Sichere Einfahrt zum Hafen Vilamoura
Die Einfahrt liegt bei 37 ° 04′ .38 N / 08 ° 07′ .31 W und ist rund 100 m breit. Ein 18 m hoher Leitturm zeigt alle zehn Sekunden ein 0,7-s-Weißblitz-Signal (Reichweite 19 sm). Die beiden Molenköpfe tragen je ein 14 m hohes Quermarkenfeuer (grün backbord, rot steuerbord; Fl 1 s/3 s). Der Tiefgang im Einfahrtskanal beträgt konstant 4 m, im Yachtbecken 2,0–3,3 m; Ausbaggerungen halten den Sollwert laut Hafenverwaltung ganzjährig. Funkkontakt läuft über „Vilamoura Radio“ auf VHF 09; außerhalb der Bürozeiten meldet sich die 24-h-Mooring-Crew binnen Sekunden. Bei auflandigem SW-Schwell entsteht vor den Molenköpfen leichte Grundsee, bricht jedoch nicht dank der vorgelagerten Sandbänke; wir fühlten uns selbst bei 20-kn-Brise sicher.
Sicherer Hafen für Superyachten
Vilamoura ist ein reiner Steg- und Boxenhafen – Ankern vor der Einfahrt ist wegen des dichten Ausflugsverkehrs verboten. Insgesamt stehen 825 Liegeplätze bis 60 m Länge zur Verfügung; in der neuen „Nova Marina“ kamen im Frühjahr 2025 weitere 68 Superyacht-Berths für 20–40-m-Schiffe hinzu, alle mit 125-A-Strom und eigenem Grauwasser-Absaugpunkt. Der Hafen liegt tief im Land und ist von Hotelblöcken windabgedeckt; selbst bei Starkwind aus Südwest spürt man höchstens leichten Schwell an den Außenpontons. Wer ganz sicher gehen will, bittet beim Anlegen um einen Platz an den inneren Kais – dort herrscht Badewannenruhe, und die Mooring-Crew verdoppelt auf Wunsch die Leinen.
Luxuriöser Yachthafen mit Top-Service
An jedem Liegeplatz stehen Frischwasser, 16- oder 63-A-Strom, High-Speed-WLAN und ein 24-h-Concierge-Dienst bereit. Der Fuel-Jetty liegt gleich hinter dem Kontrollturm; Tiefgang 4 m, schnelle Zapfsäulen für Diesel A und Biodiesel. Die moderne Werft verfügt über Travellift (60 t), Mastkran, Rigging-Shop und einen Trockenpark für 200 Boote. In Gehdistanz findet man Supermarkt, Bäckerei und zwei gut sortierte Chandlery-Stores; Gasflaschen tauscht die Galp-Station 800 m landeinwärts. Mülltrennung (Rest, Gelb, Papier, Glas) erfolgt direkt am Steg, eine Pump-Out-Station für Schwarzwasser ist kostenlos. Die sanitären Anlagen wirken eher wie Spa-Umkleiden – saubere Duschen, Handtuch-Service und sogar eine Sauna für Crews, die länger bleiben.
Vilamoura: Luxus, Geschichte und Naturerlebnisse
Auf den ersten Blick wirkt Vilamoura wie eine künstliche Welt: Golfplätze, Beach-Clubs, Designer-Stores. Doch schon 500 m hinter der Promenade wartet Geschichte: die römische Ausgrabung Cerro da Vila mit Mosaikböden, Fischsalzereibecken und Badetrakt. Wer Natur statt Luxus sucht, spaziert entlang der Dünen nach Osten zur Praia da Falésia – sechs Kilometer feinster Sandstrand, an dem sich im Winter Dünung abbaut und im Sommer Schildkröten ausgesetzt werden. Delphinausfahrten starten direkt vor dem Hafenbecken; im Seegrasgürtel der „Pedra da Greta“ tauchen Schnorchler zwischen Sepien und bunt schillernden Pfauenschnecken. Weiter landeinwärts beginnt das Vogelschutzgebiet der Ria Formosa; geführte Kayaktouren zeigen Purpur-Reiher, Löffler und Flamingos. Abends mischt sich die Geräuschkulisse aus Saxophon-Livemusik und Möwen-Rufen – ein ungewöhnlicher, aber reizvoller Klangteppich.
Vilamoura: Luxuriöser Hafen ohne Seefahrer-Romantik
Vilamoura ist das Gegenteil des archetypischen Atlantik-Zwischenstopps: Hier rollt keine Dünung ans Heck, hier produziert der Bordhund keine Salzkruste, und statt Fischtrockengeruch liegt Parfüm in der Luft. Für Langfahrt-Crews mit Wartungsbedarf oder Crewwechsel ist das perfekt – alle Dienstleister sitzen auf kurzem Weg, und Faro-Airport liegt 25 Autominuten entfernt. Familien schätzen die Strände, Spielplätze und das sichere Schwimmwasser im Becken; Technik-Freaks freuen sich über 125-A-Strom und Glasfaser-WLAN. Purist:innen und Budget-Segler dagegen können sich vom Liegegeld (Frühjahr 2025: 54 € für 11 m) abgeschreckt fühlen. Mein persönlicher Höhepunkt war ein Sundowner im Cockpit: Die Sonne versank blutrot hinter der Pier-Skyline, während ein klassischer Riva-Runabout lautlos einparkte und in der Ferne das Sax-Solo einer Bar über das Wasser wehte. Hinter uns leuchtete der 0,7-s-Weißblitz des Kontrollturms – ein dezenter Reminder, dass wir trotz Urlaubskulisse immer noch unterwegs sind. Kurzurteil + Rundum-Schutz, exzellente Infrastruktur, römische Kulturstätte in Fußweite − Hohe Liegepreise, wenig „Seefahrer-Patina“ Empfehlung: Ideal für Crews, die Wartungs- oder Crewwechselstopps brauchen, Luxus und Convenience schätzen oder in der Nebensaison ein geschütztes Winterlager suchen. Wer dagegen Naturruhe und rustikale Hafenromantik erwartet, wird eher in den Lagunen von Faro oder den Dünen von Culatra glücklich.
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