Nachtansteuerung Kalmar: Sicherer Gästehafen
Kalmar (56°39,2 N / 16°21,4 E) erreicht man aus Norden wie Süden über das betonnte Hauptrinnsal des Kalmarsunds. Südliche Ansteuerung: Ölandbrücke mittig unterfahren (lichte Höhe 36 m). Kurs 000 ° bis grünes Fahrwassertonnenpaar „KS 4/5“, dann nach Backbord in die gut befeuerte Stadtrinne. Steuerbord erscheint das Schloss; sobald dessen Südwest-Bastion passiert ist, 90 ° nach Steuerbord in den Gästehafen abbiegen. Tiefe im Ansteuerkanal 4 – 5 m, im Becken 2 – 4,5 m; die tiefsten Plätze (bis 4,5 m) liegen längsseits an der Nordpier. Bei Ostwind über 20 kn bildet sich etwas Chop im Rinnsal, im Becken selbst bleibt das Wasser ruhig. Nachts leiten weiße Leitfeuer, das Schloss ist angestrahlt – Orientierung daher problemlos.
Sicherer Yachthafen mit neuen Mooringblöcken
Ankern ist im Hafen nicht gestattet; die knapp 150 Liegeplätze verfügen über kräftige Heckbojen oder Y-Stege. Mooringblöcke wurden 2023 erneuert und halten auch bei Starkwind sicher. Der Ringkai und ein massiver Holzpier machen das Becken quasi schwellfrei; nur bei langanhaltendem Südost erreicht leichter Dühnungsschlupf den Außensteg, lässt sich aber mit langen Springs abpuffern. Untergrund: fester Lehm, ausgezeichnete Haltewerte für Buganker, falls nötig.
Komfortabler Hafenaufenthalt mit Schlossblick
Liegegebühr (2025): ab 290 SEK/Nacht für 10–12 m, Wi-Fi, Wasser, Duschen inklusive; Strom 50 SEK (10 A) bzw. 100 SEK (16 A). Sanitär & Sauna: Geräumige Duschen, Fußbodenheizung; Münzwaschmaschinen (15 SEK), Trockner, kleine holzbefeuerte Sauna direkt am Kai – Blick auf Schlossgraben. Treibstoff & Pump-out: Selbstbedienungsstation am Hafenkopf (24 h, Karte); Fäkalienabsaugplatz gleich daneben. Chandlery & Werkstatt: “Skeppshandel” 50 m hinter dem Hafenbüro; Yachtservice mit 25-t-Kran im Industriebecken (0,3 sm). Proviant: Supermarkt ICA in 200 m, Bäcker ab 06 Uhr. Samstags Bauernmarkt auf dem Stortorget – frischer Räucherlachs und Öland-Käse. Gastronomie: Dutzende Restaurants an der Hafenpromenade, von Fischbude bis Craft-Beer-Bar. Unbedingt probieren: „Kalmar Läns Räksmörgås“ – Garnelenbrot mit Meerrettich. ÖPNV & Crewwechsel: Bahnhof 500 m (2 h nach Malmö, 3 h nach Stockholm), Flughafen 6 km; Buslinie hält am Baronen-Center. WLAN reicht bis in jede Koje; Zugangscode im Hafenkiosk. Tickets für Schloss- oder Museumsbesuche gibt es im gleichen Gebäude.
Kalmar: Wasser, Geschichte und Natur entdecken
Kalmar ist umgeben von Wasser: Westlich liegt der Kalmarsund, östlich schützt die 137 km lange Insel Öland die Küste. Gleich neben der Marina ragt das Renaissanceschloss mit Burggraben und Park – frühmorgendlicher Joggingrund um die Festungsmauer ist Pflicht. Rad & Wanderung: Ölandbrücke ist für Fußgänger gesperrt, aber in der Marina wartet ein Fahrradverleih. 30 Minuten nördlich erreicht man über einen separaten Radweg die Brückenrampe – von dort tolle Aussicht auf Sund, Stadt und farbenprächtige Sonnenuntergänge. Vogelwelt: Nur 4 sm südlich beginnt das Vogelschutzgebiet Svinö. Im Frühjahr und Herbst Rasten Zehntausende Zugvögel, Seeadler sind tägliche Gäste. Unterwasser: Sicht selten über 2 m; am Außenpier tummeln sich Barsche und Krabben. Fürs Baden gibt es den stadteigenen Stadtstrand Kattrumpan (400 m). Kulturfans besuchen das Kalmar Läns Museum (u. a. Wrackteile der „Regalskeppet Kronan“) oder schlendern durch die kopfsteingepflasterte Gamla Stan mit Holzhäusern aus dem 17. Jahrhundert.
Kalmar: Komfort am geschichtsträchtigen Hafen
Kalmar vereint Rundum-Service mit Geschichtskulisse: Diesel bunkern, Wäscherei laufen lassen, Schloss besichtigen – alles ohne Hafenfahrrad. Durch die Brückenlage liegt der Hafen fast wie ein Binnenbecken, sodass man auch bei Starkwind beruhigt anlegen kann. Stärken Wind- und schwellgeschützte Boxen bis 4,5 m Tiefgang. Komplettausstattung inkl. Sauna, Tankstelle, Black-Water-Pump-out. Altstadt, Schloss, Einkauf und Bahn in Laufweite – idealer Crewwechselpunkt. Schwächen In Juli-Hochsaison oft voll; Online-Reservierung via Dockspot empfehlenswert. Liegegebühr plus Strom macht den Aufenthalt nicht billig, aber angemessen für die Lage. Ostströmung bringt gelegentlich Algen in den Hafen – rein kosmetisch, aber Badefreuden besser an den Stadtstrand verlegen. Geeignet für Langfahrtcrews auf „dänischer Südsee → Stockholm“-Route, Familien mit Kultur- und Sandstrandbedarf, Chartercrews für Crewwechsel. Weniger interessant für Skipper:innen, die absolute Einsamkeit suchen – dafür gibt es genug Ankerbuchten vor Öland. Ich verließ Kalmar mit vollem Kühlschrank, leerem Fäkalientank und dem Gefühl, mitten in der Geschichte festgemacht zu haben. Logbuchnotiz: „Kalmar – Schlossblick statt Ankerlicht, aber trotzdem sicher wie in der Festung.“
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