Vorsichtige Navigation an Douro-Mündung erforderlich
Die Douro-Bar ist bei moderatem Wetter unspektakulär, kann bei Weststurm jedoch binnen Stunden gesperrt werden. Die Hafenbehörde gibt eine Warnstufe aus, sobald die Signifikantwelle an der Barre zwei Meter übersteigt – daher Funkkontakt auf VHF 16/09 vor dem Einlaufen. Wer aus Norden kommt, hält sich seewärts der vorgelagerten, abgesetzt liegenden Wellenbrecher und peilt die rot-weiße Bakenleuchte am Norddamm an; anschließend folgt man der mit vier grünen Tonnen bezeichneten Rinne in durchschnittlich fünf Meter Wassertiefe bis unmittelbar vor die Marinaeinfahrt am Südufer . Strömung bis vier Knoten macht das Timing wichtig: Am besten um Hochwasser oder in der letzten Stunde der auflaufenden Tide passieren – dann trägt einen der Flussstrom sanft statt entgegenzuarbeiten . Nachts helfen das Sektorenfeuer des Farol de Felgueiras und eine lückenlose Uferbeleuchtung; trotzdem queren unbeleuchtete Fischer – Radar und Spotter sind Pflicht.
Geschützter Liegeplatz am Fluss Douro
Die meisten Crews entscheiden sich für einen Liegeplatz in der Douro Marina (300 Plätze bis 50 m Länge, Tiefgang max. ≈ 3,5 m, Mooringleinen; Anmeldung VHF 09) . Wer lieber „frei schwojt“, findet 400 m östlich des Hafenwalls ein gut haltendes Schlick-Sandfeld auf vier bis sechs Meter Tiefe. Der Grund packt zuverlässig, aber der stetige Flussstrom zwingt zu großzügiger Kettenlänge und empfiehlt einen Heck- oder Tandemanker, damit das Boot nicht quer im Strom liegt. Bei starker Westdünung dringt Schwell über die Barre bis in den Fluss, bleibt jedoch durch die Marinawelle deutlich gedämpft. Vollständigen Rundumschutz genießt man an den Fingerstegen – dort war selbst bei drei-Meter-Außenwelle nur ein leises Knarzen der Dämpfer zu hören .
Komfortabler Stadthafen mit bester Verkehrsanbindung
Vom Bugkorb bis zum Stadtkern braucht man hier keinen Mietwagen: Steg-Infrastruktur – Wasser, 230-V-Strom, 24-h-Diesel/Benzin, Duschen, Waschsalon, schnelles WLAN sowie ein 50-t-Travel-Lift warten direkt am Empfangssteg . Ein kleiner Chandlery-Shop hält Filter, Impeller & Co; größere Teile besorgt die Werft binnen 24 h aus Leixões. Einkäufe & Verpflegung – Zwei Supermärkte (Pingo Doce, Lidl) liegen 800 m landeinwärts in Afurada; Fischliebhaber spazieren zum kleinen Markthallenkai, wo jeden Nachmittag Sardinen und frischer Kabeljau auf Eis liegen. Wer keine Lust auf Kochen hat, wird in den Grillrestaurants der Fischergasse gegenüber der Marina fündig – Rauchschwaden, gegrillte Dorade und ein Glas Vinho Verde gehören hier zum Pflichtprogramm . Müll & Technik – Getrennte Container stehen am Werfttor; Altöl, Batterien und Grauwasser saugt die Servicepier kostenlos ab. Mobilität – Ein öffentlicher Wasser-Taxi pendelt (tagsüber alle 20 Minuten) zwischen Marina-Steg und Ribeira-Kai in Porto; alternativ hält der städtische Bus 903 vor dem Hafentor und braucht zwölf Minuten ins Zentrum . Zum Flughafen sind es per Taxi 20 Minuten.
Charmanter Fischerort zwischen Fluss und Atlantik
Kaum hat man das Stegtor hinter sich, steht man im dörflich wirkenden Fischerort Afurada: verwitterte Holzboote auf Slipwinden, bunte Fliesenfassaden und an Sommerabenden lange Grilltafeln direkt auf der Straße. Acht Gehminuten westlich beginnt das Dünenreservat Reserva Natural do Estuário do Douro – Brutgebiet für Säbelschnäbler, Säbelschnäbler und im Frühjahr sogar Flamingos. Wer dem Fluss folgt, gelangt zur Mündung mit weitem Atlantikstrand; dort tummeln sich bei kleinem Swell Surfer und Seezungen-Fischer nebeneinander. Stadt-Abenteurer kreuzen mit der Wasser-Rabela ans andere Ufer, schlendern durch die Portwein-Keller von Gaia oder fahren mit der historischen Tram 22 zum UNESCO-Weltkulturerbe Ribeira. Ein Tagesausflug in die Douro-Täler (Linientrain ab Campanhã, 2 h) belohnt mit Rebstufen, über denen Greifvögel kreisen – ein spektakulärer Kontrast zum maritimen Fore-deck. Unter Wasser ist die Sicht im Fluss begrenzt; wer Klarwasser sucht, nimmt den Bus zehn Kilometer nach Praia do Senhor da Pedra – dort beginnen Seegraswiesen mit Seepferdchen und Seebarsch.
Douro Marina: Stadtkomfort trifft Atlantikflair
Die Douro Marina ist kein abgeschiedenes Refugium, sondern ein lebendiges Tor zwischen Atlantik und Metropole – genau der Ort, an dem man nach einem harten Küstentag seine Segel runterlässt, ohne auf Großstadtkomfort verzichten zu müssen. Stärken: barrierefreier Zugang zu Porto, verlässliche Technik-Infrastruktur, vorbildliche Sicherheit, charmanter Fischerort direkt vor der Gangway, zahllose Restaurants und einfache ErsatzteilLogistik. Schwächen: Die Barre ist wetterkritisch – bei über zwei Metern Welle bleibt man draußen oder wartet in Leixões. Strom im Fluss erfordert beim Ankern Erfahrung und viel Kette. Ich empfehle den Stopp allen Fahrtencrews, die einen Hafentag für Sightseeing, Crewwechsel oder Großproviant brauchen, sich nach ruhigem Liegen sehnen, aber abends Gin-Tonic auf einer Dachterrasse mit Blick auf die Dom-Silhouette genießen wollen, ihre Yacht zuverlässig aus dem Wasser heben oder den Mast checken lassen möchten, ohne eine Großwerft anzulaufen. Mein Logbuch schließt mit einem dicken Ausrufezeichen: „Porto = Pflichtstopp“. Wer den Douro einmal bei Sonnenaufgang flussabwärts gleiten sieht, während über den Brücken noch Morgennebel hängt, wird verstehen, warum ich diesen Hafen in jede Reiseroute einplane.
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