Navigationshinweise zur Marina unter der Brücke
Von See kommend passiert man die Barre, folgt dem Fahrwasser vorbei am Fährterminal Santa Apologia und hält sich stets in der betonnten Fahrrinne. Die Marina liegt rund sieben Seemeilen flussaufwärts, 1,5 sm unterhalb der Vasco-da-Gama-Brücke – deren lichte Höhe von etwa 45 m für die meisten Fahrtenyachten ausreicht. Das Einlaufen erfolgt durch ein Doppel-Schleusensystem (Breite 9,6 m, Tiefe ca. 2,4 m unter Zh). Die Tore werden täglich von 08:30 bis 19:30 Uhr bedient; außerhalb dieser Zeiten liegt ein Warteponton direkt vor der Einfahrt. Ein Besuch per Funk auf VHF 09 ist Pflicht, damit der Schleusenwärter die Ampel auf Grün schaltet. Bei Niedrigwasser kann im Vorhafen weiche Schlickbank liegen; Yachten mit über 2 m Tiefgang warten am besten die auflaufende Tide ab.
Sichere und Ruhige Marina-Liegeplätze
Vor der Schleuse an der Südmole gibt es zwar Haltepfähle, doch Strömung und Schiffsverkehr machen das Liegen dort ungemütlich. Drinnen hingegen herrschen beinahe Laborbedingungen: Die doppelte Schleuse eliminiert Schwell und Tidenhub, die Pontons sind breit und schwimmend gelagert. Die Marina verfügt über rund 400 Liegeplätze bis 25 m Länge; die Süd-Beckenplätze haben bis zu 4 m, die Nord-Plätze gut 3 m Tiefe. Für Langkieler stehen einzelne Boxen mit weichem Grund bereit – wer Soft-Mud akzeptiert, findet auch mit 2,4 m Tiefgang einen Platz. Sturm- oder Frachtschiffsog dringen nicht ins Hafenbecken; man liegt hier bei jedem Wetter wie in einer Badewanne.
Marina mit Top-Ausstattung und Anbindung
Direkt an jedem Finger gibt es Strom (16/32 A), Trinkwasser und kostenloses WLAN. Diesel und Benzin erhält man an der Servicestation neben der Südschleuse. Ein 50-t-Travel-Lift, Mastenkran, Reparatur-Werft und Segelmacher decken fast jeden Technik-Wunsch ab. Die Sanitäranlagen wurden kürzlich renoviert und enthalten Waschmaschinen sowie Trockner; Mülltrennung und ein kostenloses Pump-out befinden sich an Steg A. Auf dem Hafengelände sitzen eine kleine Chandlery, ein ATM und mehrere Cafés. Zur großen Versorgung braucht man nur den Bordhund über die Gangway führen: Gegenüber der Marina beginnt das Einkaufszentrum „Vasco da Gama“ mit Supermarkt, Apotheke und Food-Court. Zwei Gehminuten weiter liegt der Bahnhof Oriente (Metro, Nah- und Fernzüge), zum Flughafen sind es mit Taxi oder Metro gerade einmal zehn Minuten – ideal für Crewwechsel.
Naturschauspiel und Kultur an Tejo-Mündung
Obwohl die Marina in einer Millionenmetropole liegt, grenzt sie unmittelbar an das Tejo-Mündungsreservat, eines der wichtigsten Vogelgebiete Europas. Schon vom Cockpit aus kann man im Winter Flamingos, Löffler und Brandgänse beobachten. An Land bietet der Parque das Nações eine fünf Kilometer lange Promenade aus Radweg, Holzstegen und Skulpturengärten; Highlights sind das Oceanário (eines der größten Meeresaquarien der Welt), die futuristische Bahnhofshalle von Calatrava und die Seilbahn über das Flussufer. Jogger schätzen den morgendlichen Lauf bis zur alten Expo-Brücke, Kulturfans erreichen mit Metro oder E-Scooter in 15 Minuten die Alfama.
Marina Parque: Stadtnahe Oase für Segler
Die Marina Parque das Nações ist ein seltenes Gesamtpaket: Rundum-Schutz durch Schleusentore, erstklassige Technik-Infrastruktur und die komplette Bandbreite einer europäischen Hauptstadt in Fuß- oder Fahrrad-Distanz. Sie eignet sich besonders für Crews, die Reparaturen, Ersatzteile oder einen schnellen Flug nach Hause brauchen, ohne das Boot allein zu lassen; aber auch als Winterlager oder City-Stopover auf der Passage nach Madeira und weiter gen Süden. Einziger Wermutstropfen sind die Schleusenzeiten – wer nachts ankommt, muss draußen warten – und die auf 2,4 m beschränkte Tiefe im Torbereich. Wer damit leben kann, erlebt eine Marina, in der morgens Flamingos neben der Badeplattform stehen und abends der Fado aus den Bars von Santa Apologia heraufweht – maritime Großstadtromantik in Perfektion.
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