) mit ausreichendem Schwoikreis hinein – früh ankommen lohnt sich. Kette: Bei 8 m Tiefe setzten wir 45 m; die Kette lag nach einer Böennacht sauber im Sand und rührte sich nicht.
Natürlicher Ankerplatz mit einfacher Infrastruktur
Mit dem Dinghy landet man am besten rechts (Westseite) des Strandes, wo meist weniger Brandung bricht. Zwei – drei Wellenserien abwarten, Bug hoch, dann trockenen Fußes an den Sand ziehen. Hinter dem Strand führt eine Treppe mit gut 100 Stufen hinauf zum Parkplatz; dort findet man in der Saison einen Surf-Imbiss für Wasser, Kaffee und einfache Snacks. Versorgung bleibt ansonsten spartanisch: Wasser/Diesel/Gas – nächster Hafen Baleeira/Sagres (2 sm) oder Lagos (15 sm). Einkauf – Mini-Mercado in Sagres (3 km zu Fuß oder Taxi). Müll – alles wieder mitnehmen; am Parkplatz stehen in der Hauptsaison Container, die jedoch schnell überlaufen. Kurzum: Beliche ist ein klassischer „Natur-Stopp“ – wer Tanks füllen muss, erledigt das besser vor oder nach dem Besuch.
Naturparadies zwischen Brandung und Klippen
Die Bucht liegt im Naturpark Costa Vicentina, einem Hotspot für endemische Pflanzen. Auf den Klippen duften Zwergwacholder und Thymian, während unten am Strand mächtige Kalkfelsen bizarre Überhänge bilden. Im Frühjahr brüten die seltenen Weißstörche direkt in den Felsspalten über der Brandung – weltweit fast einzigartig. Unter Wasser wogen Tangwälder, in denen Seespinnen und Sepien jagen; Sichtweiten bewegen sich meist zwischen 3 und 6 m – ausreichend für einen Schnorchel-Gang entlang der Ostklippe. Beliche ist zugleich ein begehrter Surf-Spot: Südwest-Swell läuft hier sauber über sandigem Boden, was an rolligen Tagen auf dem Boot spürbar bleibt, an Land aber perfekte Wellen liefert. Ein landseitiger Pfad führt von der Treppe aus nach Westen zur Festung Fortaleza do Beliche (1 km), von deren Terrasse man bei Sonnenuntergang einen spektakulären 180°-Blick über Atlantik und Cabo São Vicente genießt. Wer länger bleibt, kann per Bus von Sagres aus das Hochplateau von Vila do Bispo erkunden oder die Grotten von Lagos ansteuern.
Wildromantischer Ankerplatz am Algarve-Naturpark
Praia do Beliche ist die Wildkarte unter den Algarve-Ankerplätzen: ein Ort für Tage, an denen man nach der Umrundung des Cabo de São Vicente nicht nur Schutz, sondern auch einen Hauch Abenteuer sucht. Der Anker hält auf festem Sand hervorragend, und bei der vorherrschenden Nortada liegt man unter den hohen Klippen fast spiegelglatt. Doch sobald sich Atlantikdünung aus Südwest aufbaut, wird die schmale Keilbucht schnell rollig – wer einen ruhigen Schlaf braucht, sollte dann weiter nach Sagres oder Lagos verholen. An Land wartet nichts als ein goldener Strand, eine steile Treppe, eine kleine Strandbar und die karge Schönheit des Naturparks Costa Vicentina. Genau das macht den Reiz aus: morgens Kaffee im Cockpit, Weißstörche kreisen über den Felsen, und weit draußen blinkt das Kaplicht im Takt von 15 Sekunden. Geeignet ist Beliche für Crews, die lieber Natur als Infrastruktur genießen, die Schwell abkönnen und vielleicht sogar einen Surfbrett-Abstecher einplanen. Für Technik-Stopps, Großproviant oder Schlecht-Wetter-Tage wählt man besser einen der Häfen in der Nähe. Wer sich jedoch auf das Wesentliche – Sand, Fels, Atlantik, Sterne – einlassen will, erlebt hier eine der eindrucksvollsten Nächte an der Südküste Portugals.
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