Komfortable Marina zwischen Lissabon und Cascais
Lage & Landmarken Die Marina „Porto de Recreio de Oeiras“ liegt bei 38 ° 40,6′ N / 09 ° 19,0′ W am Nordufer der Tejo-Mündung, ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Cascais und der Altstadt von Lissabon . Von Westen kommend markiert das mächtige Fort São Julião den Wendepunkt: Sobald es querab liegt, steuert man 040 ° zum Molenkopf mit grünem Licht (Iso G 4 s). Aus Osten hält man sich außerhalb der Hauptschifffahrtslinie zum Tejo-Hafen und peilt die weiß geschwungene Architektur des Kreuzfahrtterminals an der Südmole. Einfahrt Zwei massige Molen bilden eine rund 220 m breite Öffnung; die Hafentiefe bleibt mit ≥ 10 m großzügig, das Marinabecken wurde auf ca. 3,5 m ausgebaggert . Vor dem Einlaufen ist ein Pflichtanruf bei „Porto Leixões Traffic“ nicht nötig – anders als im Industriehafen nördlich –, wohl aber ein kurzer Call an „Oeiras Marina“ auf VHF 09. Bei Starkwind aus NW baut sich vor der Nordmole eine kurze Kreuzsee auf, die hinter den Molen jedoch sofort verpufft. Gezeiten & Strömung Der Springtidenhub liegt bei 2–3 m; die Strömung im Innenbecken ist vernachlässigbar (< 0,3 kn). Nachteinlaufen ist problemlos: Die Molenköpfe sind befeuert, und zusätzlich weist der festlich illuminierte Küstenradweg den Weg.
Geschützter Ankerplatz mit zuverlässigem Grund
Die meisten Crews nehmen einen der rund 294 Liegeplätze an sieben Schwimmstegen (L max. 25 m, Tiefgang 3,5 m) . Gastyachten melden sich am Rezeptionsponton gleich steuerbord nach der Einfahrt. Ankern im Vorhafen Wer die Bordkasse schonen will, kann direkt südlich der Stege in 6–9 m auf hartem Schlick ankern. Der Grund hält ausgezeichnet; selbst Schlepperwellen der Frachter dämpft eine 40-m-Kette zuverlässig. Atlantikschwell dringt dank der vorgelagerten Wellenbrecher nicht herein, und auch die berüchtigte Nortada erreicht das Becken nur als Brise. Lediglich seltener Südwest bringt etwas Resonanz, die sich nachts als leises Grollen bemerkbar macht.
Moderne Marina mit idealer Lissabon-Anbindung
Marina-Service Strom und Wasser an jedem Finger, Diesel & Benzin 24/7 am Tankponton, sichere Zugangskarten (10 € Pfand) und Videoüberwachung. Sanitäranlagen sind modern, Waschmaschinen laufen mit Token. WLAN ist auf den Stegen stark genug fürs Wetterrouting . Einkauf & Technik Ein großer Continente-Supermarkt liegt 1,5 km nördlich; kleinere Läden, Bäckerei und ATM befinden sich im Marinakomplex selbst. Zwei Schiffsausrüster, eine 8-t-Kranwerft und ein kleiner Bootsservice decken die gängigen Reparaturen ab . Anbindung Über die Fußgängerdrehbrücke erreicht man in fünf Minuten die CP-Vorortbahn (Haltestelle „Oeiras“); in 25 Minuten steht man im Herzen von Lissabon oder – in Gegenrichtung – im mondänen Cascais. Zum Flughafen fährt das Taxi bei freier Autobahn in 20 Minuten.
Sandstrand und Meerwasser-Pool nahe Hafen
Wer nur Industrie erwartet, wird überrascht: Gleich neben dem Hafen lockt der Praia da Torre mit hellgelbem Sand, Beachvolleyball und gelobter Wasserqualität (Blaue Flagge). Ein Meerwasser-Pool mit 1 700 m² sorgt bei kräftiger Atlantikdünung für wellenfreien Badespaß. Oberhalb verläuft der panoramische Küstenradweg, auf dem man bis Carcavelos in den Sonnenuntergang rollen kann. Unter Wasser wogen Kelpwälder, die – bei ruhiger See und 2–3 m Sicht – Sepien, Seesterne und gelegentlich einen Seepferdchenschwarm preisgeben. Ein lohnender Landgang führt in 15 Minuten zum Parque dos Poetas, einer Mischung aus Skulpturengarten und Eukalyptushain. Kulturhungrige nehmen die Bahn nach Belém für Pastéis und Weltentdeckergeschichte oder weiter nach Sintra (45 Min.) zur romantischen Märchenkulisse. Delfine des Tejo zeigen sich zwar eher flussaufwärts, doch an windstillen Abenden kann man sie auch vor der Hafeneinfahrt jagen sehen.
Oeiras: Sicherer Hafen mit Großstadtflair
Oeiras ist kein pittoreskes Fischeridyll – dafür gibt es Cascais. Oeiras ist der praktische Allrounder im Einzugsgebiet Lissabons: Sicherer Zufluchthafen bei jeder Wetterlage – binnen Minuten ist man hinter massiven Molen. Vollversorger mit Tankstelle, Werft, Supermarkt, guter ÖPNV-Anbindung und gleichzeitig Strand und Pool vor dem Steg. Großstadt-Light: Die Marina selbst bleibt ruhig, während die kulinarische und kulturelle Vielfalt der Metropole mit einer kurzen Zugfahrt erreichbar ist. Ideal für Crews, die ein Wetterfenster für Kap St. Vincent abwarten, Crewwechsel mit Fluganbindung organisieren, oder nach anstrengenden Atlantikmeilen einen komfortablen „Reset-Tag“ brauchen. Nicht geeignet ist Oeiras für Anker-Puristen, die absolute Stille suchen, oder für Yachten über 25 m. Für alle anderen bietet der Hafen ein nahezu perfektes Gleichgewicht zwischen Schutz, Service und Freizeitwert. Mein persönliches Highlight: der Blick vom Cockpit, wenn die Sonne glühend hinter den Bergen von Sintra versinkt und gleichzeitig die ersten Lichter der Ponte 25 de Abril über den Tejo aufflammen – ein Moment, der zeigt, dass Langfahrtsegeln manchmal auch Großstadtromantik sein darf.
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